Auftrag Rache (Edge of Darkness) (2010)

OT: Edge of Darkness - 117 Minuten - Thriller / Drama
Auftrag Rache (Edge of Darkness) (2010)
Kinostart: 12.03.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Auftrag Rache (Edge of Darkness)

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Ein Mann (Mel Gibson) wird Zeuge wie seine Tochter (Bojana Novakovic) ermordet wird und will anschließend aufdecken warum sie sterben musste, um Rache an den Bösen zu verüben. Das herrliche an manchen Filmen ist ihre Reduzierung von komplexen Konflikten auf einfache, simple Formeln von Gut und Böse, schwarz und weiß. Dadurch können solche Filme im besten Fall einen eskapistischen Sog entwickeln, der uns aus unserem Alltag reißt und eine schöne was-wäre-wenn Welt zeigt, in der es klar definierte Fronten gibt und die Guten am Schluss doch irgendwie die Bösen zur Strecke bringen. Sowas kann durchaus eine angenehme, befreiende Wirkung haben und man wünscht sich irgendwie, dass es in Wirklichkeit auch so gehen sollte. Aber solche Filme repräsentieren selten die Wirklichkeit, und das versuchen sie auch gar nicht.

 

Edge of Darkness (auf Deutsch mit dem unglücklichen Titel Auftrag Rache versehen) hegt in keinster Weise den Anspruch an Realität oder dergleichen, es ist vielmehr ein einfach gestrickter, geradliniger Rachethriller, der sich herzlich wenig um die verschiedenen Facetten seiner Thematik kümmert. Dahingehend erinnert der Film nicht nur an frühere Mel Gibson Filme, sondern allgemein an frühere Actionreißer, lange Zeit bevor „psychologischer Tiefgang“ und „moralisch ambivalente“ Figuren in Actionfilmen an der Tagesordnung waren. In dieser Hinsicht wirkt Edge of Darkness etwas altmodisch, aber auf positive Art, sofern man diese Abwesenheit von vielschichtigen Figuren verzeihen kann, andernfalls wird man so seine Probleme mit der doch gar arg übersimplifizierten Darstellung der Handlung haben.

 

Wer darüber hinwegsieht, der wird durchaus sein Vergnügen haben. Obwohl der Film trotzdem auch andere Schwächen aufweist. Edge of Darkness ist leider nicht so düster, dreckig und hart wie man es sich vielleicht erhofft oder erwartet. Da fehlt es den Filmemachern am nötigen Mut wirklich konsequent zu sein. Dabei gibt es diesbezüglich durchaus kurze Lichtblicke. Was man vom Verlauf der Handlung weniger sagen kann. Zu vorhersehbar ist das Ganze, nicht nur in seiner Entwicklung, sondern auch in seiner Inszenierung. Alles läuft zu routiniert ab. Drehbuch, Regie und Schauspieler spulen dabei ihr Können ab, als würden sie am Fließband arbeiten. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie schlechte Arbeit leisten, bloß dass es dem fertigen Film ein wenig an Begeisterung und Lebhaftigkeit mangelt. Dadurch schleichen sich ein paar kitschige Momente ein. Einzig in den actionreicheren Momenten, wo Mel Gibson prügeln und schießen darf, kommt seine ganze Leidenschaft zum Vorschein. Keiner verprügelt und erschießt so herzhaft und leidenschaftlich seine Feinde wie er.

 

Trotzdem bietet Edge of Darkness einen unterhaltsamen Kinobesuch. Zwar hätte man sich von Mel Gibsons erster Hauptrolle seit Signs (2002) etwas mehr erhoffen können, aber der Unterhaltungsfaktor ist trotzdem vorhanden. Edge of Darkness ist zwar auch in diesem Bereich kein Meisterwerk, aber er versteht es zumindest für kurzweiliges Entertainment zu sorgen. Diese Komprimierung auf nicht ganz zwei Stunden sorgt nicht nur für den schnellen Handlungsverlauf, man hat fast keine Sekunde zum verschnaufen, sondern es macht auch deutlich, dass die Geschichte ursprünglich viel größer angelegt war und sich eigentlich mehr Zeit nehmen will um alles zu erzählen. Kein Wunder, denn der Film basiert auf der gleichnamigen, preisgekrönten TV-Miniserie aus den 80er Jahren.

 

Es ist logischerweise schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, die Komplexität und den Umfang einer Miniserie in einen einzigen Film zu packen (siehe auch den letztjährigen Russell Crowe Film State of Play). Demnach ist es nur verständlich und zu verzeihen, dass Edge of Darkness gewisse Abstriche machen muss. Statt sich auf die Ambivalenz seines Themas zu konzentrieren, beschließt der Regisseur Martin Campbell stattdessen mehr auf Action zu bauen. Kein gänzlich falscher Entschluss, denn die Actionszenen funktionieren gut und, im Gegensatz zu anderen Actionfilmen, passen gut in das Gesamtbild des Films hinein. Es gibt keine übertriebene Action, in der der Held einen Hubschrauber mit einem fahrenden Auto vom Himmel holt oder dergleichen, sondern auch hier bleibt der Film seiner Machart eines etwas altmodisch anmutenden Actionfilms treu. Zumindest in dieser Hinsicht ist Edge of Darkness konsequent, trotzdem kommt man nicht umhin sich zu fragen, wie der Film wohl gewesen wäre, wenn sich der Regisseur mehr auf die düstere Seite seiner Figuren und deren Geschichte konzentriert hätte.

 

Fazit:

Edge of Darkness ist ein solider, spannender Film, der wie ein guter, altmodischer Actionthriller inszeniert ist. Er mischt das Genre zwar nicht auf, aber er bleibt stets unterhaltsam. Leider ist die Geschichte an sich trotzdem recht vorhersehbar, die Akteure und Macher zu routiniert und der Film leider nicht dreckig und hart genug, um wirklich groß zu punkten. Wer aber nicht weiter das Thema hinterfragen oder über den Film nachdenken will, sondern einfach einen kurzweiligen, spannenden Actionthriller sehen will, der kann sich getrost ins Kino begeben.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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