Die Standesbeamtin (2009)

OT: Die Standesbeamtin - 94 Minuten - Romantik / Komödie
Die Standesbeamtin (2009)
Kinostart: 13.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Standesbeamtin

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Es ist kein Geheimnis, dass Filmemacher schon seit langer Zeit Probleme haben die Hürden der romantischen Komödie geschickt zu überwinden. Denn das Genre lebt nach starren Regeln und damit ein Film wirklich funktioniert braucht er zumindest eine gute Ausgangslage. Damit der Film wirklich gut wird, bedarf es noch mehr, aber das schaffen nur die wenigsten Produktionen ((500) Days of Summer war eine dieser Produktionen in letzter Zeit). Die Standesbeamtin schafft es jedoch leider nicht diese Hürden hinter sich zu lassen. Deshalb ist der Film leider auch nur akzeptable Unterhaltung aus der Retorte.

 

Rahel Hubli (Marie Leuenberger) arbeitet als Standesbeamtin in einer kleinen Stadt in der Schweiz. Ihr Beruf liegt ihr nicht besonders am Herzen, deshalb sind die meisten auch eher enttäuscht von ihren unpersönlichen Trauungen. Auch ihre Ehe mit Thomas (Beat Marti) läuft nicht besonders. Er interessiert sich kaum noch für sie. Da kommt ihre Jugendliebe Ben (Dominique Jann) wieder in die Stadt. Mit im Gepäck hat er seine Geliebte, die deutsche Schauspielerin Tinka Panzer (Oriana Schrage), die er heiraten möchte. Die Hochzeit soll Rahel durchführen. Doch bei allen Beteiligten kochen die Gefühle über…

 

Mit der Einführung der Protagonisten, im bieder-spießigen Beamtenmillieu bereitet Die Standesbeamtin den Zuseher schon einmal gut auf den restlichen Film vor. Jeder kennt die Atmosphäre, so richtig mögen tut sie keiner, alles ist irgendwie starr und fügt sich nicht locker ineinander, und dennoch muss man ab und zu irgendwie durch. Gilt nicht nur für die nervige Wartezeit beim Magistrat, sondern auch für so manchen Film. Und leider hat Die Standesbeamtin nur wenig eigentständige Ideen, die hier das Ruder herumreissen könnten.

 

Der Film versucht aber auch gar nicht erst aus seinem Kleinformat auszubrechen. Angesiedelt in einem kleinen Dorf, bandelt sich eine klassische Dreiecksgeschichte zwischen schweizer Dialekt und deutscher Hochsprache an, die jedoch kaum frische Impulse setzt, und deshalb von Anfang an zur Langeweile verdammt ist. Die gelangweilte Beamtin wird auch allzu bald aus ihrem langweiligen Leben gerissen, und darf ihrer Jugendliebe hinterherträumen. Dass es dabei wieder funkt, versteht sich quasi von selbst, wie die Geschichte ausgehen wird kann man sich ebenfalls bereits zusammenreimen.

 

Gut, man kann sicher argumentieren, dass solche Probleme mit dem Genre an sich einhergehen und so unrecht hat man da sicher nicht, aber leider schafft es der Film noch nicht einmal im Rahmen der Genreregeln besonders viel Spaß zu machen. Die Figuren wirken allzu konstruiert und vor allem berechnend geschrieben, das gesamte Setting gibt sich öde und passend zur gesamten Handlung geben sich auch die Gags verkrampft und kaum spritzig.

 

Dass so kein großer Film herauskommen kann ist klar, aber Die Standesbeamtin ist leider noch nicht einmal durchschnittlich unterhaltsam. Das Gefühl den selben Stoff schon tausend mal besser gesehen zu haben und die Abstinenz jeglicher Kinotauglichkeit, legen eine unprominente Sendezeit im TV eher nahe, als einen Besuch im Kino. Warum es der Film dennoch in die heimischen Lichtspielhäuser geschafft hat, bleibt wohl rätselhaft. Weiterempfehlen kann man Die Standesbeamtin jedoch nicht, denn ausser unterdurchschnittlichen Belanglosigkeiten bekommt man kaum etwas geboten. Zumindest echte Emotionen und kreative Einschübe sind dem Film sehr fremd.

 

Fazit:

Die Standesbeamtin ist ein Beweis dafür, dass misslungenen romantische Komödien aus der Retorte nicht nur aus Hollywood kommen, sondern auch in der Schweiz heimisch sein können. Weder Gefühl, noch Humor und schon gar nicht Kreativität sind hier zu finden und allzu bald stellt sich das Gefühl ein, dass der Film doch eigentlich viel besser ins Fernsehprogramm gepasst hätte. Muss man definitiv nicht gesehen haben.

 

Wertung:

3/10 Punkte

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