Die jungen Jahre des Erik Nietzsche (2007)

OT: De unge år: Erik Nietzsche sagaen del 1 - 100 Minuten - Drama / Komödie
Die jungen Jahre des Erik Nietzsche (2007)
Kinostart: 30.04.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die jungen Jahre des Erik Nietzsche

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Die jungen Jahre des Erik Nietzsche verdient sich alleine schon danke einer Tatsache Aufmerksamkeit: Das Drehbuch stammt von niemand geringeres als Lars von Trier, der mit seinen kraftvollen Arthouseperlen immer wieder die Sehgewohnheiten des Zusehers herausfordert. Die jungen Jahre des Erik Nietzsche besitzt dabei vor allem auch autobiographische Züge durch die uns Lars von Trier, in Gestalt seines Alter Ego Erik Nietsche, seine Leiden an der Filmschule näher bringt.

 

Erik Nietzsche (Jonatan Spang) ist ein intelligenter und schüchterner Mann, dessen Traum es ist auf die Filmschule zu gehen. Obwohl sein Einstiegswerk alles andere als begeistert aufgenommen wird, landet Nietsches Antrag dank eines Verfahrensfehler auf dem Stapel der aufgenommenen Studenten. Doch einmal in der Filmschule aufgenommen liegt das schwerste erst vor ihm. Mit seinem unkonventionellen Ansatz Filme zu drehen kann man dort nichts anfangen, er steht im direkten Wettbewerb mit seinen Studenten und die Professoren haben sowieso immer etwas auszusetzen, haben sie es doch selbst nie zu etwas gebracht, weshalb sie nun ihre Wut an den Folgegenerationen auslassen...

 

Die jungen Jahre des Erik Nietzsche offenbart seinen Autor nicht unbedingt direkt. Gut, inszeniert hat den Film schließlich auch Jacob Thuesen, aber dennoch hätte man eigentlich erwarten können, dass ein Film der von Lars von Trier geschrieben wurde und von dessen Leben inspiriert ist, etwas mehr von seiner Handschrift beinhaltet. Denn anstelle des eher unbequemen von Trier Stils ist Die jungen Jahre des Erik Nietzsche sehr konventionell gehalten und versucht eher durch klassische Unterhaltung zu punkten.

 

Doch zumindest auf dieser Ebene kann man dem Film eigentlich nur wenig vorwerfen. Vielleicht hätte man sich von Triers Abrechnung mit der Welt der Filmschulen etwas böser und zynischer vorgestellt, aber das Konzept funktioniert auch so ganz gut. Im Wesentlichen wird die Filmschule als Todesurteil der Kreativität gezeigt, wo die Studenten nur das Vorgekaute immer wiederholen müssen, neue Ansätze nur verlacht werden und Professoren eifersüchtig sind weil sie es selbst nie zu etwas gebracht haben.

 

Dies schildert der Film jedoch nicht verbittert, sondern mit einem sehr humorvollen Unterton. Erik Nietzsche kommt als gutmütiger junger Mann auf die Filmschule, und das einzige was er dort wirklich lernt ist es Leute reinzulegen und Situationen zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen. Auch das Filmhandwerk als solches wird hier in allen Formen gezeigt und gehuldigt, denn nicht wenige Szenen bestehen daraus den Teams bei den Dreharbeiten über die Schulter zu sehen. Auch die Filmtechnik nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein, und wird für Erik Nietzsche gar zum Lustobjekt.

 

In Szenen wo ein Student bspw. einfach die Rollen von Ein amerikanischer Freund bei der Projektion vertauscht und die Credits deshalb in der Mitte des Films auftauchen, was dazu führt, dass der Professor sich irgendetwas aus den Fingern saugt wie genial dieser Schachzug nicht vom Regisseur ist, offenbart Die jungen Jahre des Erik Nietzsche dass doch Potential im Film schlummert. Leider gibt sich der Rest jedoch allzu konventionell und obwohl der Film durch die Bank recht unterhaltsam ist, dringt er doch nicht allzu tief in die Materie vor. Wer also nur wegen Lars von Trier in den Film geht, der sollte vorher wissen, dass der Film stilistisch etwas ganz anderes als dessen Filme sind.

 

Fazit:

Die jungen Jahre des Erik Nietzsche ist ein sehr konventioneller Film, wenn man bedenkt, dass Lars von Trier das Drehbuch verfasst hat. Angelegt als fast klassische Komödie wird hier das System der verkrusteten Filmschulen kritisiert, und in autobiographischer Anlehnung auch die Vergangenheit von Lars von Trier zum Thema gemacht. Über weite Strecken funktioniert dieser Ansatz, da der Film angenehm kurzweilig und unterhaltsam ist, aber besonders in die Tiefe wird dabei nicht gegangen.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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