New York, I Love You (2009)

OT: New York, I Love You - 103 Minuten - Drama
New York, I Love You (2009)
Kinostart: 09.04.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu New York, I Love You

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Ja, was war das noch im Frühling 2007 für eine Zeit, wo uns allen gesagt wurde, wie toll nicht dieser Kompilationsfilm PARIS JE T’AIME wäre und dass man als eingefleischter Cineast gefälligst diesen Film ansehen sollte, weil sich Leute wie Olivier Assayas, Joel & Ethan Coen, Wes Craven und Gus Van Sant gewissermaßen die Klinke in die Hand drückten. Die Kassen klingelten, die Produktionsfirmen waren beglückt – ein Sequel muss her. Während im „europäischen“ Vorgänger der Stadt Paris in all ihren Facetten (und Hügeln) gehuldigt wurde, gibt man sich im Quasi-Nachfolger NEW YORK I LOVE YOU etwas beschränkter…

 

Überraschung: Denn die Freiheitsstatue – ansonsten in jedem New York Film als Symbolfigur bemüht – hat erst relativ spät im Film ihren Auftritt und selbst dann nur für wenige Sekunden. New York selbst hingegen scheint nur aus Manhattan zu bestehen, wo die elf Geschichten der elf Regisseure angesiedelt sind. Letzte Quizfrage: Was haben all diese Regisseure – also Fatih Akin, Yvan Attal, Jiang Wen, Shekhar Kapur, Mira Nair oder Natalie Portman gemeinsam? Richtig, sie alle stammen nicht aus New York.

 

Es sind nicht nur Liebesgeschichten, die NEW YORK I LOVE YOU erzählt, es sind vor allem Geschichten, in denen Kulturen aufeinander treffen. Boing – und schon haben wir den ersten Denkfehler des Films vor unser aller Augen: Die „auswärtigen“ Regisseure begreifen den Big Apple nämlich vor allem als riesigen Schmelztigel, wo beispielsweise eine orthodoxe Jüdin, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, in Konflikt mit einem indischen Juwelenhändler gerät. Oder ein alter türkischer Künstler, der in einer jungen Chinesin seine neue Muse sieht (drei Mal darf geraten werden, welchen Regisseur da die Muse geküsst hat). Oder ein weißes Mädchen mit ihrem schwarzen Stiefvater im Park spielt.

 

Dann gibt es noch etwas mehr verträgliche Episoden – zum Beispiel gleich die allererste, in der sich Taschendieb Hayden Christensen in Rachel Bilson verguckt aber nicht mit Andy Garcia gerechnet hat. Shekhar Kapurs Beitrag hingegen basiert auf einem Drehbuch des verstorbenen Anthony Minghella: Eine alternde Opernsängerin (Julie Christie) kehrt in ihr Lieblingshotel in Manhattan zurück, womit sie scheinbar mehr verbindet als nur ein paar Erinnerungen und Raum und Zeit plötzlich verschwimmen… Ein fast schon zu künstlicher Fremdkörper in diesem sonst so auf Realismus getrimmten Film. Ein weiterer Unterschied zum PARIS-Film: Diesmal bilden die einzelnen Episoden keine in sich abgeschlossenen Entitäten, es kann durchaus passieren, dass Personen aus einem früheren Beitrag in einem anderen kurz auftauchen – und wenn sie nur durchs Bild huschen.

 

Eigentlich könnte man sich NEW YORK I LOVE YOU sparen. Echte Regiestars sind kaum mehr dabei, nur bei den Schauspielern blitzt hin und wieder das ein oder andere bekannte Gesicht durch. ABER dann kommt sie schließlich doch noch, die Episode, die wieder alles rausreißt, weil sie eben nicht versucht, so furchtbar prätentiös und arthousig wie der Rest zu sein: Die Rede ist von Joshua Marstons Beitrag, der zum Schluss des Films rausführt aus Manhattan und der als einziger verstanden hat, wie eine Hommage an New York am besten aussieht: Eli Wallach und Cloris Leachman als sich liebevoll zankendes, altes Ehepaar das an seinem Hochzeitstag einen langen Spaziergang unternimmt – pures Kinoglück! Dafür nimmt man sogar fast wieder gerne die flachen 90 vorangegangenen Minuten in Kauf. Aber nur fast…

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Erstellt: 14.04.2013