Mad Max 2 - Der Vollstrecker (The Road Warrior) (1981)

OT: Mad Max 2 - The Road Warrior - 95 Minuten - SciFi / Action
Mad Max 2 - Der Vollstrecker (The Road Warrior) (1981)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 21.06.2013
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Filmkritik zu Mad Max 2 - Der Vollstrecker (The Road Warrior)

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Wie kann man von einem eigentlich perfekten Endzeitthriller wie Mad Max eine Fortsetzung machen, ohne dabei zu scheitern? Immerhin gibt es nur wenige Beispiele wo ein Sequel besser oder zumindest gleich gut ist wie der erste Teil. George Miller und seine Kollegen haben eine kluge Taktik angewandt und mit Mad Max II: The Road Warrior der Filmreihe eine andere Richtung verliehen, indem sie einfach das Genre gewechselt haben. Während sich der erste Teil vorwiegend auf den moralischen und psychischen Verfall seines Helden und seiner Welt konzentriert und damit eine brodelnde Atmosphäre schafft, legt der zweite Teil sein Hauptaugenmerk auf temporeiche Action und halsbrecherische Verfolgungsjagden (darunter wohl einige der am besten gefilmten und intensivsten Actionszenen, die bis heute nichts von ihrer Wucht verloren haben).

 

Die Konzentration auf mehr Action bedeutet aber noch lange nicht, dass deshalb auf eine dichte Atmosphäre und komplexe Figuren verzichtet wurde. Gleich zu Beginn des Films gibt es eine kurze, denkwürdige Szene, in der die innere Zerrissenheit von „Mad“ Max (Mel Gibson) kurz und prägnant gezeigt wird. Bloß mit einem kurzen Lächeln, als er die Musik eines Kinderspielzeugs hört, wird sofort klar, was ihm früher (im ersten Teil) zugestoßen ist. Es bedarf keiner erklärenden Worte, gar nichts. Das Lächeln dauert nur einen sekundenbruchteil und verschwindet danach wieder aus seinem Gesicht. Aber mit dieser kleinen, genial gespielten Geste, drückt Mel Gibson den ganzen Konflikt aus, der im inneren seiner Figur tobt. Es zeigt was er verloren hat und was aus ihm geworden ist. Danach bekommt Max Gesicht wieder den gewohnten, harten Ausdruck, nichts dringt mehr an ihn heran oder vermag es ihn in irgendeiner Weise zu rühren.

 

Die Welt in Mad Max II: The Road Warrior ist mittlerweile ein noch viel schlimmerer Ort geworden. War es in Mad Max mit der Gesellschaft ohnehin schon am Ende, setzt der zweite Teil dem ganzen die Krone auf und zeigt uns eine abscheuliche, gewalttätige, chaotische Umgebung, in der es keine Gesetze gibt, nicht mal mehr deren Vertreter (die es ja im ersten Teil zumindest noch gab), und nur mehr das Recht des Stärkeren oder Schnelleren zählt. Jeder nimmt sich was er braucht, ohne Rücksicht auf Verluste. Und gebraucht wird viel. Denn die Welt steht nicht mehr bloß am Abgrund, sie ist längst runter gefallen und hart am Boden aufgeschlagen.

 

Gezeigt wird das Ganze dank einer relativ einfachen Handlung. Max stößt eines Tages auf eine kleine Gemeinschaft, die zufälligerweise im umfangreichen Besitz eines der wertvollsten Güter ist: Öl. Das zieht wiederum reichlich Banditen an, die fortan die Gemeinschaft belagern und versuchen gewaltsam einzudringen, um die Ölreserven an sich zu reißen. Max beschließt der Gemeinschaft, samt dem Öl zur Flucht zu verhelfen und sagt damit auch den Banditen den Krieg an. Dabei sollte man aber nicht dem Irrglauben unterliegen, dass Max diese heroische Tat aus reinem Edelmut begeht, nichts liegt ferner. Seine Gründe sind stets rein egoistischer Natur. Die Geschichte kulminiert in einer der wohl spektakulärsten Actionsequenz aller Zeiten und befriedigt den Zuschauer mit einer grandiosen letzten Einstellung.

 

Mad Max II: The Road Warrior kann man getrost zu den einflussreichsten und bahnbrechendsten Endzeit Actionfilmen rechnen. Noch nie hat man die untergegangene Welt und ihre marodierenden Einwohner derart intensiv miterleben können, dank einem originellen Drehbuch, meisterhafter Regie und brillanten schauspielerischen Leistungen (Mel Gibson liefert hier vermutlich seine wichtigste Performance ab), die von einer dynamischen Kameraarbeit eingefangen wurden. All diese positiven Eigenschaften sind wohl auch ein guter Grund, warum sich jeder Vertreter dieses Genres mit Mad Max II: The Road Warrior messen muss. Dieser Film hat den Standard für postapokalyptische Filme gesetzt und bisher hat noch kein Film diese Standards übertroffen, dabei hat Mad Max II: The Road Warrior schon fast 30 Jahre auf dem Buckel.

 

Fazit:

Mad Max II: The Road Warrior ist unbestreitbar ein filmisches Meisterwerk, das an Dynamik und Wucht in einer Liga für sich spielt. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen, es lohnt sich auf alle Fälle. Mad Max II: The Road Warrior ist wohl ohne Übertreibung DER Endzeit Actionfilm schlechthin und eigentlich ein absolutes Muss nicht nur für jeden Fan des Genres, sondern für jeden Filmfan.

 

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 18
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