Ein Zombie hing am Glockenseil (1980)

OT: Paura nella città dei morti viventi - 93 Minuten - Horror
Ein Zombie hing am Glockenseil (1980)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 17.02.2012
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Filmkritik zu Ein Zombie hing am Glockenseil

Von am

In der Kleinstadt Dunwich erhängt sich der lokale Pfarrer auf dem Friedhof. Eine alte Sage sagt aus, dass das Böse über die Stadt kommt, wenn ein Priester auf dem Friedhof Selbstmord begeht. Tatsächlich geschehen auf einmal merkwürdige Dinge in der Stadt. Auf mysteriöse Weise sterben plötzlich Menschen und Leichen verschwinden. Zombies beginnen sich aus den Gräbern zu erheben, doch ein paar mutige Menschen versuchen sie aufzuhalten.

 

„Ein Zombie hing am Glockenseil“ ist nur ein weiterer Fulci Film, dem wojl nur Fans etwas abgewinnen können. Nach der akzeptablen Einleitung wird ständig zwischen verschiedenen Figuren hin und her geschnitten, die nur wenig Bezug zueinander haben. Ab und zu darf ein Zombie durchs Bild huschen und der Effektemann ein wenig Schweinegedärm verteilen. Eine richtige Geschichte ist nicht vorhanden, wenn man mal die Prophezeiung und die erst tote und dann wieder lebendige Frau ausklammert. Stellenweise schafft man es tatsächlich mit düsterer Musik ansatzweise eine bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Leider verwendet man aber immer wieder die selben Tracks, deren Gedudel dann irgendwann zu nerven anfängt. Scheinbar musste hier doch ein wenig gespart werden, um mit dem geringem Budget hinzukommen.

 

Tja, der Film beginnt ja ganz nett auf dem Friedhof. Düstere Nebelschwaden, keine Sonne und ein Herbstgrau liegt über dem Friedhof, als der Pastor sich aufhängt. Warum er das trotz der düsteren Prophezeiung tat, blieb mir leider verschlossen. Nach dem annehmbaren Anfang geht es aber ganz rapide abwärts. In einer Geisterbeschwörung (oder was weiß ich) sieht eine kreischende Frau diesen Selbstmord und fällt tot um, um Tage später im Sarg wieder quicklebendig aufzuwachen und von einem Reporter ausgebuddelt zu werden. Eine orakelnde Frau erzählt was von der geheimnisvollen Sage, die der Polizist aber als Blödsinn abtut. Ständig wird dabei mit weit aufgerissenen Augen in die Kamera geglotzt.

 

Von hier an schaltet der Film wild zwischen verschiedenen Figuren hin und her, die herzlich wenig miteinander zu tun haben, außer das sie alle Angst vor irgendwas haben. Nachdem nun hin und wieder eine Leiche verschwindet, darf ab und zu auch mal der tote Pastor auftreten, der am liebsten Blondinen mit seinem Blick tötet. Die weinen zuerst Blut, um später ihre Gedärme auszukotzen. Na lecker... Da alle Toten am nächsten Tag aus ihren Gräbern klettern wollen, ist Eile gefragt. Komischerweise scheint es aber Frühaufsteher zu geben, die die Gegend schon vorher terrorisieren. Die für ihre Härte bekannten Fulcieffekte sind leider alles andere als schockierend. Sicher bekommt man dafür einen Ekelbonus, aber realistisch sehen die bestimmt nicht aus.


Die wenigen Effekte wie das Weinen von Blut, oder das Gehirn rausreißen bei Menschen wird zwar recht selten benutzt, wiederholt sich in diesem Film aber immer wieder. Die beste und wohl bekannteste Szene des Films, hat eigentlich herzlich wenig mit dem Film zu tun. Ein junger Mann muss dabei als Sündenbock herhalten und wird von einer Bohrmaschine durchbohrt. Der durchlöcherte Kopf ist heute zwar antiquittiert, sieht aber ganz nett aus. Zu guter letzt lässt man die vermeintlichen Helden auf den Friedhof, um sie in die Katakomben hinabsteigen zu lassen. Der finale Showdown ist genauso lahm wie dämlich, denn wer auf einen finalen Knaller gehofft hat wird enttäuscht. Was Fulci mit der unverständlichen Schlussszene aussagen wollte, wusste er bestimmt selber nicht.


„Ein Zombie hing am Glockenseil“ krankt leider an allen Ecken und Enden. Die kaum vorhandene Story wird völlig zerfahren, da man keinen Bezug zu den Charakteren findet und mit den Personen gar nichts anfangen kann. Die Morde können nicht erschrecken, da sie zu billig inszeniert worden sind. Einzig und allein bei den Nebelloactions gelingt es Fulci zumindest ansatzweise Atmosphäre entstehen zu lassen. Das Werk ist leider sehr wirr und hinterlässt viele Fragen. Für Fulcifans ist so was Kult, für mich nur billiger Schwachsinn.

Keiner der Schauspieler, kann seiner Figur leben einhauchen. Bezeichnend, dass man hier keinen Helden oder eine zentrale Person entdeckt, sondern zwischen beliebigen „normalen“ Menschen hin und herschalten muss, ohne das man sie irgendwie einordnen kann. Zu dem besitzen die Schauspieler schein bar recht wenig Talent, denn sie glotzen viel zu oft mit großen Augen in die Kamera, als ob sich da ein überdimensionaler Lolli befindet.

Fazit:
Der berühmt berüchtigte „Ein Zombie hing am Glockenseil“ ist ein schlechter Zombiefilm, der völlig zusammenhanglos inszeniert wurde und kaum Höhepunkte, dafür aber schlechte Schauspieler, zu bieten hat. Einzig und allein die belanglose Bohrmaschinenszene und ein paar Nebelloactions können dieses Werk vor der totalen Bruchlandung retten.

 

Wertung:

2/10 Punkte

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