Carmens reine Liebe (Karumen junjo su) (1952)

OT: Karumen junjo su - 103 Minuten - Komödie
Carmens reine Liebe (Karumen junjo su) (1952)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Carmens reine Liebe (Karumen junjo su)

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Mit Carmen kehrt heim, dem ersten Farbfilm Japans, widmete sich die DVD-Reihe "Japanische Meisterregisseure" dem Werk von Keisuke Kinoshita. Nun folgt mit Carmens reine Liebe die Fortsetzung des Films. Nachdem sich Carmen kehrt heim noch rühmen konnte der erste japanische Farbfilm zu sein, ist die Farbe in der Fortsetzung wieder aus der Erzählung gewichen. Um das triste Japan nach dem zweiten Weltkrieg zu portraitieren folgte der Wechsel zu Schwarz-Weiß. Doch leider kann auch Carmens reine Liebe nicht wirklich überzeugen.

 

Japan, Ende der 40er Jahre: Carmen (Hideko Takamine) und ihre beste Freundin Akemi (Toshito Kobayashi) teilen sich eine Wohnung. Doch seit Akemi ein Kind bekommen hat, ist ihre Freundschaft angespannt. Auch die Nachbarn fühlen sich durch die ständige Lärmbelästigung gestört. So beschließen die beiden wieder in einem Nachtlokal zu tanzen um den ärmlichen Verhältnissen zu entgehen. Doch Carmen will Akemi auch dazu bringen ihr Kind auszusetzen. Als sie es versuchen lernt Carmen jedoch einen Künstler kennen, in den sie sich verliebt...

 

War Carmen kehrt heim noch ein bunt gefilmter Heimatfilm, der durch überzogene Komik und versteckte Dramatik punkten wollte (dabei aber nicht erfolgreich war), schlägt Carmens reine Liebe nun andere Töne an. Durch die Schwarz-Weiß Bilder werden die tristen Lebensumstände im Japan nach dem Fall der Bombe gebührend eingefangen und die überdrehte Komik ist, dank der immer noch furchtbar anstrengenden Hauptfigur, zwar noch in Ansätzen vorhanden, insgesamt ist Carmens reine Liebe doch recht konventionelle Romantik-Unterhaltung die kaum Akzente setzt.

 

Die Geschichte haspelt sich nur mit großer Mühe durch die klassischen Bausteine eines Romantikfilms und schafft es nur dank eines großen Zufalls die beiden Liebenden zusammen zu führen. Doch das soll man dem Film nicht vorwerfen. Schlimm ist jedoch, dass erneut ein unglaubliches Desinteresse gegenüber den Figuren vorherrscht. Oberflächlich werden alle halbherzig ins gewünschte Schema gepresst um ihre Aufgabe in der Dreiecksbeziehung zu erfüllen. Das Problem ist nur, dass man so keinerlei Bezug zur romantischen Beziehung der Hauptfiguren erreicht und die Geschichte somit reichlich kühl wirkt.

 

Die Versuche diese Kälte aufzulockern scheitern jedoch grandios. Die Figuren sind im besten Fall einfach nur blass, jedoch fällt die Figurenzeichnung auch schon mal richtig nervtötend aus, was besonders für die Hauptfigur Carmen gilt. Wer bereits im ersten Carmen Film eine Bindung zu ihr aufbauen konnte und seinen Spaß hatte, dem sei es vergönnt und der wird wohl auch bei Carmens reine Liebe seine Freude haben, wer sich jedoch bereits im ersten Teil an den nervigen Gesangs- und Tanznummern inklusive Tonlagen jenseits der Schmerzgrenze, störte, kann Carmens reine Liebe ohne schlechtes Gewissen ausfallen lassen. Da hilft es auch nichts, dass in Ansätzen immer wieder das große Trauma Japans nach dem zweiten Weltkrieg spürbar ist.

 

Wertung:

4/10 Punkte

 

DVD-Tipp:

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Im Shop von Polyvideo

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