Kick Off (2010)

OT: Kick Off - 90 Minuten - Dokumentation
Kick Off (2010)
Kinostart: 07.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kick Off

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Der Homeles World Cup ist ein seit 2003 jährlich stattfindendes Straßenfußballtunier, das insofern etwas Besonders ist, ist die Teilnahme doch daran gebunden, dass man entweder zumindest vorübergehend als Obdachloser gelebt hat, seinen Lebensunterhalt als Straßenzeitungsverkäufer verdient, oder man Asylwerber ohne positiven Bescheid ist. Kurz gesagt spielen diejenigen, denen das Leben nicht gerade Rosen gestreut hat und die in diesem Fußballturnier eine Chance bekommen ihr Leben in eine neue Richtung zu lenken. Regisseur Hüseyin Tabak widmet ihnen mit seinem ersten Kinofilm Kick Off ein Denkmal.

 

Orhan, Serkan, Hansi und wie sie nicht alle heißen dürfen für Österreich zum nächsten Homeless World Cup nach Australien reisen. Zunächst dürfen sie jedoch ihre Geschichten erzählen. Aus ihrer Vergangenheit, aus ihrer Gegenwart, ganz allgemein aus ihrem Leben. Kick Off zeigt uns ihre Lebensumstände und wie sich in Australien viele Schicksale treffen, und sich für alle Beteiligten ein Lichtblick auftut. Der Fußball kehrt zu seinem Ursprung zurück: Spieler, denen es nicht ums Geld und nicht um den Ruhm geht, sondern einfach um die Freude am Spiel und die Hoffnung die daraus erwächst…

 

Kick Off wurde bei der diesjährigen Diagonale mit dem Preis der Jugendjury und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Und das kommt nicht von ungefähr, ist Hüseyin Tabak doch mit seinem ersten Langfilm ein wahrer crowd pleaser gelungen, der es schafft die Herzen des Publikums im Sturm zu erobern. Und das schafft der Film vor allem durch seine Authentizität. Aufgeteilt in zwei Abschnitte bringt uns Kick Off zunächst die Mitglieder der Fußballmannschaft geschickt näher, so dass wir später dann mit ihnen beim Turnier mitfiebern.

 

Das ist an sich ein simples Konzept, jedoch wirkt es in Kick Off nicht manipulierend. Stattdessen interessiert man sich wirklich für die Menschen der Mannschaft, und versucht ihnen Zeit zu geben ihre Geschichten zu erzählen. Der Zuseher bekommt somit einen kleinen Eindruck in die Welt dieser sympathischen Männer und erfährt etwas über sie. Und sie nutzen die Chancen auch um wirklich inspirierende und spannende kleine Geschichten über sich zu erzählen, und Kick Off gelingt dabei das Kunststück, dass sich die Menschen vor der Kamera wirklich öffnen, und die vierte Wand förmlich verschwindet, sodass sich der Zuseher quasi als Gesprächspartner der Protagonisten sieht.

 

Im zweiten Abschnitt geht es dann an das Fußballturnier und weil Kick Off zuvor so viel Zeit damit verbracht hat uns die Menschen in den Trikots nahe zu bringen fiebert man auch wirklich mit ihnen mit. Kick Off ist dabei vor allem eines: Äußerst charmant und liebenswert, und so richtig viel Negatives kann man kaum über den Film sagen. Dazu nimmt er sich seines Themas zu engagiert an und überträgt die Freude am Spiel aller Beteiligter zu gut ins Publikum.

 

Dabei sagt der Film auch einiges zwischen den Zeilen: Über Integration, über Drogen, über Liebe, über das ganze Leben eben. Und dabei gelingt es dem Film auch noch, dass er überaus kurzweilig und unterhaltsam bleibt. Ein Glücksgriff sind dabei natürlich besonders die „Hauptdarsteller“ mit ihrer Ausstrahlung und ihren Sympathiewerten, die mit Sicherheit viel zum Gelingen des Films beitragen. Alles in allem ist Kick Off also ein sehr sympathischer Film, der vieles richtig macht und der seinen Status als Publikumsliebling auch redlich verdient hat. Man darf gespannt sein auf die nächsten Arbeiten von Hüseyin Tabak.

 

Fazit:

Kick Off ist eine äußerst sympathische und unterhaltsame Dokumentation, die es schafft glaubhaft und charmant aus dem Leben zu erzählen. Die Mannschaft, die für Österreich zum Homeless World Cup 2008 geschickt wurde, bleibt dem Publikum sicher einige Zeit wohlwollend in Erinnerung. Kick Off ist ein klassischer crowd pleaser, über den man eigentlich nur wenige negative Worte verlieren kann. Charmantes Doku-Kino aus Österreich.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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