Sex and the City 2 (2010)

OT: Sex and the City 2 - 146 Minuten - Romantik / Komödie
Sex and the City 2 (2010)
Kinostart: 27.05.2010
DVD-Start: 09.01.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Sex and the City 2

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Dank ihrer Vorreiterrolle haben es die vier Hauptdarstellerinnen von Sex and the City geschafft Einzug in die Popkultur zu halten. Der Erfolg der Serie zog einige „Nachahmungstäter“ nach sich und dank Fans rund um den Globus avancierte auch der erste dazugehörige Kinofilm zum weltweiten Kassenschlager. Da die Qualität aber schon bei der ersten Verfilmung auf der Strecke blieb, hätte man sich die Fortsetzung lieber sparen sollen. Doch Hollywood wird nun einmal vom Dollar regiert und so folgt nun mit Sex and the City 2 eine lieblose, überlange und träge Ausschlachtung der Serienfiguren, die wohl nur mehr für die eingefleischtesten Fans genügend Unterhaltungswert mitbringt.

 

Carrie (Sarah Jessica Parker) und Mr. Big (Chris Noth) haben mit den Tücken des Ehelebens zu kämpfen. Carrie findet scheinbar immer einen Grund zum Nörgeln und Mr. Big scheint sich lieber auf die faule Haut zu legen als mit Carrie etwas Schickes zu unternehmen. So kommt es dazu, dass Mr. Big vorschlägt dass sich die beiden zwei Tage in der Woche Urlaub von der Ehe gönnen und für sich alleine etwas unternehmen. Carrie ist davon nicht begeistert, doch bevor die Lage richtig ausdiskutiert werden kann steht erst einmal Urlaub am Programm: Dank eines luxuriösen Geschäftsdeal wird Samantha (Kim Catrall) nach Abu Dhabi eingeladen, wo sie gemeinsam mit Carrie, Charlotte (Kristin Davis) und Miranda (Cynthia Nixon) gratis im Luxus schwelgen darf. Doch alle bringen dabei ihre Problemchen mit in den Urlaub…

 

Man braucht nicht lange um den heißen Brei herumreden: Zwischen all den Oberflächlichkeiten, Modetrends und Outfits schwebte in Sex and the City (der Serie) immer eine melancholische, jazzige New Yorker Amtosphäre in der Luft und die Figuren hatten mit echten Problemen zu kämpfen, die auch die Zuseher ansprachen. Bereits der erste Film verabschiedete sich von den eigentlichen Stärken der Serie und reduzierte sich noch stärker auf die Oberflächlichkeiten. In Ansätzen gab es zwar noch gelungene Momente, aber auf die Storyentwicklung der Geschichte reduziert, war der Film eigentlich unnötig und man hätte es lieber bei der Serie belassen sollen.

 

Doch bei einem Einspielergebnis von 415 Millionen Dollar konnten die Produzenten wohl nicht ruhig bleiben und müssen nun noch eine Verfilmung nachreichen. Und der Abwärtstrend setzt sich leider weiter fort. Blieb die erste Verfilmung der Serie wenigstens im Ansatz treu, entfernt sich Sex and the City 2 ganz von den Qualitäten der Serie und verliert sich gänzlich in einem verschlungenen Netz aus Oberflächlichkeiten und Modeerscheinungen. Die Sets sind oppulent, die Drehorte exotisch, die Ausstattung pompös und die zahlreichen Outfits der Darstellerinnen schrauben noch zusätzlich an den optischen Werten. Doch unter all diesem optischen Glanz pocht leider nur ein totes, kaltes Herz. Sex and the City 2 fühlt sich an wie ein Luxusdampfer: Schön anzusehen, aber leider sehr träge und kalt.

 

Und tatsächlich braucht der Film verdammt lange um in die Gänge zu kommen. Zu Beginn steht eine völlig absurde Hochzeit zwischen Stanford (Willie Garson) und Anthony (Mario Cantone), die leider nicht nur völlig entgegen den Charakteren der beiden gerichtet ist (laut Serie hassen sie sich), sondern alleine in der Inszenierung so dermaßen neben der Spur läuft, dass der Zuseher bereits bezüglich des restlichen Films vorgewarnt ist. Schwäne in der Halle, ein Männerchor und ein peinlicher Auftritt von Liza Minnelli sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Denn insgesamt kann dieser Auftakt nur als befremdlich und irgendwie lahm bezeichnet werden.

 

Dies bringt uns gleich zum nächsten Problem: Welchen Sinn haben die Gastauftritte des Films? Bereits erwähnt wurde Liza Minnelli die mit starrem, toten Gesichtsausdruck die Trauung leitet und anschließend auch noch „Single Ladies“ performen darf. Ausser peinlich ist sie dabei aber leider nichts (was aber gut zum gesamten Auftakt passt). Miley Cyrus gibt sich am roten Teppich die Ehre und rückt Samantha ins rechte Licht, obwohl die über 50 jährige das selbe Kleid wie sie trägt. Aber für besondere Ratlosigkeit sorgt der Auftritt von Penélope Cruz, die kurz an der Bar mit Mr. Big flirten darf und anschließend auf nimmer Wiedersehen im Nirvana verschwindet.

