Iron Man 2 (2010)

Iron Man 2
Iron Man 2
OT: Iron Man 2

Filmstart: 06.05.2010 | Laufzeit: | SciFi-Action

IronMan2-Scene01Im Jahr 2008 gelang Jon Favreau was ihm vorher wohl kaum jemand zugetraut hätte: Mit seiner ersten Blockbusterinszenierung hievte er den, eher nur Insidern bekannten, Comichelden Iron Man aus der Versenkung und verhalf ihm zu einem Millionenpublikum. Insgesamt 585 Millionen Dollar spülte der Film weltweit in die Kassen und konnte Kritiker wie Publikum gleichermaßen begeistern. Dementsprechend skeptisch waren viele bezüglich der Fortsetzung. Doch alle Zweifel können beerdigt werden: Iron Man 2 ist eine Spaßgranate voll mit Testosteron und ausgestattet mit viel Unterhaltungswert.

 

Vor sechs Monaten hat Tony Stark (Robert Downey Jr.) der Welt verraten, dass es er ist, der unter dem Iron Man Anzug steckt. Seither hatte der Playboy-Millionär einiges zu tun. Dank ihm herrscht nun Frieden auf der Welt, doch die US-Regierung ist noch nicht zufrieden gestellt. Man fürchtet, dass andere Staaten bereits an einem eigenen Iron Man Anzug basteln, deshalb will man Stark dazu zwingen den Anzug dem Militär zu übergeben, damit die Landesverteidigung nicht in der Hand eines einzelnen Mannes liegt. Doch Stark hat andere Probleme: Die radioaktive Energieversorgung seines Körpers vergiftet sein Blut und ihm bleibt nicht mehr allzu viel Zeit einen ungiftigen Ersatz zu finden. Deswegen befördert er seine Sekretärin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) zum CEO seiner Firma. Und auch aus anderen Ecken kommt Bedrohung: Der undurchsichtige Russe Whiplash (Mickey Rourke) trachtet nach seinem Leben und sein Konkurrent Justin Hammer (Sam Rockwell) will seine Rolle als Marktführer übernehmen…

 

IronMan2-Scene02Jon Favreau hält scheinbar nicht allzu viel vom Leisetreten. Gleich von Beginn an macht er klar, dass bei Iron Man 2 alle Weichen auf pure Unterhaltung gestellt sind. Am Anfang steht die Einführung des neuen Bösewichts Whiplash und es ist schön, dass bereits relativ früh klar wird, dass man sich die Kritik am schwachen Bösewicht des ersten Teils zu Herzen genommen hat. Denn Mickey Rourke macht als durchgeknallte, tragische Figur alles richtig und entwickelt genau die nötige Präsenz: Er stellt sich nicht über (den erneut großartigen) Robert Downey Jr., aber seine Figur bekommt genügend Luft und Background um zu überzeugen.

 

Dynamisch geht es weiter mit einem Flugzeugsprung von Iron Man unterlegt mit dröhnendem AC/DC Sound und gipfelnd in einer Bühnenshow mit leicht bekleideten Damen, was den Grundton von Iron Man 2 schon sehr gut auf den Punkt bringt. Der Film ist nur so zum Bersten gefüllt mit Testosteron und Machoenergie. Sei es die Musik, das charmant chauvinistische Playboytum von Tony Stark oder die krachende Action, Iron Man 2 ist ein Fest für alle Freunde des lockeren Blockbusterkinos. Dank zahlreichen Technikspielereien hält der Film auch für SciFi Fans etwas bereit und schafft es durch die Bank für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen.

 

IronMan2-Scene13Speziell in der ersten Hälfte hat Regisseur Jon Favreau alles unter Kontrolle. Wir sehen Tony Stark in seinem Element, die Storyfäden werden ausgelegt, Whiplash wird als Bösewicht lanciert während Sam Rockwell als ergänzender Gegenspieler aufgebaut wird und schließlich die gesamte Dynamik des Film in einem ersten Actionhöhepunkt während des Grand Prix von Monacco gipfelt. Der furios auftrumpfende Mickey Rourke, der mit seinen Energiepeitschen die Autos zerlegt, ist sicher ein Anblick den man nicht allzu schnell vergisst.

 

In der zweiten Hälfte fällt der Film zwar ein bisschen ab, aber trotzdem kann man Iron Man 2 seinen durchgehenden Unterhaltungsspiegel nicht madig reden. Es ist einfach zu köstlich Robert Downey Jr. in seiner Rolle zu sehen und ihn beim Sprücheklopfen und Herumbasteln zu sehen. Dabei fällt auch auf, dass es vergleichsweise wenige Actionszenen im Film gibt, was insofern auch gut ist, da die wahre Stärke von Iron Man 2 ohnehin im komödiantischen liegt und die Action nur das Sahnehäubchen ist.

