Remember Me (2010)

OT: Remember Me - 112 Minuten - Romantik / Drama
Remember Me (2010)
Kinostart: 26.03.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Remember Me

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Mit einer nahezu ans Unglaubliche grenzenden Regelmäßigkeit erscheinen Filme im Kino, deren bombastische Boxoffice-Erfolge kaum für den rationalen Durchschnittsseher nachvollziehbar sind. Eines dieser Werke stellte Twilight aus dem Jahr 2008 dar, dessen enormer Publikumszuspruch mittlerweile schon zur (jährlichen) Verfilmung der weiteren, einem Romanzyklus folgenden Teile geführt hat. Was auch immer man nun von diesen Teenager-Dramen im übernatürlichen Vampirgewand halten mag, den enormen Bekanntheitsgrad der Protagonisten bzw. der Schauspieler selbst kann man kaum anzweifeln. Neben Kristen Stewart, die auch abseits der Twilight-Tetralogie bisher schon (nennenswerte) Erfahrung im Filmgeschäft gesammelt hat, steht vor allem der junge Engländer Robert Pattinson dank seiner, ihm selbst klarerweise unbegreiflichen, Anziehungskraft im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

 

Genau jene Aufmerksamkeit dürfte natürlich auch der Schlüssel zum Erfolg sein: Vielerorts schon zum nächsten James Dean gekürt (vornehmlich Society-Klatschblätter), hat Pattinson nun in Remember Me die Gelegenheit, sein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Passenderweise scheint ihm die Rolle im Film des bisher vor allem auf Fernsehserien spezialisierten Regisseurs Allen Coulter (The Sopranos, Sex and the City, Hollywoodland) wie auf den Leib geschrieben: Ein junger, metaphorisch wie auch tatsächlich qualmender Rebell, unangepasst und scheinbar unzähmbar, jedoch genauso einfühlsam wie auch begabt.

 

Coulter erzählt auf Basis eines Drehbuchs des bisher noch unbekannten Autors Will Fetters die Geschichte des jungen Tyler Hawkins (Pattinson), der sich im New York von 2001 idealistisch seinen eigenen Weg durchs Leben bahnt. Obwohl sein ihm verhasster Vater (Pierce Brosnan) über genügend finanzielle Mittel und die nötigen Beziehungen verfügen würde, um sowohl seinem Einkommen als auch seiner berufliche Karriere einen enormen Schub geben zu können, jobbt Tyler lieber in einer Buchhandlung und besucht universitäre Vorlesungen, ohne überhaupt ordentlicher Student zu sein.

 

Über eine Wette mit seinem zwar chaotischen, aber vergleichsweise rational handelnden Mitbewohner Aidan (Tate Ellington) lernt Tyler die ebenso schlagfertige wie auch reizvolle Ally (Emilie de Ravin) kennen, in die er sich auch auf Anhieb verliebt. Doch sowohl Allys schwieriges Familienschicksal, Tylers an Nihilismus grenzende Lebensauffassung und die schulischen Anpassungsprobleme seiner jungen Schwester Caroline (Ruby Jerins), die schon in ihrem Alter als hochbegabte Künstlerin gilt, setzen eine Verkettung von Ereignissen in Gang, die das Leben aller für immer verändern wird.

 

An einem emotionalen Gefühlchaos mangelt es Remember Me sicherlich nicht: gerade die beiden Protagonisten werden beinahe von ihren tragischen Schicksalsschlägen erdrückt. Pattinson kämpft als junger Wilder ständig und manchmal kaum nachvollziehbar gegen seinen Strictly-Business-Vater, versucht den tragischen Tod seines Bruders zu verarbeiten und ist zudem sogar zu unangepasst, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Auch de Ravins Charakter Ally behaftet das Drehbuch mit allerhand bedrückenden Details: als ob der Mord an ihrer Mutter nicht schon traumatisch genug wäre, muss sich die junge Erwachsenen auch noch mit dem fast krankhaften Beschützerinstinkt ihres Vater (Chris Cooper) herum schlagen – unnötig zu erwähnen dass dieser natürlich oben drein ein Cop ist.

 

So wird mit fortlaufender Filmzeit ein Netz aus mal tragischen, mal hoffnungsvollen Verflechtungen gesponnen, welches interessanterweise trotz all der teils klischeehaften Charaktere und Dialoge fast ein funktionierendes Ganzes ergibt. Das liegt zu großen Teilen an der Chemie der Hauptdarsteller, wobei Pattinson hinsichtlich seiner Rolle wie erwähnt auch leichtes Spiel hat. Trennt man allerdings die einzelnen Subplots vom der Rahmenhandlung, so ist schnell zu erkennen, dass diese eher mühselig bzw. belastend auf das dramaturgischen Konzept einwirken und den Handlungsfluss bremsen. Warum Remember Me für manche Zuseher seinem Namen gerecht werden könnte, zeigt der überraschende Twist am Ende der handwerklich ordentlich umgesetzten Geschichte: So schockierend wie auch für die Handlung belanglos (es hätte auch viele andere, subtilere Möglichkeiten gegeben) vermag er dem Drama zumindest eine gewisse emotionale Nachhaltigkeit zu verleihen, wenn auch eine zweifelhafte (hierzulande).

 

Fazit:

Emotional Hin und her gerissen wie der vom Twilight Beau-Robert Pattinson gespielte Hauptcharakter wird auch der Zuseher beim Verlassen des Kinosaals sein: Sind die klischeebehafteten, mit scheinbar tonnenschweren emotionalen Ballast beladenen Figuren selbst eher als Treibgut in dem dramaturgischen Plot und Subplot-Meer von Remember Me anzusehen oder bewegt sich alles tatsächlich wie angedacht auf den zerstörerischen Strudel zu, welcher vom überraschenden Ende etabliert wird? Eine produktionstechnisch kompetente Umsetzung, der Trubel um den bestürzenden Twist und natürlich die männliche Hauptrolle selbst wird aber wahrscheinlich für viele die Hauptmotivation sein, das emotional eher schwachbrüstige Drama ins Auge zu fassen.

 

Wertung:

5/10 Punkte

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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013