The Crazies (2010)

OT: The Crazies - 101 Minuten - Horror / Thriller
The Crazies (2010)
Kinostart: 27.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Crazies

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Den Einfluss George A. Romeros auf das Horrorgenre kann man gar nicht genug betonen. Egal ob es sich nun um indirekt von ihm inspirierte Filme handelt wie Shaun oft he Dead oder Zombieland oder direkte Remakes wie Dawn of the Dead oder eben The Crazies, selbst Computerspiele wie Resident Evil wären ohne seinem kreativen Vermächtnis kaum denkbar. Seit dem Remake von Dawn of the Dead von 2004 erleben Romero und seine Filme einen zweiten Frühling und er selbst fügte drei weitere Teile zu seiner „Living Dead“-Reihe hinzu. Mit The Crazies werden wir nun mit einem weiteren Remake beglückt, basierend auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1973. Aber egal ob die Remakes nun gut oder schlecht waren, sie haben stets die Aufmerksamkeit auf das Original von Romero gelenkt, und nicht anders verhält es sich mit dieser Neuverfilmung.

 

Auch wenn es sich diesmal (sowohl im Original als auch in der neuen Fassung) streng genommen nicht um Zombies handelt, so ist die Ähnlichkeit doch naheliegend. Wieder verseucht ein Virus ein kleines amerikanisches Städtchen, wieder müssen deren nicht infizierten Einwohner ums Überleben gegen Monster und Militär gleichermaßen kämpfen und wieder verschwimmen die Grenzen zwischen diesen beiden Fronten. Es stellt sich bald die Frage wer nun die wahren Monster sind, und dieser Aspekt wird auch konsequent bis zum Schluss durchgezogen. Um es gleich vorweg zu nehmen, The Crazies kann man durchaus zu den gelungenen Romero Remakes zählen.

 

Ein schneller Einstieg, ein solider, spannender Mittelteil und ein starkes, wenn auch etwas vorhersehbares Finale ergeben einen actionreichen, nie langweiligen Horrorfilm. Zwar bedient sich The Crazies einiger Klischees, aber eigentlich wäre ein derartiger Film ohne solchen Klischees gar nicht mehr denkbar, zählen sich doch irgendwie zu den essentiellen Grundbausteinen eines solchen Genrefilms. Dazu gesellen sich leider auch ein paar langatmige Strecken im Mittelteil des Films, aber darüber kann man dank der ansonsten temporeichen Inszenierung und den gelungenen Actionszenen getrost hinweg sehen. Abgesehen davon liefert The Crazies genau das was er verspricht. Und vergleicht man diese Neuverfilmung mit Romeros eigenem neuesten Streich Survival of the Dead muss man fast davon ausgehen, dass die Schüler ihren Meister überholt haben. Denn Breck Eisner beweist hier mehr Gespür für das Survival-Horror Genre als der Altmeister persönlich.

 

Mit Ausnahme von Russell Clank (Joe Anderson), erreichen die Figuren zwar keinen nennenswerten Tiefgang oder bieten dem Zuschauer eine starke Identifikationsfläche an, aber durch die fest etablierte Atmosphäre, die auch durchgehend aufrecht erhalten wird, spielt dieser Umstand keine allzu große Rolle.  Denn dieser Film lebt geradezu von seiner Stimmung. Alleine dadurch bleibt man als Zuschauer stets in der Geschichte drinnen und gefesselt bis zum Ende. Dass diese Spannung manchmal zugunsten einiger kleiner Logikschnitzer erhalten bleibt ist im ersten Moment zwar leicht störend, verliert sich aber im Großen und Ganzen, da The Crazies mehr ist als bloß die Summe seiner Teile.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Brutalität und Gewaltdarstellung, ist sie doch in Filmen dieser Art doch ein nicht unerheblicher Faktor. Viel zu oft wird nämlich versucht Survival-Horror einzig und alleine durch seinen Grad der Gewalt darzustellen oder einfach damit zu kompensieren, dass möglichst viele und extrem brutale Szenen gezeigt werden. Gleichzeitig funktioniert ein derartiger Film aber nicht ohne Gewalt und grausamen Momenten. The Crazies meistert diese Gratwanderung zum Glück überraschend gut. Er hat seinen Anteil an Gewaltdarstellung und scheut sich nicht brutalere Bilder zu zeigen, ohne aber den Fehler zu begehen diese Szenen unnötig zu übertreiben. Sie sind stets wohl platziert und für den Moment passend.

 

The Crazies ist zwar letzten Endes dennoch kein Meisterwerk des Genres, kann sich aber ohne weiters neben den gelungenen und verdammt unterhaltsamen Vertretern seiner Art einreihen. Zudem gelingt es dem Film eine gehörige Portion Gesellschaftskritik einzubauen, die den ganzen Schrecken wohltuend unterstützt und eine weitere Dimension verleiht. Genau wie bei allen bisherigen Romero Remakes macht es Lust auf das Original, was man wiederum nur als eine gute Werbung für den Altmeister sehen kann. Und im Endeffekt ist bei so einem Film der Unterhaltungswert ohnehin das wichtigste und das gelingt The Crazies alle Mal.

 

Fazit:

The Crazies ist ein wohltuender Zusatz zum Survival-Horror Genre, auch wenn er das bereits ziemlich breitgetretene Feld nicht erneuert, so behält er doch stets die Bausteine im Auge, die diese Art von Film groß gemacht und über so lange Zeit beliebt erhalten haben. Breck Eisner und seine Crew leisten tolle Arbeit den Zuschauer über (fast) die gesamte Zeit des Films zu unterhalten, was alleine schon kein leichtes Unterfangen ist in einem Filmbereich der oftmals unter gravierenden Logikfehlern und langweiligen Klischees zu leiden hat. Kleinere Schnitzer sind auch hier nicht vermieden worden und wirken manchmal auch unfreiwillig komisch, stören aber weder den Erzählfluss noch die Atmosphäre des Films nachhaltig. Alles in allem ist The Crazies ein überraschend gelungenes Remake, und noch viel wichtiger, ein überraschend gelungener Horrorfilm, der auch außerhalb des Schattens seines Originals bestehen kann.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 8
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015