Iron Man 2 (2010)

OT: Iron Man 2 - 133 Minuten - SciFi / Action
Iron Man 2 (2010)
Kinostart: 06.05.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
9065
Bewerten:

Filmkritik zu Iron Man 2

Von am

Im Jahr 2008 gelang Jon Favreau was ihm vorher wohl kaum jemand zugetraut hätte: Mit seiner ersten Blockbusterinszenierung hievte er den, eher nur Insidern bekannten, Comichelden Iron Man aus der Versenkung und verhalf ihm zu einem Millionenpublikum. Insgesamt 585 Millionen Dollar spülte der Film weltweit in die Kassen und konnte Kritiker wie Publikum gleichermaßen begeistern. Dementsprechend skeptisch waren viele bezüglich der Fortsetzung. Doch alle Zweifel können beerdigt werden: Iron Man 2 ist eine Spaßgranate voll mit Testosteron und ausgestattet mit viel Unterhaltungswert.

 

Vor sechs Monaten hat Tony Stark (Robert Downey Jr.) der Welt verraten, dass es er ist, der unter dem Iron Man Anzug steckt. Seither hatte der Playboy-Millionär einiges zu tun. Dank ihm herrscht nun Frieden auf der Welt, doch die US-Regierung ist noch nicht zufrieden gestellt. Man fürchtet, dass andere Staaten bereits an einem eigenen Iron Man Anzug basteln, deshalb will man Stark dazu zwingen den Anzug dem Militär zu übergeben, damit die Landesverteidigung nicht in der Hand eines einzelnen Mannes liegt. Doch Stark hat andere Probleme: Die radioaktive Energieversorgung seines Körpers vergiftet sein Blut und ihm bleibt nicht mehr allzu viel Zeit einen ungiftigen Ersatz zu finden. Deswegen befördert er seine Sekretärin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) zum CEO seiner Firma. Und auch aus anderen Ecken kommt Bedrohung: Der undurchsichtige Russe Whiplash (Mickey Rourke) trachtet nach seinem Leben und sein Konkurrent Justin Hammer (Sam Rockwell) will seine Rolle als Marktführer übernehmen…

 

Jon Favreau hält scheinbar nicht allzu viel vom Leisetreten. Gleich von Beginn an macht er klar, dass bei Iron Man 2 alle Weichen auf pure Unterhaltung gestellt sind. Am Anfang steht die Einführung des neuen Bösewichts Whiplash und es ist schön, dass bereits relativ früh klar wird, dass man sich die Kritik am schwachen Bösewicht des ersten Teils zu Herzen genommen hat. Denn Mickey Rourke macht als durchgeknallte, tragische Figur alles richtig und entwickelt genau die nötige Präsenz: Er stellt sich nicht über (den erneut großartigen) Robert Downey Jr., aber seine Figur bekommt genügend Luft und Background um zu überzeugen.

 

Dynamisch geht es weiter mit einem Flugzeugsprung von Iron Man unterlegt mit dröhnendem AC/DC Sound und gipfelnd in einer Bühnenshow mit leicht bekleideten Damen, was den Grundton von Iron Man 2 schon sehr gut auf den Punkt bringt. Der Film ist nur so zum Bersten gefüllt mit Testosteron und Machoenergie. Sei es die Musik, das charmant chauvinistische Playboytum von Tony Stark oder die krachende Action, Iron Man 2 ist ein Fest für alle Freunde des lockeren Blockbusterkinos. Dank zahlreichen Technikspielereien hält der Film auch für SciFi Fans etwas bereit und schafft es durch die Bank für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen.

 

Speziell in der ersten Hälfte hat Regisseur Jon Favreau alles unter Kontrolle. Wir sehen Tony Stark in seinem Element, die Storyfäden werden ausgelegt, Whiplash wird als Bösewicht lanciert während Sam Rockwell als ergänzender Gegenspieler aufgebaut wird und schließlich die gesamte Dynamik des Film in einem ersten Actionhöhepunkt während des Grand Prix von Monacco gipfelt. Der furios auftrumpfende Mickey Rourke, der mit seinen Energiepeitschen die Autos zerlegt, ist sicher ein Anblick den man nicht allzu schnell vergisst.

 

In der zweiten Hälfte fällt der Film zwar ein bisschen ab, aber trotzdem kann man Iron Man 2 seinen durchgehenden Unterhaltungsspiegel nicht madig reden. Es ist einfach zu köstlich Robert Downey Jr. in seiner Rolle zu sehen und ihn beim Sprücheklopfen und Herumbasteln zu sehen. Dabei fällt auch auf, dass es vergleichsweise wenige Actionszenen im Film gibt, was insofern auch gut ist, da die wahre Stärke von Iron Man 2 ohnehin im komödiantischen liegt und die Action nur das Sahnehäubchen ist.

