A Nightmare on Elm Street (2010)

OT: A Nightmare on Elm Street - 95 Minuten - Horror
A Nightmare on Elm Street (2010)
Kinostart: 21.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu A Nightmare on Elm Street

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Jason Voorhees, Michael Myers und Freddy Krueger sind wohl die in der Populärkultur am festesten verankerten Frachisebösewichte der Horrorgeschichte. Und nach dem sich die ersten beiden schon durch ein Remake metzeln mussten, darf auch letzterer die Krallen wieder wetzen und sich auf die Jagd nach neuen Teenagern machen. Unter die Fittiche genommen wurde er dabei von Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes, die nun doch schon etwas Erfahrung in Sachen Horror-Remakes gesammelt hat. Das Positive vorweg: A Nightmare on Elm Street ist für Platinum Dunes eine spürbare Qualitätssteigerung. Das Negative ist nur, dass man vom Original und einem wirklich guten Film, immer noch ein Stück entfernt ist.

 

Dean (Kellan Lutz) wird von Alpträumen geplagt die immer nach dem gleichen Muster ablaufen: Ein Mann mit verbrannter Haut und einem krallenbesetzten Handschuh verfolgt ihn. Und alle Verletzungen die er sich im Traum zuzieht, bleiben ihm auch in der Realität. Vor den Augen seiner Freundin Kris (Katie Cassidy) wird ihm von seinem Traumpeiniger Freddy Krueger (Jackie Earle Haley) schließlich die Kehle aufgeschlitzt. Doch Dean ist nicht der Einzige der von den Träumen gejagt wird: Auch Kris, Jesse (Thomas Dekker), Nancy (Rooney Mara) und Quentin Smith (Kyle Gallner) haben Freddy Krueger kennengelernt. Als sie nachzuforschen beginnen was dahinter steckt, stoßen sie auf ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit…

 

Im Gegensatz zu seinen beiden, oben erwähnten, Kollegen besitzt Freddy Krueger ein ganz besonderes Merkmal, das ein Remake zusätzlich erschwert: Während Jason Voorhees und Michael Myers ihre Gesichter hinter Masken verstecken und die Schauspieler dahinter relativ leicht ersetzbar sind, ist Freddy Kruegers Gesicht unter seinen Brandnarben stets zu erkennen. Und dieses Gesicht ist nun einmal fest mit Robert Englund verbunden, der Freddy in den bisherigen Filmen der Reihe verkörperte und der auch diverse Freddy Krueger Halloweenmasken ziert. Da man sich mit dem Remake aber von der qualitativ stark abfallenden Ur-Reihe lösen wollte, musste ein neuer Darsteller für die Figur her.

 

Und dieser Darsteller ist mit Jackie Earle Haley, der für Little Children (wo er passenderweise auch pädophile Neigungen hatte, was gut zu seiner Freddy Krueger Interpretation passt) für einen Oscar nominiert wurde, auch recht hochklassig ausgefallen. Und Jackie Earle Haley macht auch eine wirklich gute Figur, da er es versteht die charakteristischen Bewegungen der Figur zu reanimieren und es schafft dem weltlichen Freddy Krueger eine gewisse Schwäche zu geben, die vom alptraumhaften Freddy Krueger durch zynische Brutalität ausgeglichen wird. Auch dank tiefer Stimme und modernem Make-up entwickelt der neue Freddy Krueger durchaus eine nennenswerte Präsenz. Aber es fällt dennoch schwer das neue Gesicht von Freddy Krueger zu akzeptieren, hat sich doch das Antlitz von Robert Englund zu sehr in das kollektive Gedächtnis eingebrannt.

 

Doch wie sieht es ansonsten aus mit dem Remake? Lobend erwähnen muss man auf jeden Fall, dass sich A Nightmare on Elm Street, im Vergleich zu anderen Platinum Dunes Produktionen, etwas weiterentwickelt und qualitativ hochwertiger gibt. Bisher wurden ja die Franchisenamen vorwiegend dazu verwendet um eine möglichst brutale Entertainmentshow mit möglichst hohem Nacktfaktor abzuliefern. Auf Atmosphäre oder ähnliches wurde dabei kaum Rücksicht genommen. Bei A Nightmare on Elm Street ist dies nun etwas anders, da man sich tatsächlich Mühe gegeben hat die Albträume atmsophärisch dicht zu skizzieren und es an einigen Stellen sogar überraschend gut gelungen ist die Realität mit den Träumen zu vermischen, was auch dank einigen optisch gelungen Effekten, durchaus gut und sinnvoll umgesetzt wurde.

