Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben (2010)

OT: Loong Boonmee Raleuk Chat - 113 Minuten - Komödie / Drama / Fantasy / Mystery
Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben (2010)
Kinostart: 12.11.2010
DVD-Start: 25.03.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

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Die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes 2010 löste vor allem zwei Dinge aus: Der Arthousestar Apichatpong Weerasethakul (bekannt durch Festivalerfolge wie Blissfully Yours, Tropical Malady und Syndromes and a Century) wurde einer größeren Basis Filmfans bekannt und die Fachpresse jubelte auf Grund der Entscheidung der Jury. Nach all den Vorschusslorbeeren soll hier aber auch eine Warnung stehen: Denn viele Filmfans werden es sehr schwer haben mit dem Stil des Films zurecht zu kommen - wie auch der Autor dieser Zeilen.

Boonmee (Thanapat Salsaymar) lebt entlegen auf dem Land und leidet an einer Nierenkrankheit. Er ahnt, dass er nicht mehr lange zu leben hat und ruft deshalb seine Schwägerin Yen (Jenjira Pongpas) und seinen Neffen Tong (Sakda Kaewbuadee) zu sich. Eines Tages erscheint der Geist seiner verstorbenen Frau Huay (Natthakarn Aphalwonk) zum Essen. Auch sein verschollener Sohn Boonsong (Geerasak Kulhong) kehrt in Gestalt eines Affengeistes zurück...

Von Zusehern aus westlichen Ländern erfordert Uncle Boonmee erinnert sich an seine frühere Leben zuerst einmal einen offenen Geist. Denn der Film ist von einer fernöstlichen Mentalität durchzogen, die von einem gemütlichen Nebeneinander des Dies- und des Jenseits geprägt ist. So dienen Geister auch nicht dazu um für Grusel zu sorgen, sondern sind für die Figuren ein Anlass zur Freude, da man die Gelegenheit hat einen verlorenen Menschen wieder zu sehen.

Apichatpong Weerasethakul inszeniert das Ineinandergreifen der verschiedenen Welten mit einer bedächtigen Ruhe und verweist des Öfteren auf das Vorhandensein möglicher parallel verlaufender Ebenen.  Dabei flechtet er auch das schon im Titel des Films erwähnte Thema der Wiedergeburt ein und spielt mit den möglichen Reinkarnationenen von Boonmee. Vor allem aber ist Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben ein sehr eigenwilliger Seelentrip, der für jeden Zuseher eine andere Erfahrung bietet.

Die wunderschönen Naturbilder und besonders die fabelhafte Tonebene sollen hypnotisieren und in Kombination mit der surrealen Atmosphäre eine Art Wachkoma im Zuseher hervorrufen. Im besten Fall führt dies zu einem ganz besonderen, traumwandlerischen Kinoerlebnis. Doch hier beginnen sich wohl auch die Geister zu scheiden. Denn wer nicht vollends vom Film absorbiert wird, der bekommt zwar einige meisterhaften Szenen geboten (wie die umwerfend aufsaugenden Unterwasseraufnahmen), wird sich auf Grund der Langsamkeit des Films aber auch öfters langweilen.

Denn der Film baut gänzlich darauf, dass der Zuseher in die erwünschte Trance kippt. Und obwohl die enorme Ruhe des Films für die eine Gruppe eine Offenbarung ist, zehrt sie doch bei allen an den Nerven, die nicht umkippen. Denn die Story gibt sich zwar offen, steht aber nicht so sehr in Mittelpunkt wie die reine Erfahrung des Kinobilds. Wer aber zu denen gehört, die der Film wirklich erreicht, der kann sich auf einen ganz besonderen Kinoabend einstellen.

Fazit:
Uncle Boonmee erinnert sich an seine frühren Leben wird das Publikum spalten. Wer in den Film kippt, wird dank der vortrefflichen Bild- und Tonebene in einen atemberaubenden Trancezustand versinken. Wer allerdings nicht reinkippt, bei dem wird die enorme Ruhe und Ereignislosigkeit wohl für Ermüdung sorgen. In jedem Fall ist Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben ein höchst eigenwilliger Film den jeder ganz individuell aufnehmen wird.

Wertung:
5/10 Punkte

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