Hostel 2

OT: -  92 Minuten -  Horror
Hostel 2
Kinostart: 15.06.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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899
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Filmkritik zu Hostel 2

Von am

Nachdem Hostel letztes Jahr stolze 100 Millionen Dollar eingespielt hat, war es nur eine Frage der Zeit bis die Fortsetzung ins Kino kommt. Immerhin kann man einen solchen Horrorfilm relativ schnell und kostengünstig produzieren und bei der aktuellen Begeisterung für das Torture-Porn Genre ist ein Erfolg quasi garantiert. In die Schlagzeilen schaffte es der Film auch schon, da die FSK Einspruch einlegte und den Film nicht durchließ. Die Gore-Hounds witterten Blut und hoffen momentan auf einen Film, der die Grenzen der filmischen Brutalität nach oben schraubt. Diese Erwartungen möchte ich an dieser Stelle gleich mal eindämmen: In der Pressevorführung wurde die ungeschnittene Version des Films gezeigt und selbst diese konnte kaum schockieren. Wenn die FSK die angemerkten Schnitte durchführt, gibt es eigentlich kaum noch Gewalt in Hostel 2. (Dieses Review beinhaltet Spoiler zu den Folterszenen)

Paxton (Jay Hernandez) konnte sich am Ende von Hostel aus den Fängen einer Verbrecherorganisation befreien, die es reichen Geschäftsleuten ermöglicht gegen eine hohe Gebühr Menschen zu Tode zu foltern. Nun versteckt er sich gemeinsam mit einer Freundin in einem entlegenen Haus. Er wagt es nicht zur Polizei zu gehen, da er befürchtet, dass die Organisation überall ihre Fänge ausgebreitet hat. Während Paxtons Freundin seine Paranoia nicht versteht erweist sich dessen Verdacht bald als berechtigt und die beiden bekommen bald schon unliebsamen Besuch.

Während dessen beschließen die drei Amerikanerinnen Beth (Lauren German), Lorna (Heather Matarazzo) und Whitney (Bijou Philips), die gemeinsam in Rom Kunst studieren, einen Ausflug nach Prag zu unternehmen. Das schöne Model Axelle (Vera Jordanova) überredet sie stattdessen im Zug mit ihr in ein Wellnesshotel in die Slowakai zu fahren. Als sie dort ankommen und im Hostel einchecken, werden ihre Leben bereits versteigert. Die beiden Freunde Todd (Richard Burgi) und Stuart (Roger Bart) haben sich das Recht gekauft zwei der Mädchen zu Tode zu foltern. Der Wettlauf um das Leben der Studentinnen hat bereits begonnen...

Es ist zugegeben etwas schwer Hostel 2 richtig zu bewerten. Als schockierender Horrorfilm ist er definitiv gescheitert. Das Drehbuch hat riesige Löcher und strotzt nur so vor Dummheit. Figuren tauchen immer auf sobald sie benötigt werden, die Charaktere könnten nicht klischeehafter sein und in seinem ganzen Aufbau versprüht Hostel 2 mehr Trashflair als Grauen. Doch ist es gerade dieser Trashfaktor, der den Film vorm Absturz rettet. Durch die vielen unfreiwillig komischen Szenen ergibt sich ein morbider Unterhaltungswert, der mir persönlich sehr gefallen hat.

Doch ob dies wirklich die Absicht von Eli Roth war, wage ich zu bezweifeln. Denn um wirklich als Unterhaltungsfilm durchzugehen, ist der Film der breiten Masse sicher zu brutal. Der Film sollte schocken, aber die Fähigkeiten des Regisseurs reichten eben dazu nicht aus und so ist ein unterhaltendes Trashmovie herausgekommen. Die Horrorfans werden sich nun sicher fragen warum es denn dazu gekommen ist, dass ich so über den Film schreibe. Sagen wir es so: Ansätze sind sicher vorhanden, und warum aus Hostel 2 nicht mehr geworden ist werde ich nun beschreiben.

Viele haben am ersten Teil die lange Einleitung kritisiert, bevor es zu den ersten Folterungen kam. Ich muss zugeben dass ich den ersten Abschnitt von Hostel durchaus mochte. Die Figuren wurden unterhaltsam eingeführt und als Zuseher konnte man Sympathien zur Truppe aufbauen. Allerdings muss ich sagen dass diese Aufbauarbeit später nicht gut genug weitergenutzt wurde und deshalb die Einleitung im Vergleich zum Folterteil etwas zu lange war. Hostel 2 bessert nun keinesfalls die Fehler des Vorgängers aus, sondern baut sogar ein paar Fehler mehr ein.

Was zuerst auffällt wenn der Film zu Ende ist, ist dass Teil 2 im Prinzip genau gleich wie Teil 1 ist, nur dass die Hauptfiguren Frauen sind. Ansonsten wird die Geschichte nahezu eins zu eins wiederholt. Ein Punkt wurde allerdings vollkommen anders gelöst: War es in Hostel gerade das schemenhafte Auftreten der Organisation, welches den Zuseher ängstigte, wird in Hostel 2 ein Einblick in die Struktur der Folterer gewährt. Zunächst ist es durchaus interessant etwas mehr über die Drahtzieher zu erfahren, aber dennoch bringt es die Atmosphäre etwas zum bröckeln.

Auch ansonsten kann Hostel 2 eigentlich nie Intensität aufbauen. Dadurch dass in der Einleitung auch Platz für die Foltertruppe gemacht wurde, hatte man etwas weniger Zeit um den Zuseher an die Protagonisten zu binden. Hinzu kommt dass diese nicht besonders sympathisch sind und dem Zuseher ziemlich egal sind. Dieser Umstand wirkt sich bei den Folterszenen verheerend aus: Man empfindet nichts für die Protagonisten und folgedessen lässt es einen auch kalt wenn sie gefoltert werden. Die Gewalt im Film war in der Uncut-Version schon lasch und wird sich in der Kinoversion nochmal merklich verringern.

Warum die FSK so einen Skandal aus diesem Film zaubert ist mir ein Rätsel. Eli Roth hat absolut keinen Mut und blendet sehr häufig weg. Nicht mal bei der ansich brutalen Kinderexekution oder dem abschneiden eines Geschlechtesteils kommt Atmosphäre auf. Zwar ist es schon schlimm wenn in einem Film ein Kind erschossen wird, aber wenn man es so macht wie hier ist es harmlos: Es wird nichts gezeigt und die Sympathien des Publikums liegen sicher nicht bei der Kinderbande. Der Film wirkt einfach zu billig und dilletantisch um zu schocken. Horrorfans werden Hostel 2 wohl nicht mögen, da er zu lasch ist und normalen Kinogängern wird er zu hart sein. Übrig bleibt die Zielgruppe derer die sich an brutalem Trash belustigen können. Ich zähle mich in diesem Fall dazu und irgendwie hat es Spaß gemacht den Film zu sehen. Die sollte allerdings nicht als Empfehlung aufgefasst werden!

Fazit:
Hostel 2 ist sicher nicht der Film geworden, den Eli Roth gerne gemacht hätte: Die Atmosphäre ist ausserordentlich dünn und die Brutalität des Films hält sich auch in Grenzen. Ich persönlich hatte meinen Spaß im Kino, allerdings auch nur weil Hostel 2 einen gewissen Trashflair versprühte. Kinogänger die mit sowas nichts anfangen, was sicher die Mehrheit ist, sollten den Film meiden.

Wertung:
4,0/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015