 

Es gelingt sogar einige Gruselmomente stimmungsvoll zu präsentieren und einige Schockeffekte wirkungsvoll in der Umgebung zu platzieren. Aber dabei gibt es vorwiegend ein kleines Problem: Man ist storygemäß gezwungen die Horrorszenen ausschließlich auf die Traumwelten zu begrenzen, da es aber so zu vorhersehber wäre wann der nächste Schockeffekt folgt, lässt man kurzer Hand Realität und Traum verwischen, was wie bereits erwähnt optisch auch wirklich gut gelungen ist, jedoch erweist sich dieser Mix eben auch als etwas billige Lösung für die storybedingte Grundlage des Films. Man hat hier leider keine so elegante Wechselbeziehung wie im Original geschafft. Überhaupt erreicht Freddy Krueger nicht den Gruselfaktor des Originals, was doch schade ist, da Jackie Earle Haley seine Sache doch recht gut machen würde.

 

Problematisch ist auch, dass die meisten gelungenen Szenen des Films einfach 1:1 aus dem Original kopiert wurden. Und auch der klassische Fehler moderner Horror-Remakes konnte leider nicht vermieden werden: Die Figuren sind äußerst glatt und uninteressant, sodass man als Zuseher kaum an ihrem Schicksal interessiert ist. Alles fühlt sich zu sehr nach Retorte und Fast-Food-Horror an. Die Darsteller bieten, mit Ausnahme von Jackie Earle Haley, auch nur farblose Leistungen, sie sind aber natürlich auch durch die langweiligen Figuren limitiert. Auch der Storyfluss selbst wurde nicht so spannend umgesetzt wie im Original sondern rettet sich eigentlich nur von Schocksequenz zu Schocksequenz ohne dazwischen wirklich etwas Interessantes zu bieten.

 

Doch man muss durchaus anerkennen, dass A Nightmare on Elm Street gegenüber den anderen Produktionen von Platinum Dunes schon ein Schritt in die richtige Richtung ist. Teilweise erlaubt man sich sogar nostalgisch sarkastische Augenblicke, wie wenn in einer Drogerie und im Abspann der schmachtende Song „All I Have to do is Dream“ von den Everly Brothers gespielt wird und man sich so doch etwas vom pseudohippen und glatten Image der restlichen Platinum Dunes Produktionen entfernt. Regisseur Samuel Bayer erlaubt sich keinen durchgehenden Kniefall vor dem pubertierenden Publikum wie etwa Marcus Nispel, sondern zieht seinen Ansatz konsequent durch. Das funktioniert nicht durchgehend, aber A Nightmare on Elm Street gibt sich über weite Strecken kurzweilig und unterhaltsam. Das Original bleibt zwar klarerweise unangetastet, aber man muss auch festhalten, dass die A Nightmare on Elm Street Reihe schon deutlich schlechtere Zeiten gesehen hat.

 

Fazit:

Bedingtes Lob für Platinum Dunes: Im Gegensatz zu den vorigen Remakes des Studios ist das A Nightmare on Elm Street Remake kein Kniefall vor den pubertierenden Zusehern, sondern versucht tatsächlich eine stimmungsvolle Albtraumwelt inklusive visuell ansprechender Hybridformen der Real- und Traumwelt zu kreieren. Auch Jackie Earle Haley macht seine Sache als neuer Freddy Krueger so gut wie es möglich war. Doch dies ändert nichts daran, dass es nun mal schwierig ist ein neues Gesicht mit der Figur zu verbinden und dass die besten Szenen des Remakes 1:1 aus dem Original kopiert wurden. Leider sind eigentlich alle Figuren, mit Ausnahme von Freddy Krueger, völlig platt und uninteressant ausgefallen, sodass man sich kaum für sie interessiert. Auch die Story plätschert großteils nur so dahin und rettet sich von einem Schockmoment zum Nächsten. Atmosphärisch ist das alles ein gutes Stück unter dem Original anzusiedeln, vor allem da das Remake strukturell doch recht brüchig wirkt und keine konsistente Welt vermittelt. Aber man muss auch sagen, dass die Reihe schon deutlich schlechtere Filme hervorgebracht hat. Somit gibt es für das Remake zwar keine direkte Empfehlung, aber im Vergleich zu den vorigen Produktionen verdient sich Platinum Dunes doch ein Schulterklopfen.

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.9/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 13
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