 

Doch die gesamte Geschichte ist insgesamt viel zu träge und langatmig um zu überzeugen. Der Grund: So richtig viel ist den Autoren leider nicht eingefallen um die Story weiterzuspinnen. Carrie darf sich über die langweiligen Seiten der Ehe beschweren, Charlotte muss erkennen dass Mutter zu sein verdammt anstrengen sein kann und muss auch mit ihrer Eifersucht gegenüber der großbusigen Nanny leben, während Samantha ein ausgeklügeltes Tablettenprogramm befolgt um dem Alter zu entgehen.  Und Miranda, ja, die ist da auch noch irgendwo. Und relativ bald heißt es auch schon „Goodbye New York“, denn der Großteil des Films spielt nicht in der Stamm-Metropole New York, sondern in Abu Dhabi. Doch leider fühlt sich das alles überhaupt nicht mehr nach Sex and the City an.

 

In Abu Dhabi herrscht nämlich storymäßig weiterhin tote Hose. Die Geschichte plätschert nur so vor sich hin und um den Figuren wenigsten ab und zu eine Regung abzuringen, wird eine gigantische Armada an Luxus geboten. Das Hotel ist natürlich das Beste vom Besten, den vier Damen werden vom Scheich vier Maybach-Limousinen und vier Butler zur Verfügung gestellt und auch ansonsten wird nur das Feinste aufgeboten. Über lange Zeit scheint es auch so, als wäre dieses Baden im Luxus (das teilweise an einen Werbespot für ein Luxushotel erinnert) auch das Einzige was der Film will.

 

Doch dann scheint den Autoren doch wieder eingefallen zu sein, dass man ja zumindest irgendein Drama aus dem Hut zaubern muss, um die Zuseher bei der Stange zu halten. Also erscheint wie aus dem nichts Carries alte Flamme Aidan (John Corbett), was natürlich zu einem Wirbel in ihrem Inneren und anschließend mit Mr. Big sorgt. Denn es muss ja schließlich etwas bedeuten, wenn man „zufällig“ einer alten Liebe, mitten auf einem Markt in Abu Dhabi begegnet. Ja, das bedeutet auch etwas: Einen grenzdebilen Autor, denn dieser hirnverbrannte Storykniff ist ein genauso künstlich erzwungenes Problem, wie alle Probleme, die der Film den Figuren vorsetzt.

 

Ab und an sitzt ein Gag und die hartgesottenen Fans der Serie bekommen zumindestens ein Wiedersehen mit den Figuren geboten. Doch man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Sex and the City 2 mit 146 Minuten Laufzeit überlang und auch spürbar langatmig ausgefallen ist, eine Geschichte im herkömmlichen Sinne nicht vorhanden ist  (zumindest keine, die auch nur in Ansätzen interessant wäre) und alle Problemchen der Figuren an den Haaren herbeigezogen und überkonstruiert sind, nur dass zumindest irgendetwas geschieht. Hinzu kommt, dass die meisten Gags nur darauf abzielen, dass sich die verzogenen, reichen Amerikanerinnen nicht mit den strikten Regeln des Mittleren Ostens anfreunden können und dabei schon einmal die Peinlichkeitsgrenze unterschritten wird (so wenn die örtlichen Frauen unter ihren verschleierten Körpern die neuesten Modekollektionen tragen). Der erste Sex and the City Film fiel schon spürbar gegenüber der Serie ab, aber Sex and the City 2 setzt die Latte noch einmal um einiges tiefer.

 

Fazit:

Sex and the City 2 schafft es den, ohnehin schon nicht besonders gelungenen, ersten Film noch einmal zu unterbieten und sich somit noch weiter vom Spirit der Serie zu entfernen. Im Prinzip ist Sex and the City 2 ein optisch prunkvoller Dauerwerbespot der mit pompösen Sets, eindrucksvollen Modedesigns und exotischen Schauplätzen zwar die Augen durchaus verzaubert, abgesehen davon aber leider absolut nichts richtig macht. Die Geschichte dümpelt nur so vor sich her, alle Konflikte des Films sind überkonstruiert und hinzu kommt, dass der Film mit seiner ewig lange Laufzeit (gefühlte vier Stunden) auch noch langatmig und träge ist. In Fahrt kommt der Film nie, und ausser wenigen gelungen Gags und ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Serienfiguren bekommt man nichts geboten. Kurz: Ein Film der nur zum Abkassieren gemacht wurde.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 3.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 17
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013