Priscilla - Königin der Wüste (1994)

OT: The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert - 104 Minuten - Komödie / Drama
Priscilla - Königin der Wüste (1994)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 01.02.2013 - Blu-ray-Start: 15.07.2011
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Filmkritik zu Priscilla - Königin der Wüste

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Das australische Kino hat es sehr schwer am heimischen Filmmarkt seine Position zu finden, aber ein Blick über den Tellerrand würde sich häufig lohnen. Denn auch abgesehen von großen Namen wie Peter Weir, der in Australien Filme wie Gallipoli und Picknick am Valentinstag drehte und in Hollywood unter anderem mit Die Truman Show und Der Club der toten Dichter Erfolge feierte, bietet die australische Filmindustrie einige sehr lohnende Entdeckungen. Priscilla – Königin der Wüste ist dabei ein guten Einstieg, und überzeugt mit einer herzerwärmenden Geschichte mit viel Unterhaltungswert.

 

Bernadette (Terence Stamp), Tick (Hugo Weaving) und Felicia (Guy Pearce) sind Drag-Queens in Australien, und planen einen Road-Trip der besonderen Art. Mit einem Schulbus reisen sie durch das australische Outback und ziehen dabei ihre Shows ab. Sie reisen von Ort zu Ort und konfrontieren die Einwohner der diversen Ortschaften mit ihrer offen zur Schau gestellten Andersartigkeit. Doch es steckt auch ein Hauch Tiefgründigkeit in der Reise: Tick verrät, dass er eigentlich verheiratet ist, und einen Sohn hat…

 

Priscilla – Königin der Wüste, das ist ein Film, der einen förmlich mit seinen Bildern erschlägt. Angefangen von den unglaublich kreativen Kostümen, die auch mit dem Oscar prämiert wurden, über die imposanten Showeinlagen und das faszinierende Zusammenspiel der Farben, die hier quer über die Leinwand tanzen, alles sticht hier förmlich ins Auge und sorgt für eine wahre optische Explosion. Aber obwohl der Film, ausser für absolut homophobe Mitbürger, ein wahres Fest für die Augen ist, wäre es doch falsch ihn ausschließlich auf seine visuelle Seite zu reduzieren.

 

Denn Priscilla erzählt von Akzeptanz und von Ignoranz. Denn im charakteristischen Stationhopping, das für ein Road Movie fast erforderlich ist, durchzieht sich das große Thema der Konfrontation. Die Drag Queens kehren ihr Innerstes nach Aussen und zeigen sich der oftmals recht einfach gestrickten australischen Landbevölkerung so wie sie sind. Und damit werden natürlich Reaktionen provoziert, die das fragile Verhältnis zwischen den sexuellen Präferenzen ins Rampenlicht zerren. Besonders interessant erscheint dabei, dass die gesellschaftlich unbeeinflussten, die Aboriginals und die Kinder, am besten mit den „Anderen“ umgehen können.

 

Doch die wahre Stärke von Priscilla – Königin der Wüste ist, dass es der Film versteht seine Botschaft locker in den Filmfluss einzufügen. Es ist dieses lockere Gefüge, und der Wunsch nach mehr Akzeptanz, der diesem Film Kraft verleiht. Zugegeben, zu Beginn fällt es noch schwer sich auf die durchgehend sehr überdrehten Szenen einzulassen, aber die Figuren und ihre Geschichten wachsen einem schon bald ans Herz, und die Geschichte lädt zum Fallenlassen und Entspannen ein. Ein audiovisuelles Vergnügen, mit hohem Unterhaltungswert, vor allem aber mit Herz und Verstand.

 

Wertung:

8/10 Punkte

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