Crnci - The Blacks (2009)

OT: Crnci - 75 Minuten - Krieg / Drama
Crnci - The Blacks (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Crnci - The Blacks

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Kurzkritik im Rahmen des Crossing Europe Festivals 2010:

 

Es ist der erste Tag des fragilen Waffenstillstandes. Doch die Crnci (The Blacks) werden an diesem Tag keine Ruhe finden. Am Vortag sind ihre Kameraden in einen Hinterhalt geraten, und die serbischen Radiosender spielen die letzten Momente der sterbenden Soldaten, um ihr Volk zu belustigen. Das lassen die Crnci natürlich nicht auf sich sitzen, und brechen auf um sich zu rächen. Der Waffenstillstand spielt keine Rolle mehr…

 

Man sollte von der Inhaltsangabe keinen falschen Eindruck bekommen. Crnci ist sicher kein Actionreisser sondern ein reflektierender Film, der versucht in die Psyche der Charaktere vorzudringen und das menschliche Verhalten im Krieg auszuloten. Ein einfacher Film ist Crnci dabei sicher auch nicht, wird auf Unterhaltung doch großteils verzichtet, und stattdessen ein teilweise etwas sperriges Psychogramm erschaffen, an dem man sich aktiv beteiligen muss.

 

Erzählerisch rollt Crnci die Ereignisse zunächst von hinten auf. Der Film beginnt mit dem Feldzug der Crnci und ihrem unrühmlichen Ende, und widmet sich in Folge der Tatsache wie es zu diesem Finale gekommen ist. Intensität wird dabei vor allem durch knallharte Reduktion erreicht. Schauplätze gibt es nur wenige, die Handlung ist einfach gehalten, auch die Anzahl der relevanten Figuren ist sehr begrenzt. Doch diese Reduktion schadet dem Film nicht.

 

In kühlen Bildern und mit einem radikal-aggressiven Unterton ausgestattet erzeugt Crnci eine faszinierende Atmosphäre, die es schafft sämtliche Charaktere durch kleine Gesten und wenige Worte zu charakterisieren und dem Zuseher eine Projektionsfläche zu geben. Man kann die Vergangenheit der Figuren förmlich vor sich aufgehen sehen, ohne wirklich viel über sie zu erfahren. Und gerade hier liegt wohl auch die große Stärke des Films: Tatsächlich überlässt Crnci viel dem Zuseher, und liefert nur Anhaltspunkte in welche Richtung sich die Vorstellung bewegen sollte.

 

Wie bereits erwähnt sollten all jene die sich konventionelles Unterhaltungskino erwarten einen großen Bogen um Crnci gehen. Aber wer sich auf den eher spröden und minimalistischen Stil einlassen kann, der bekommt einen intensiven und ansprechenden Film zu sehen, der es versteht die Schrecken des Krieges und den damit einhergehenden moralischen Verfall, bzw. das Aufkommen eigener Moralkodexe zu visualisieren. Den Gewinn des Wettbewerbs beim Crossing Europe Filmfestival hat sich Crnci jedenfalls verdient.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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