![]() ![]() Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith OT: Regie: George Lucas Drehbuch: George Lucas Filmstart: 16.05.2002 | Laufzeit: | SciFi-Action |
Lucas drückt von Beginn an höllisch auf die Tube, denn in den knapp 140 Minuten muss er so einiges abhandeln und die Zeit dafür ist eigentlich viel zu knapp. Anakin wird zu Darth Vader, Leia und Luke müssen geboren, die Jedis vernichtet, die Separatisten-Armee geschlagen und das Imperium proklamiert werden, Darth Sidious muss sich enthüllen und neben den Weltraumschlachten und Laserschwertduellen wollen auch noch ein paar Verweise auf die anstehende Trilogie platziert werden. Heftig viel Stoff also, der hier möglichst kompakt untergebracht werden will.
Hat sich Lucas zunächst ausgetobt, schaltet der Film einen Gang zurück und konzentriert sich auf den eigentlichen Kern: Wie und warum wird Anakin zu Darth Vader? Palpatine (Ian McDiarmid, „Sleepy Hollow“), ganz der listige Imperator, hat hier seine ganz großen Minuten und seine Dialoge mit Anakin funktionieren um Welten besser als dessen Gesülz mit Padmé (Natalie Portman). Es dürfte wohl niemand im Publikum gesessen haben, der bei seinen bedeutungsschwangeren Aussagen nicht ein wissendes Lächeln aufgesetzt und, wenn auch nur innerlich, bestätigend in Richtung Leinwand genickt hat. Sehr geschickt macht der baldige Imperator sich Anakins Ängste zunutze, säht in dessen innerer Zerrissenheit einen falschen Wegweiser aus dem dann Zweifel bezüglich der wahren Absichten des Jedi-Rates resultieren.
Doch das soll kein Anlass zur Trauer sein, denn „Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith“ hat noch viel mehr zu zeigen, an dem man sich nicht satt sehen kann. Unser liebgewonnener, knuddeliger Zottel Chewie (Peter Mayhew) hat leider nur wenige Szenen, aber er darf endlich mit von der Partie sein und dabei überkommt einen das wohlige Gefühl einen alten, liebgewonnen Bekannten wiederzutreffen. Das Sahnestück wäre noch ein kurz durch das Bild flitzender Millenium Falcon oder, wie ursprünglich geplant, der Kurzauftritt des noch jungen Han Solos gewesen. Auch einem kurzen Comeback von Boba Fett wäre ich zugetan gewesen. Aber man kann leider nicht alles haben. Dafür gibt es einen neuen Bösewicht namens General Grievous, ein Befehlshaber der Separatisten, der von Count Dooku (Christopher Lee, „Dracula“, „The Lord of the Rings“) im Umgang mit den Laserschwertern unterrichtet worden ist und nun gleich vier davon schwingt. Ähnlich wie seinerzeit Darth Maul wird er hier leider unter Wert verkauft. Nun ja, das Tempo wieder....
Als Entschädigung gibt es einige unvergessliche Momente und Lucas weiß sie feierlich zu zelebrieren. Der erste Atemzug von Darth Vader nach seiner infolge der schweren Verbrennungen notwendigen Operation ist schlicht und einfach pure Gänsehaut. Der zum Schluss immer öfter einsetzende und trotzdem noch zu selten gespielte Imperial March in Verbund mit den unheilschwanger dreinschauenden Anakin sind monumentales Science-Fiction-Kino, wie man es so vielleicht nie wieder sieht. Hier spielt Lucas dann seine Trümpfe aus und sie stechen.
Inszenatorisch dreht er dann zum Schluss auch noch einmal auf und montiert parallel zwei epische Kämpfe von Gut und Böse: Yoda im Senat gegen Imperator Palpatine im Senat und natürlich Obi-Wan gegen Anakin zwischen Lavaflüssen auf der höllischen Vulkanunterwelt Mustafar. Dabei prallen nicht nur knisternde Laserschwerter aneinander und verkeilen sich für Sekunden, in denen sich die erbitterten Gegner in die entschlossenen Augen schauen, sondern auch die Fertigkeiten der hellen und der dunklen Seite der Macht. Die Choreographie ist spitze, bietet aber natürlich nicht mehr den Überraschungseffekt des finalen Kampfes von Yoda gegen Count Dooku in Star Wars: Episode II - Attack of the Clones“. Nur soviel sei verraten, der kleinwüchsige Jedi-Meister hat noch ein paar Tricks und denkwürdige Oneliner ("Wenn so mächtig ihr seid, warum schon gehen ihr wollt?") auf Lager. Später sei noch ergänzend die gleichzeitige Geburt von Luke, Leia und Darth Vader auf dem OP-Tisch erwähnt.
Zweifellos hat auch „Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith“ seine Drehbuchschwächen. Gutes Beispiel ist der Konflikt auf Kashyyyk, der etwas konstruiert erscheint und nur dem Zweck dient die Wookies mit ins Spiel zu bringen. Im Dienste der Unterhaltung kann man solche Kompromisse aber hinnehmen. Da hätten auch viel peinlichere Ideen in die Handlung mit einfließen können. Dafür ist die dritte Episode der härteste und erschreckendste Teil mit Entstellungen, abgetrennten Körperteilen und einem knusprigen Anakin alias Darth Vader. Die grafische Intensität so mancher Szenen ist nicht unbedingt FSK 12 würdig. Die Geburt des Imperiums steckt voller Tragik, Emotionen und Gewalt, ist längst nicht mehr so infantil und keimfrei, wie die Vorgänger, sondern sehr düsteres, erwachsen gewordenes Science-Fiction-Kino, an denen solchen Streifen wie „Chronicles of Riddick“ ihre Grenzen aufgezeigt werden. George Lucas hat es ein letztes Mal (?) allen gezeigt und das ist auch gut so.
Fazit:
Ja, „Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith“ ist der würdige Abschluss der ersten “Star Wars” – Trilogie mit so ziemlich allem drum und dran, was der Fan sich von George Lucas gewünscht hat. Der backt auch wie erwartet keine kleinen Brötchen, sondern lässt hier ein bombastisches Science-Fiction-Spektakel mit enorm hohem Tempo vom Stapel. Wenn John Williams unvergesslicher, kultiger Score dröhnt, Darth Vader mit Imperator Palpatine gen Todesstern blickt und schließlich das Licht angeht, wissen wir alle, dass das noch nicht das Ende war, denn es gibt Hoffnung. Rein da, denn Besseres wird es diesen Kinosommer oder sogar dieses Kinojahr garantiert nicht geben.
Wertung:
8/10 Punkte
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