 

Sehr erwähnenswert ist natürlich auch das großartige Darstellerensemble. Don Cheadle, der für Terrence Howard eingesprungen ist, weil man sich mit diesem vertraglich nicht einigen konnte, fällt dabei nicht so besonders auf. Ähnlich wie Howard legt auch er die Rolle relativ farblos an, und schafft es nicht wirklich die Show an sich zu reissen. Über jeden Zweifel erhaben ist natürlich erneut Robert Downey Jr., dem bei dieser Rolle förmlich das Herz aufgeht, aber auch Gwyneth Paltrow bringt wieder genüngend Charme mit um zu überzeugen. Richtig gut sind jedoch die Neuzugänge: Mickey Rourke ist ein klar besserer Bösewicht als Jeff Bridges im ersten Teil, Sam Rockwell als schelmischer Gegenspieler weiß auch zu gefallen, und als Highlight fürs Auge kann vor allem Scarlett Johansson punkten.

 

Auffällig ist auch, dass sich Marvel sichtlich Mühe gegeben hat bereits alle Weichen für die kommende All-Star-Comicverfilmung The Avengers zu stellen. Samuel L. Jackson alias Nick Fury wird dieses Mal etwas schöner in den Film integriert und auch dank Scarlett Johanssons Auftritt als Black Widow bekommt man schon einmal den Eindruck, dass The Avengers durchaus unterhaltsam werden könnte. Nach dem Abspann gibt es übrigens wieder eine kleine Szene, die ebenfalls auf The Avengers, bzw. ein konkretes Mitglied der Organisation verweist. Vielleicht wirkt es an manchen Stellen etwas zu aufdringlich wie man hier versucht bereits The Avengers zu etablieren, aber es hält sich noch im Rahmen.

 

Doch kleine Schwächen dämpfen auch Iron Man 2 etwas ab. So ist es genau wie beim ersten Teil so, dass es dramaturgisch einige Dämpfer gibt, bzw. der Film eher aus unterhaltsamen Einzelteilen besteht, aber die Story an sich nicht so besonders ist. Auch ist es schade, dass Mickey Rourke zunächst ausgezeichnet als Bösewicht eingeführt wird, aber später dann (nach seinem starken Auftritt beim Grand Prix) etwas an Farbe verliert und nicht mehr so überzeugen kann. Auch kann Iron Man 2 die Erwartungen nach der sehr starken ersten Hälfte nicht ganz erfüllen und fällt danach etwas ab. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Iron Man 2 ist eine Achterbahn für alle unterhaltungssüchtigen Testosteronfans, die dem Blockbusterkino nicht abgeneigt sind. Eine Spaßgranate die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Fazit:

Iron Man 2 macht wirklich sehr viel richtig. Der Film steigt bereits von Anfang an aufs Gaspedal und überzeugt mit treibenden Rocktönen zu knallender Unterhaltung. Dank Mickey Rourke verfügt der Film auch über einen besseren Bösewicht als sein Vorgänger. Speziell in der ersten Hälfte liefert Iron Man 2 somit prächtige Unterhaltung, an der es eigentlich kaum etwas auszusetzen gibt. Danach fällt der Film jedoch leider etwas ab. Der Gute-Laune-Faktor sinkt etwas und Mickey Rourke wird in der zweiten Hälfte (nach dem er so gut etabliert wurde) leider etwas verschenkt. Aber nichtsdestotrotz sorgt Iron Man 2 durchgehend für einen sehr hohen Unterhaltungspegel, wofür sich Marvel mal wieder bei Robert Downey Jr. bedanken darf. Alle die etwas mit bombastischem Testosteronkino anfangen können sollten sich schon einmal einen Termin freihalten. Denn obwohl Schwächen vorhanden sind: Mit seinem fast schon kindlichen Spieltrieb wenn es um die technischen Spielereien geht und dem schlitzohrigen Chauvinismus von Robert Downey Jr. ist Iron Man 2 schlicht eine Spaßgranate.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.1/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 80
10 /10
8%
9 /10
13%
8 /10
24%
7 /10
28%
6 /10
9%
5 /10
10%
4 /10
8%
3 /10
3%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Iron Man
Iron Man 3 (2013)
Marvel
Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)
Rollerball (2002)
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith
Star Wars Episode 2: Angriff der Klonkrieger
X-Men 2 (2003)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015