Kick-Ass (2010)

OT: Kick-Ass - 117 Minuten - Action / Komödie
Kick-Ass (2010)
Kinostart: 23.04.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kick-Ass

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Nicht schon wieder eine Comicverfilmung. Nicht schon wieder der typische Teenager Loser, der Nerd, als Hauptfigur, der das Mädchen seiner Träume nicht bekommt, also eigentlich überhaupt kein Mädchen. Der Comics liest und mit gleichgesinnten Nerds abhängt. Dieser Teenie ist Dave Lizewski (Aaron Johnson), ein typischer Niemand, der davon träumt ein Jemand zu sein. Eines Tages hat Dave eine grandiose Idee, er beschließt ein maskierter Superheld zu werden, um die Schwachen zu Schützen und die Bösen zur Strecke zu bringen. Eine vollkommen logische und nachvollziehbare Schlussfolgerung, wer würde das in seiner Situation nicht tun? Er kauft sich einen grünen Trainingsanzug und eine dazu passende Ski-Maske und begibt sich auf Verbrecherjagd. Dave macht sich nicht weiter die Mühe Selbstverteidigung zu erlernen, er denkt, dass die zwei Kampfstäbe, die er zum kämpfen benutzt, schon vollkommen ausreichend sind.

 

Und an diesem Punkt macht der Film dann seinen ersten starken Einschnitt. Dave fällt voll auf die Schnauze. Natürlich. Er kann nichts, er ist nichts, und das ändert sich auch nicht alleine durch ein Superheldenoutfit. Aber dass er auf die Schnauze fällt, ist noch nicht das besondere, das war vielmehr abzusehen. Doch normalerweise würde der Held nun wie ein verrückter trainieren um besser zu werden, damit er nie wieder so eine Niederlage einstecken muss. Genau das tut Dave nicht! Er gibt zwar sein Vorhaben nicht auf, aber er trainiert auch nicht. Er macht weiter wie vorhin. Dank seinem mutigen Einsatz kommt er schnell zu Prominenz, oder vielmehr sein Alter Ego Kick-Ass. Sein Auftreten als maskierter Rächer inspiriert auch andere, es ihm gleich zu tun. Als Kick-Ass dann bei einem Einsatz von zwei wirklich hartgesottenen Helden gerettet wird, bekommt er bedenken. Big Daddy (Nicolas Cage) und das 11-jährige Hit-Girl (Chloe Moretz) sind perfekt trainierte, tödliche Kampfmaschinen.

 

Doch genug zur Handlung. Das besondere an Kick-Ass ist, dass der Film auf den ersten Blick vollkommen konventionell und beinahe vorhersehbar wirkt, er es aber trotzdem schafft, den Zuschauer immer wieder aufs Neue zu überraschen. Dies geschieht weniger durch Wendungen in der Handlung, als vielmehr durch die Tatsache, dass man sich bei dem Film nie sicher sein kann, was man zu erwarten hat. Der Streifen fängt an wie eine typische Superhelden Action-Komödie, allerdings gespickt mit starken mediensatirischen Anspielungen. Im späteren Verlauf, als man sich als Zuschauer sicher fühlt zu wissen was einen erwartet, macht der Film einen zweiten starken Einschnitt. Plötzlich wird der Film extrem hart. Kick-Ass schüttelt auf einmal Szenen aus dem Ärmel, die zwar auf den ersten Blick deplatziert wirken, weil sie einfach ungewohnt brutal und intensiv sind für einen Film aus diesem Genre, aber rückblickend betrachtet absolut Sinn ergeben. Am härtesten fällt dabei der medienkritische Aspekt auf, der im Verlauf des Films immer stärker zur Geltung kommt.

 

Überhaupt spielt der Film stark mit den Erwartungen des Zuschauers. Kick-Ass bewegt sich auf originelle, intensive und gekonnte Weise zwischen den Genres hin und her, ohne dabei seine etablierte Welt oder die Figuren zu betrügen oder unglaubwürdig zu machen. Er schafft es zu unterhalten und gleichzeitig (ein wenig) vor den Kopf zu stoßen, ein seltenes Merkmal für Comicverfilmungen, die sich auf den Mythos der Superhelden beziehen. Zugegeben manchmal treibt Kick-Ass die Sache dann doch zu sehr auf die Spitze, was sich in einer leicht perversen Brutalität sichtbar macht. Diese doch recht abartigen Momente halten sich zwar zum Glück in Grenzen, fallen aber trotzdem störend auf. Aufgelockert wird das Ganze durch eine ordentliche Dosis Humor.

 

Ein großes Highlight des Films sind im Übrigen die Schauspieler. Sie spielen herzhaft und leidenschaftlich. Nicolas Cage hat hier wohl seine beste und coolste Superheldenrolle in seiner bisherigen Karriere abgeliefert. Aaron Johnson schafft es perfekt den sturen Idealismus und die innere Unsicherheit seiner Figur darzustellen. Mark Strong spielt (wie schon in Sherlock Holmes) einen fantastisch fiesen Bösewicht, der es versteht den Hass des Publikums auf sich zu ziehen. Abgerundet wird das ganze durch eine schonungslose und mutige Regie. Matthew Vaughn scheut sich nicht davor die härteren Szenen zu zeigen und damit das Publikum vor den Kopf zu stoßen. Für einen Mainstreamfilm ein mutiges Unterfangen, das zwar nicht immer zu 100% aufgeht, aber stets für großartige, intensive Unterhaltung sorgt.

 

Fazit:

Kick-Ass ist ein untypischer Comicfilm, der sich gekonnt verschiedener Genres bedient, um mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen. Damit erzeugt der Film ein Gefühl der Unsicherheit, wie es der Held wohl auch fühlen mag. Der Film punktet mit ungewohnt intensiven Momenten, die unter die Haut gehen. Gleichzeitig ist die Brutalität des Films manchmal nahezu pervers Abstoßend. Humor und Gewalt halten sich gegenseitig die Waage. Fantastische Schauspieler und eine starke Medienkritik bereichern den Film zusätzlich. Einen derart harten und gleichzeitig extrem unterhaltsamen und humorvollen Mainstreamfilm hat man schon lange Zeit nicht mehr im Kino gesehen.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 5 | Wertungen: 81
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