Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn (2007)

OT: - 104 Minuten - Thriller
Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn (2007)
Kinostart: 21.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn

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Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? Dies ist nicht nur der Titel eines sehr empfehlenswerten Buches von Francois Truffaut, in dem er eine Interviewreihe mit dem Meister des Suspense führt, es dürfte wohl auch die zentrale Ausgangsfrage vor den Dreharbeiten zu Disturbia gewesen sein. Nun ja, die Antwort auf diese Frage scheint D.J. Caruso wohl leider nicht gefunden zu haben. Denn obwohl er sich kreuz und quer durch die Filmgeschichte zitiert, die Inspirationsquelle, Hitchcocks Das Fenster zum Hof, mehr als offensichtlich präsentiert und referenziert, gelingt es ihm in keiner Sekunde, seinen Vorbildern gerecht zu werden.

Als Kales (Shia LeBeouf) Vater bei einem Ufall stirbt, rastet dieser aus und schlägt seinen Lehrer nieder. Dies bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen: Als Strafe wird er vor Gericht zu drei Monaten Hausarrest verurteilt und darf sich nicht mehr als 30 Schritte von dem Sender in seiner Küche entfernen. Sollte er es doch tun, gibt seine Fußfessel Alarm und die Polizei steht innerhalb weniger Minuten bei ihm auf der Matte. Als Jugendlicher weiß er sich allerdings durchaus auch im Haus zu amüsieren, und sein Fernseher wird ihm ein treuer Gefährte.

Seine Mutter will dabei nur nicht mitspielen. Dieser Hausarrest soll für ihren Sohn eine Strafe und kein Urlaub sein, also bestellt sie kurzerhand das Internet ab und kappt die Stromzufuhr für den Fernseher. Kale muss sich nun mit einem Leben voller Langeweile herumschlagen, und als Ablenkung greift er zum Fernglas und wird zum Voyeur. Besonders angetan hat es ihm seine heiße Nachbarin Ashley (Sarah Roemer), doch auch die anderen werden nicht verschont von seinem neuen Hobby. Der Spaß wird allerdings bitterer Ernst, als er glaubt, in seinem Nachbarn Mr. Turner (David Morse) einen gesuchten Serienmörder gefunden zu haben...

D.J. Carusos bisherige Filmkarriere ist wohl alles andere als ein glatter Durchmarsch. Begonnen hat alles mit seinem durchaus positiv aufgenommenen The Salton Sea, doch dann ging es deutlich bergab und seine nächsten Filme Taking Lives und Das schnelle Geld kann man bestenfalls noch als durchschnittlich bezeichnen. Mit Disturbia kommt der Filmemacher zumindest finanziell wieder deutlich nach oben: Der Film schaffte es in Amerika, die Nummer 1 der Charts zu werden und kann sich in den Staaten, zumindest beim Publikum, großer Beliebtheit erfreuen. Disturbia ist auch mit Sicherheit kein schlechter Film. Das Problem ist nur, dass er auch deutlich davon entfernt ist, ein guter Film zu sein.

Es wurde leider allzu deutlich das Teenie-Publikum angesprochen. So ist Disturbia nichts Halbes und nichts Ganzes: Zu Beginn ist es eine Teenie-Romantik-Komödie, die sich dann zu gewissen Teilen in einen Suspense-Thriller verwandelt, aber weder die Substanz noch die Tension hat, um auf diesem Gebiet wirklich zu überzeugen. Es finden sich leider einige Plotholes ein, die den Filmgenuss trüben, und auch in seinen Suspensemitteln kann sich Disturbia nicht mit seinem Vorbild Alfred Hitchcock messen. Viel zu plumpe, oberflächliche Stilmittel werden eingesetzt, um den Zuseher auf primitive Weise zu schrecken.

Auf gewisser Weise funktioniert Disturbia sogar. Die Mischung aus Teenie-Komödie und Suspense-Thriller sorgt zumindest für Kurzweiligkeit und Unterhaltungswert. Auch wird an einigen Stellen kräftig aus der Filmgeschichte zitiert und so bekommt neben dem allgegenwärtigen Vorbild Hitchcock auch Stanles Kubrick´s Shining sein Fett weg. Diese Zitate sind jedoch auch klar an das jüngere Publikum gerichtet, die schon einmal irgendwas von diesen Klassikern gehört haben. Wirkliche Filmfans wird man mit diesen unispirierten Hommagen kaum beeindrucken.

Fazit:
Disturbia ist kein wirklicher Reinfall, dafür ist er doch zu unterhaltsam, aber ein guter Film ist es deswegen noch lange nicht. Die Mischung aus Teenie-Komödie und Thriller funktioniert zwar an manchen Stellen, aber im Großen und Ganzen richtet man sich auch an ein Teenie-Publikum. Denn erfahrene Filmfans wird man mit diesen unispirierten Zitaten und den unzähligen Plotholes wohl kaum beeindrucken.

Wertung:
6/10 Punkte









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