Fair Game (2010)

OT: Fair Game - 108 Minuten - Action / Thriller / Drama
Fair Game (2010)
Kinostart: 26.11.2010
DVD-Start: 28.04.2011 - Blu-ray-Start: 28.04.2011
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Filmkritik zu Fair Game

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Es scheint als würde es die Regisseure der Bourne Filme nun zum Thema Irak-Krieg hinziehen. Denn nachdem uns Paul Greengrass zu Beginn des Jahres den fabelhaften Green Zone servierte folgt nun Doug Liman mit seinem Beitrag zum Thema Massenvernichtungswaffen. Doch qualitativ verhält es sich dabei ählich wie bei der Bourne Reihe: Paul Greengrass hat das Thema einfach besser im Griff, während Doug Liman zwar gute Ansätze zeigt, aber nicht das Maximum aus der Geschichte herausholen kann.

Valerie Plame (Naomi Watts) führt ein ganz normales Privatleben. Doch beruflich sieht es ganz anders aus, arbeitet sie doch beim CIA, was ausser ihrem Ehemann Joseph Wilson (Sean Penn) niemand wissen darf. Als Joseph, seinerseits immerhin ehemaliger Botschafter der USA, jedoch beginnt aktiv gegen den Krieg im Irak Stimmung zu machen und in einem Artikel in der New York Times die vergebliche Suche nach den Massenvernichtungswaffen kommentiert, kippt die Stimmung. Denn um Joseph zum Schweigen zu bringen lässt man die Tarnung von Valerie auffliegen, was beide in große Gefahr bringt...

Fair Game beruht auf einer wahren Geschichte, die in den USA hohe Wellen geschlagen hat, in Europa aber wohl an den meisten spurlos vorüber gezogen ist. Doch wo Fair Game in der Schilderung dieses Teilaspekts durchaus etwas Neues zu erzählen hat, ist der zweite Aspekt des Films weniger frisch. Denn der Hauptteil von Fair Game hinterfragt die Rechtmäßigkeit des Irak-Kriegs. Doch der große Aspekt der Weapons of Mass Destruction is ohnehin für die meisten schon durchgekaut, sodass dieser Punkt alleine zu wenig ist um einen solchen Film zu tragen.

Aber Fair Game schafft es auch nicht seinen Horizont zu erweitern. So lässt es sich der "agentenerfahrene" Doug Liman nicht nehmen Valerie Plame zu Beginn arg klischeehaft als toughe Agentin zu schildern. Später versucht er zwar ihren Charakter etwas differenzierter anzulegen, aber der Versuch auf den Pfaden eines Familiendramas zu wandern gelingt nicht wirklich. Emotional ist Fair Game leider viel zu unterkühlt als dass man wirklich mit den Figuren mitfiebern würde.

Zwar liefert der Film dennoch routiniertes Polit-Entertainment und besonders die engagierten Darbietungen von Sean Penn und Naomi Watts retten den Film teilweise. Sie versuchen ihren Figuren Facetten zu entlocken die das Drehbuch eigentlich nicht hergibt. Mehr als solide ist Fair Game auf Grund der zahlreichen Schwächen aber dennoch nicht. Dafür sitzt der Film zu sehr zwischen den Stühlen. Es gibt viel zu wenige gute Szenen (die Debatierszene am Küchentisch mit den Freunden wäre so eine) und das Hauptthema ist eigentlich schon wieder durchgekaut.

Fazit:
Fair Game ist ein solider, routinierter Polit-Thriller, der aber zu viele Schwächen hat, als dass man ihn wirklich empfehlen könnte. Der Agentenaspekt ist zu klischeebeladen, die emotionale Seite wirkt unterkühlt und das Hauptthema der Massenvernichtungswaffen im Irak ist leider schon durchgekaut. Zwar können Sean Penn und Naomi Watts durchaus überzeugen, aber gegen das etwas flache Drehbuch können sie auch nichts ausrichten. Potential ist vorhanden, aber mehr auch nicht.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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