Das Dorf der acht Grabsteine (Yatsuhaka-mura) (1977)

OT: Yatsuhaka-mura - 151 Minuten - Mystery / Thriller / Horror
Das Dorf der acht Grabsteine (Yatsuhaka-mura) (1977)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das Dorf der acht Grabsteine (Yatsuhaka-mura)

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Dank dem österreichischen DVD-Label Polyvideo, genauer gesagt der Reihe Japanische Meisterregisseure, bekommt man nun auch im westlichen Raum die Möglichkeit einige bisher eher stiefmütterlich behandelte, japanische Regisseure zu entdecken. Nach Dämon folgt nun mit Das Dorf der acht Grabsteine der zweite Film von Yoshitaro Nomura in der Reihe und auch hier wird wieder eine Atmosphäre der Meisterklasse geboten, die den Zuseher geschickt um den Finger wickelt und mit einem spannenden Mystery-Plot verzaubert.

 

Tatsuya (Kenichi Hagiwara) arbeitet am Flughafen, doch die Vergangenheit holt ihn ein: Er soll sein Erbe antreten und muss zu einem riesigen Herrenhaus im Dorf der acht Grabsteine anreisen. Doch es wird alles schwieriger als erwartet: Es häufen sich die Morde und man vermutet dahinter einen uralten Fluch der Samurai, der mit einem blutigen Verrat im Dorf der acht Grabsteine zu tun hat. Das Morden wird weitergehen, doch kann Tatsuya dem Fluch entgehen, der tief mit der Geschichte seiner Familie verbunden ist?

 

Das Dorf der acht Grabsteine beginnt mit einer vortrefflichen Rückblende, zu der man sich fast noch weitere Informationen gewünscht hätte: Eine völlig erschöpfte Gruppe Samurai erreicht nach einer Schlacht das Dorf der acht Grabsteine. Die visuellen Qualitäten werden hier bereits eindrucksvoll zur Schau gestellt und es werden bereites visuelle Motive etabliert, die später wieder aufgegriffen werden um die Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu verdeutlichen. Überhaupt ist Das Dorf der acht Grabsteine ein faszinierender Brückenschlag zwischen den Epochen, dem es vortrefflich gelingt die Zeiten zu verbinden.

 

Denn nach der Exposition macht der Film einen gewaltigen Sprung nach vorne, genauer gesagt ins Japan der 1970er Jahre. Es folgt die Etablierung der Story auf Gegenwartsebene und die gleichzeitige, sprunghafte Rückbesinnung auf das Vergangene, das die Geschichte untermauert und nach und nach die Grundlage für  den Fluch erklärt und Verbindungen offen legt. Diese Struktur ist schlicht ausgezeichnet gelungen und in seinem umschlungenen Aufbau entwickelt der Film einen epischen Charakter, der in der Chronik eines ganzen Dorfes gipfelt.

 

Das Dorf der acht Grabsteine entwickelt dabei vor allem eine herausragende Atmosphäre. Der Zuseher ist wie gefangen zwischen der faszinierenden Geschichte aus längst vergangenen Zeiten, die das unrühmliche Ende der Samuraigruppe und die daraus resultierende Geschichte rund um den Fluch der Samurai begründet und der Mysteryhandlung in der Gegenwart, die stets schemenhaft bleibt und zwischen einer weltlichen Begründung und einer mysteriösen Auflösung in der Schwebe steht. Trotz seiner recht langen Laufzeit bleibt Das Dorf der acht Grabsteine, dank seinen verschiedenen Ebenen, sehr kurzweilig und spannend.

 

Der erwartete Gruseleffekt stellt sich jedoch kaum ein. Das ist aber wohl vor allem eine Frage der Erwartungshaltung, denn Das Dorf der acht Grabsteine besitzt dafür ganz andere Qualitäten. Es ist auch nicht das Ziel dem Zuseher das Fürchten zu lehren. Aber mit den atmosphärischen Qualitäten kann der Film dafür auf ganzer Linie punkten. Es ist der fast volkstümliche Legendencharakter der hier aus jedem Bildkader spricht, der diesen Film so besonders werden lässt. Freunde des japanischen Kinos im Allgemeinen und von Yoshitaro Nomura im Besonderen bekommen mit Das Dorf der acht Grabsteine jedenfalls einen äußerst sehenswerten und fesselnden Film geboten.

 

Fazit:

Das Dorf der acht Grabsteine ist ein atmosphärisch ausgezeichneter Film, der es vortrefflich versteht die verschiedenen Zeitebenen zu einem großen Ganzen zusammenzuführen und ein Netzwerk zu spinnen, das fast an das Begründen einer volkstümlichen Legende erinnert. Die Mysterygeschichte in der Gegenwart und die Etablierung des Fluches in der Vergangenheit gehen Hand in Hand und sorgen für einen spannenden und sehr gelungenen Film.

 

Wertung:

8/10 Punkte

 

DVD-Tipp:

Amazon.de

Im Shop von Polyvideo

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