 

IronMan2-Scene03Sehr erwähnenswert ist natürlich auch das großartige Darstellerensemble. Don Cheadle, der für Terrence Howard eingesprungen ist, weil man sich mit diesem vertraglich nicht einigen konnte, fällt dabei nicht so besonders auf. Ähnlich wie Howard legt auch er die Rolle relativ farblos an, und schafft es nicht wirklich die Show an sich zu reissen. Über jeden Zweifel erhaben ist natürlich erneut Robert Downey Jr., dem bei dieser Rolle förmlich das Herz aufgeht, aber auch Gwyneth Paltrow bringt wieder genüngend Charme mit um zu überzeugen. Richtig gut sind jedoch die Neuzugänge: Mickey Rourke ist ein klar besserer Bösewicht als Jeff Bridges im ersten Teil, Sam Rockwell als schelmischer Gegenspieler weiß auch zu gefallen, und als Highlight fürs Auge kann vor allem Scarlett Johansson punkten.

 

Auffällig ist auch, dass sich Marvel sichtlich Mühe gegeben hat bereits alle Weichen für die kommende All-Star-Comicverfilmung The Avengers zu stellen. Samuel L. Jackson alias Nick Fury wird dieses Mal etwas schöner in den Film integriert und auch dank Scarlett Johanssons Auftritt als Black Widow bekommt man schon einmal den Eindruck, dass The Avengers durchaus unterhaltsam werden könnte. Nach dem Abspann gibt es übrigens wieder eine kleine Szene, die ebenfalls auf The Avengers, bzw. ein konkretes Mitglied der Organisation verweist. Vielleicht wirkt es an manchen Stellen etwas zu aufdringlich wie man hier versucht bereits The Avengers zu etablieren, aber es hält sich noch im Rahmen.

 

IronMan2-Scene05Doch kleine Schwächen dämpfen auch Iron Man 2 etwas ab. So ist es genau wie beim ersten Teil so, dass es dramaturgisch einige Dämpfer gibt, bzw. der Film eher aus unterhaltsamen Einzelteilen besteht, aber die Story an sich nicht so besonders ist. Auch ist es schade, dass Mickey Rourke zunächst ausgezeichnet als Bösewicht eingeführt wird, aber später dann (nach seinem starken Auftritt beim Grand Prix) etwas an Farbe verliert und nicht mehr so überzeugen kann. Auch kann Iron Man 2 die Erwartungen nach der sehr starken ersten Hälfte nicht ganz erfüllen und fällt danach etwas ab. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Iron Man 2 ist eine Achterbahn für alle unterhaltungssüchtigen Testosteronfans, die dem Blockbusterkino nicht abgeneigt sind. Eine Spaßgranate die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Fazit:

Iron Man 2 macht wirklich sehr viel richtig. Der Film steigt bereits von Anfang an aufs Gaspedal und überzeugt mit treibenden Rocktönen zu knallender Unterhaltung. Dank Mickey Rourke verfügt der Film auch über einen besseren Bösewicht als sein Vorgänger. Speziell in der ersten Hälfte liefert Iron Man 2 somit prächtige Unterhaltung, an der es eigentlich kaum etwas auszusetzen gibt. Danach fällt der Film jedoch leider etwas ab. Der Gute-Laune-Faktor sinkt etwas und Mickey Rourke wird in der zweiten Hälfte (nach dem er so gut etabliert wurde) leider etwas verschenkt. Aber nichtsdestotrotz sorgt Iron Man 2 durchgehend für einen sehr hohen Unterhaltungspegel, wofür sich Marvel mal wieder bei Robert Downey Jr. bedanken darf. Alle die etwas mit bombastischem Testosteronkino anfangen können sollten sich schon einmal einen Termin freihalten. Denn obwohl Schwächen vorhanden sind: Mit seinem fast schon kindlichen Spieltrieb wenn es um die technischen Spielereien geht und dem schlitzohrigen Chauvinismus von Robert Downey Jr. ist Iron Man 2 schlicht eine Spaßgranate.

