Die Schachspielerin (2009)

OT: Joueuse - 97 Minuten - Drama
Die Schachspielerin (2009)
Kinostart: 07.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Schachspielerin

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Héléne (Sandrine Bonnaire) lebt in einem kleinen Dorf auf Korsika. Ihr Geld verdient sie in als Zimmermädchen in einem Hotel. Oberflächlich scheint mit ihrer Ehe und ihrer Tochter alles zu stimmen, doch eine gewisse Leere durchzieht ihr monotones Leben. Doch eines Tages beobachtet sie ein verliebtes Paar, das auf der Terrasse Schach spielt und von da an hat sie das Fieber gepackt. Sie beginnt auch zu spielen, doch ihr Mann zeigt kein Interesse daran. Also übt sie mit dem Schachcomputer, bis sie schließlich die Gelegenheit hat mit dem geübten Spieler Dr. Kröger (Kevin Kline) zu spielen, der ihr Talent erkennt und ihr das Spiel näher bringt…

 

Es ist ja an sich sehr schade, denn eigentlich hätte man sich von Caroline Bottaros Regiedebüt, alleine auf Grund der Hauptdarsteller, zumindest einen durchschnittlichen Film erwarten können. Mit Die Schachspielerin scheitert die Regisseurin jedoch leider auf ganzer Linie, was vor allem der allzu klischeehaften Inszenierung und der langweiligen, eingerosteten Story zu verdanken ist. Kitschpotential besteht an allen Ecken und Enden, jedoch ist es gar nicht der Kitsch, der den Film scheitern lässt, sondern viel eher die Abwesenheit jeglicher glaubwürdiger Emotion.

 

Der erste Fehler ist schon einmal, dass man sich nur allzu sehr in diversen visuellen Klischees suhlt. Vom traumhaften Korsika, über die schöne Villa des gebildeten Dr. Kröger hin zur etwas heruntergekommen Wohnung von Héléne. Man badet hier förmlich im Versuch den Figuren einen Stempel aufzudrücken und sie in passende Klischees zu drücken. Organisch ist hier kaum etwas, berührend schon gar nicht. Stattdessen hat man von Anfang an den Eindruck eines starren Films, ja fast eines toten Films, der kaum etwas richtig macht.

 

Kaum deshalb, weil es zumindest Sandrine Bonnaire teilweise gelingt die durch Mark und Bein dringenden Schwächen des Films vergessen zu lassen. Mit ihrem Gott gegebenen Charme, ihrem Espirit und ihrer Leichtigkeit entlockt sie sogar den starren Strukturen eines solchen Films einen Hauch von Leben, was dem Zuseher zumindest einen Anhaltspunkt liefert den Film durchzuhalten. Kevin Kline hingegen müht sich mit einer lustlosen Performance ab, die den Film nicht wirklich bereichert, und die wohl auch jeder andere spielen könnte.

 

Im Kern ist Die Schachspielerin eine Art Feminismusgeschichte und handelt von einer Frau, die sich aus den Zwängen ihres langweiligen Lebens befreit und versucht ihre Leidenschaften zu verwirklichen. Dem Film gelingt es jedoch nicht diese Leidenschaft zu transportieren. Der Film gibt sich lustlos, selbst die Schachszenen, in denen Héléne eigentlich aufblühen sollte, wirken eingerostet und starr. Man hat fast den Eindruck, dass die Filmemacher selbst nicht so genau wussten was sie eigentlich sagen wollen. Denn Die Schachspielerin drückt sich verkrampft aus und stellt wohl für kaum eine Zielgruppe einen nennenswerten Mehrwert dar.

 

Fazit:

Die Schachspielerin ist eine leidenschaftslose, trockene und uninspirierte Produktion, die es kaum versteht den Funken einer Emotion zu übermitteln. Gut, Sandrine Bonnaire spielt bemüht und schafft es tatsächlich manchmal die starren Strukturen des Films vergessen zu lassen. Aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Schachspielerin ist ein schlicht langweiliger Film, der sich lediglich in Klischees suhlt und leider kaum etwas richtig macht.

 

Wertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 2
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