Die 4. Revolution - Energy Autonomy (2010)

OT: Die 4. Revolution - 100 Minuten - Dokumentation
Die 4. Revolution - Energy Autonomy (2010)
Kinostart: 16.04.2010
DVD-Start: 15.04.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die 4. Revolution - Energy Autonomy

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Die Welt steht vor einem Wandel. Nach der industriellen, Agrar und der digitalen Revolution steht uns nun die vierte Revolution bevor: Die Energie-Revolution. Das Ziel ist die Abkehr von fossilen Brennstoffen, und der Schrittweise Umstieg auf erneuerbare Energien. Der dazugehörige Dokumentarfilm, der auf dem Buch "Energieautonomie" von Hermann Scheer basier, versucht aufzuklären in wiefern diese Revolution stattfinden könnte, was heute bereits machbar ist, und weshalb sich die Energiekonzerne so dagegen wehren.

 

Die 4. Revolution wird angetrieben von einer Vision: Die Welt soll nicht länger Ressourcen ausbeuten und die Umwelt verpesten, sondern stattdessen eine Gemeinschaft bilden, die sich zu 100% selbst mit erneuerbaren Energien versorgt. Doch obwohl diese Umstrukturierung viele Vorteile mit sich bringt, darunter weniger laufende Kosten für die Energieversorgung, weniger Umweltbelastung, größere Unabhängigkeit, usw. stellen sich die großen Energiekonzerne dagegen. Denn mit der Umstrukturierung auf eine dezentrale, erneuerbare Versorgung müssten sie auch ihre Macht aufgeben und ihre Kernkompetenzen völlig überdenken...

 

Die 4. Revolution ist der engagierte Versuch von Regisseur Carl Fechner seinen Beitrag zum globalen Diskurs rund um den Klimawandel und den Wechsel zu erneuerbaren Energien zu leisten. Der Film gibt sich dabei in der moralischen Tradition des großen Vorbilds Eine unbequeme Wahrheit, versucht aber den Leinwandraum etwas besser zu nutzen, in dem man nicht nur einen Vortrag abfilmt, sondern in die Welt zieht und Orte präsentiert in denen der Energiewandel bereits funktioniert hat. Dies ermöglicht es auch schöne Bilder zu zeigen, die der Aussage des Films unterstützend unter die Arme greifen.

 

Das große Ziel des Films ist es aufzuzeigen, dass erneuerbare Energien kein Thema für irgendwann in der Zukunft sind, sondern bereits jetzt und heute umgesetzt werden können. Damit versucht man dem Zuseher die Bequemlichkeit zu rauben, und ihn anzuspornen möglichst sofort eine Änderung vorzubereiten. Erreicht wird dies in dem man verschiedene Menschen rund um den Globus besucht, und zeigt welche innovative Lösungen bereits gefunden wurden, und wie diese bereits in der Praxis funktionieren. Das Zentrum bildet aber Hermann Scheer, der mit seinen engagierten Ansprachen versucht einen Wechsel herbeizuführen.

 

Ein weiteres großes Thema ist der Versuch einer Analyse, warum sich die großen Konzerne so gegen eine Umsetzung sträuben. Die 4. Revolution verfällt dabei aber allzu schnell in ein klassisches gut gegen böse Schemata und prangert die Machtbesessenheit und Profilgeilheit der Unternehmen an. Da mag sicher etwas dran sein, aber speziell in Kombination mit den feurigen Predigten von Hermann Scheer erreicht der Film doch eine merkwürdige psychologische Ebene, die fast an ein Werbevideo erinnern lässt. Dies ist schade, da der Film das Thema prinzipiell gut aufbereitet und verständlich für ein breites Publikum (das dem Film jedoch wohl verwehrt bleiben wird) erklärt. Aber dank der aufkeimenden Polemik schwächt sich der Film selbst. Wobei auch das grundsätzliche Problem von Die 4. Revolution nicht verschwiegen werden sollte: Wer sich mit dem Thema bereits beschäftigt hat, der wird vieles bereits wissen, wer nicht, der wird sich wohl auch diesen Film nicht ansehen.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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