 

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8/10 Punkte

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User-Kritiken

Durchschnittliche Bewertung von: 18 Benutzern

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6.9  (18)
 
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6/10

starke erste Stunde

und dann zieht sich alles leider wie Kaugummi. Glücklicherweise ist der "Endgegner- Fight" dann wieder dermaßen gut gelungen, dass der Film echt passabel in Erinnerung bleibt. Downey- Jr. nervt halt durchgehend ;)

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8/10

Iron Man 2

Aus meiner Sicht ein schwer unterhaltsamer und gelungener Blockbuster, der sich durchwegs seine Kurzweiligkeit behält. Perfekt geeignet für die leichte Zerstreuung für Zwischendurch.

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7/10

typischer 2.Teil eines guten Films

Die Idee mit der Achterbahn finde ich als Vergleich nicht schlecht ... hier können aber eben die schon bekannten Highlights des Kurses nicht mehrfach voll zünden.

Insgesamt ein absolut hocklassiger Action-Film mit allem was dazugehört (Helden-Krise, neue Freunde & Feinde, ...), aber alle so überraschend unterhaltsamen Ideen des ersten Teils verlieren dann doch ein bischen ihre Wirkung (One-Liner Tony Stark, Helden-Läuterung als Dauerthema, Waffenbranche, ...).

Gute Unterhaltung, keine Überraschungen.

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4/10

War das der gleiche Film...

..den ich gesehen hab? Kann absolut nicht nachvollziehen, warum dieses Deaster eines Films als Spaßgranate gelten soll.
Favreau begibt sich mit Iron Man 2 von Beginn an auf dünnes Eis: Der zum Himmel gerichtete Schrei von Mickey Rourke anlässlich des Todes seines Vater (gefolgt von einem Schluck aus der Wodkaflasche, er ist ja immerhin Russe) stimmt schon auf belanglose Comicverfilmungs-Dutzendware ein, der weitere Handlungsverlauf bestätigt die Befürchtungen.
Klar, ein nihilistisch-narzisstischer Charakter, gespielt von Robert Downey Jr., kann jetzt nicht so enorm viele Facetten hervorbringen wie eine in der Realität angesiedelte Figur (mit Ausnahmen), da ja sonst der Wiedererkennungswert und die Eigenschaften aus der Vorlage verloren gehen würden.

Das Favreau sein wackeliges Handlungsgerüst aber mit keinerlei Ambitionen hinsichtlich Figuren oder deren Entwicklung innerhalb der Story vorantreibt, ist schon verwunderlich. Im Gegenteil: die noch im Vorgängerteil als verbal sehr schlagfertig etablierte Gwyneth Paltrow verkommt bis zum Ende hin zur hilflos kreischenden Frau in Not; Sam Rockwell ist in seiner Rolle als unterlegener Konkurrent von Downey Jr. eine noch humorlosere Variante des unglücklichen Geschäftsmannes als Kevin Spaceys Lex Luthor in Superman Returns und Scarlett Johanssons filmische Relevanz wird auf hübschen Blickfang reduziert (verständlich, aber dennoch ist da viel mehr rauszuholen!).
Natürlich bietet das mehr als 2-stündigen Werk auch mal einige Actionsequenzen und ein paar Lacher dank Downey Jr., das Niveau des gesamten Werks befindet sich - wenn man bei Comicverfilmungen bleibt - auf knapp einer Stufe mit Spiderman 3, X-Men 3, Fantastic Four 2 oder eben Superman Returns.

Dramaturgisch Gehaltvolles, Mitreißendes oder gar Überraschendes a la The Dark Knight, Hellboy oder Watchmen sollte man sich also nicht erwarten, schon allein aufgrund der Tatsache, das Ironman das größte Superhelden-Problem mit Superman teilt: keine interessanten Bösewichte. Da kann Rourke noch so viel Zahnstocher kauen und seine schmutzigen Fingernägel in die Kamera halten, eine Auseinandersetzung kann auf der psychologischen Ebene nicht stattfinden, weswegen es auf die physische, also optische beschränkt bleibt. Wer nur damit zufrieden ist wird aber mit zwei kurzen Actionsequenzen, wo Rourke hauptsächlich herumsteht und böse aussieht, auch nicht wirklich bedient.

Trotz der großen und vielversprechenderen Konkurrenz im Genre (von den Graphic Novels gar nicht zu sprechen) wird also das an die Krach-Bumm-Hirn-Aus-Actionfilme-gewöhnte Publikum sicher dennoch die Kinosäle stürmen, den unendlich langen sowie ereignislosen zweiten Akt angesichts eines augen- und ohrenbetäubenden Finales vergessen und gespannt auf den dritten Teil warten.

Keine Achterbahnfahrt, sondern eine einsame Runde im Autodrom.

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