Carmen kehrt heim (Karumen kokyo ni kaeru) (1951)

OT: Karumen kokyo ni kaeru - 86 Minuten - Komödie
Carmen kehrt heim (Karumen kokyo ni kaeru) (1951)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Carmen kehrt heim (Karumen kokyo ni kaeru)

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Die (überaus empfehlenswerte) DVD-Reihe "Japanische Meisterregisseure", vom österreichischen DVD-Label Polyvideo, geht in die nächste Runde. Nachdem Nagisa Oshima und Yoshitaro Nomura abgehandelt sind, konzentrieren sich die nächsten Veröffentlichungen auf Keisuke Kinoshita. Begonnen wird damit mit Carmen kehrt heim, dem ersten Farbfilm Japans. Doch leider stellt dies einen kleinen Absturz für die Reihe dar, verliert sich der Film doch in allzu unausgereiften Spielen mit der neuen Technologie, ohne wirklich zu berühren.

 

Japan, nach dem zweiten Weltkrieg: In einem Dorf, am Fuße eines Vulkans, bekommt ein Farmer die Nachricht, dass er in Kürze Besuch von seiner Tochter Carmen (Hideko Takamine) erhalten wird. Diese gibt an, dass sie in Tokio eine sehr erfolgreiche Künstlerin geworden ist. Dies spricht sich auch schon bald im Dorf herum, sodass alle gespannt auf die Ankunft von Carmen warten. Als sie dann gemeinsam mit einer Freundin ankommt, bringt sie das Dorfleben gehörig durcheinander. Umso prekärer wird die Lage, als bekannt wird, dass Carmens große Kunst im Striptease-Tanzen besteht...

 

Keisuke Kinoshita ist, speziell in seiner Heimat, ein sehr angesehener Regisseur, der sich in den verschiedensten Genres bewährt hat. Carmen kehrt heim lässt sich dabei vor allem als Heimatfilm bezeichnen, nur eben nach japanischer Art. Nur sollte man schon aller Hand mitbringen um Freude am Film zu haben. Denn abgesehen vom historischen Standpunkt, dass es sich eben um den ersten japanischen Farbfilm handelt, bringt Carmen kehrt heim leider nicht viel überzeugendes mit. Ganz besonders im Vergleich zu den anderen Filmen der DVD-Reihe.

 

Zunächst lässt der Film noch auf eine interessante Variante eines Culture-Clash Films hoffen wenn der konservative Vater, der nach Aussen gleichgültigkeit predigt, aber im Inneren seine Tochter vermisst, damit konfrontiert wird, dass seine Tochter als große Künstlerin heimkommt, doch diese Erwartungshaltung wird bald schon zerstört. Eine gewisse Culture-Clash Komponente durchzieht den Film zwar, diese bezieht sich aber vorwiegend darauf, dass zwei verwöhnte Großstadt-Frauen sich über das Landleben lustig machen.

 

Wirkliches Interesse für die Dorfebewohner oder das bäuerliche Leben bringt der Film dabei genau so wenig auf wie für die Probleme der beiden Frauen, die sich innerlich einreden, dass ihr Striptease eine große Kunst ist, die nur von den Menschen nicht versanden wird. So kommt es leider dazu, dass es nicht gelingt die Figuren wirklich zu beleuchten, was leider in einer katastrophalen Gleichgültigkeit gipfelt. Aber auch nur im besten Fall, denn die meisten Figuren (ganz besonders Hauptfigur Carmen) beginnen leider sehr schnell die Nerven zu strapazieren.

 

Es scheint so, als hätte sich Carmen kehrt heim ganz auf die Zugkraft des Farbfilms verlassen, jedoch fällt aus heutiger Sicht doch stark auf, dass man das Medium noch nicht wirklich im Griff hatte. So gelingt es dank Problemen mit der Beleuchtung (die oftmals den Eindruck einer Studiokulisse erweckt) und anderen Ungereimtheiten nicht, die an sich schöne Landschaft in standesgemäße Bilder zu fassen. Pluspunkte gibt es lediglich für den blinden Lehrer, der mit seinem eingänglichen Lied zumindest akustisch etwas Balsam auf die, durch schrille Frauenstimmen, gepeinigten Ohren legt. Eine Empfehlung kann für Carmen kehrt heim jedoch nicht abgegeben werden.

 

Fazit:

Eine Tragikomödie mit Musikelementen hätte es wohl werden sollen, doch Carmen kehrt heim funktioniert weder als Komödie (weil einfach nicht lustig), noch als Drama (weil man sich nicht für die Figuren interessiert, bzw. selbst die Hauptfigur einfach unsympathisch ist). Wäre da nicht der beherzte blinde Lehrer, der mit seinem eingänglichen Lied den Ohren etwas gutes tut, gäbe es kaum Inseln auf denen man sich vor den Schwächen retten könnte. Carmen kehrt heim lässt zwar an manchen Stellen Potential erkennen, aber insgesamt erweist sich der erste Farbfilm Japans leider als Enttäuschung.

 

Wertung:

4/10 Punkte

 

DVD-Tipp:

Amazon.de

Im Shop von Polyvideo

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