Legion (2010)

OT: Legion - 100 Minuten - Action / Thriller
Legion (2010)
Kinostart: 30.04.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Legion

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Nachdem sich Scott Stewart als Special-Effect Experte, unter anderem bei Filmen wie The Lost World – Jurassic Park und Star Wars Episode 1, einen Namen gemacht hat und schließlich seine eigene Effektschmiede The Orphanage gründete, bekam er die Chance sich auch beim Regieführen zu versuchen. Dass er mit seinem, auch selbst geschriebenen, Debüt Legion keinen Kreativpreis gewinnen wird, war abzusehen. Dass der Film aber noch nicht einmal seine, zweifellos vorhandenen, Trashjoker ausspielen kann und selbst als Actionreisser enttäuscht, überrascht aber dann doch etwas.

 

Gott ist mal wieder mächtig sauer auf die gesamte Menschheit. Von der Krone der Schöpfung hat er erstmal genug, und schickt deshalb Erzengel Michael (Paul Bettany) los um den Menschen den Gar aus zu machen. Doch dieser sieht die Lage etwas anders, schneidet sich die Flügel ab, und schlägt sich auf die Seite der Menschen. Gemeinsam mit Dinerbesitzer Bob Hanson (Dennis Quaid), dessen Sohn Jeep (Lucas Black), der Kellnerin Claire (Adrianne Palicki) und einigen Gästen verschanzt er sich in Bobs Diner, und wartet auf Gottes Antwort. Und dieser schickt Erzengel Gabriel (Kevin Durand) los, um die Sache zu klären...

 

Allen die dem guten alten Actionkino nicht abgeneigt sind und die auch eine gewisse Vorliebe für B-Movies haben, wird bei dieser äußerst trashigen Inhaltsangabe schon einmal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Es ist natürlich offensichtlich, dass hier alle Plotelemente aus diversen Ecken der Filmgeschichte zusammengeklaut wurden. Von Terminator, über God's Army bis diversen Zombiefilmmotiven ist alles drinnen was das Herz begehrt. Und obwohl sich Legion somit bereits von vorne herein die Chance nimmt etwas eigenständiges zu leisten, könnte der Film zumindest für gelungene, selbstironische Unterhaltung sorgen.

 

Doch das wäre wohl zu viel verlangt gewesen. Gott hat uns satt, und will uns von der Erde fegen. Das Problem dabei: Legion nimmt sich selbst so bierernst und übersieht dabei völlig welche tiefen Ironietäler da auf der Leinwand erscheinen. Das Trashpotential ist schier endlos, aber Legion versinkt lieber in pseudo-moralischen Dialogen, lässt die platten Figuren diversen Nonsense quasseln und ist dabei so mies geschrieben, dass ein Durchschnittsgroschenroman vom Bahnhofskiosk dagegen wie ein literarisches Meisterwerk erscheint. Und trotz allem findet sich kein Funken Ironie.

 

Auf der einen Seite ist das sogar ganz gut für den Spaßlevel, denn während des Films kann man sich köstlich über die Unzulänglichkeiten amüsieren. Das Problem ist nur, dass man nicht, wie in einem „guten“ Trashfilm, das Gefühl hat mit dem Film in einer ironischen Wechselbeziehung zu stehen, stattdessen macht man sich einfach nur über den Film lustig. Und das kann ja wohl nicht der Sinn des Ganzen sein. Effekttechnisch versteht der Spezialist Scott Stewart sein Handwerk sicherlich. Aber als Regisseur sollte er dann doch noch etwas üben, bevor man ihn an den nächsten Blockbuster ranlässt.

 

Denn wie er hier seine Darsteller der Lächerlichkeit preis gibt verdient sich ja schon fast eine abschreckende Erwähnung in allen Kursen für Regieneulinge. Dennis Quaid darf seinen stumpfsinnigen, ewig gleichen Gesichtsausdruck in die Kamera werfen, Paul Bettany darf sich mit aller Energie durch die dümmlichsten Dialoge schlagen, und über Lucas Black werfen wir lieber gleich den Mantel des Schweigens. Dass Legion dazu auch noch äußerst schwach geschrieben und beliebig inszeniert ist, macht alles natürlich noch schlimmer. Etwas Unterhaltungswert bleibt aufgrund des gnadenlosen Scheiterns zwar vorhanden, aber mehr schon auch nicht.

 

Fazit:

Legion macht so ziemlich alles falsch was man falsch machen kann. Scheinbar hat hier keiner bemerkt, dass Story, Figuren und Inszenierung lediglich auf trashigem B-Movie Niveau sind. Denn sonst ist wohl kaum zu erklären warum niemand die Ironie erkannt hat, und aus Legion einen unterhaltsamen, selbstironischen No-Brainer gemacht hat. Stattdessen nimmt sich Legion über weite Strecken viel zu ernst. Gut, man kann daran Spaß haben sich über die Unfähigkeit des Films zu amüsieren. Aber recht viel mehr ist leider nicht möglich.

 

Wertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 3.7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 3
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