Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung

OT: - 132 Minuten - ScFi / Action
Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung
Kinostart: 10.02.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung

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Lange hat es gedauert, da ist er nun endlich. Die aller erste Episode der sagenumwobenen Star Wars Saga. Leider ist aber der ganze Zauber der anderen Teile verflogen, so dass man glaubt sich in einem zu bunt geratenen Computerspiel wiederzufinden. Dabei ist die Grundkonstellation doch gar nicht mal so übel.

Man hat ein seltsames Handelsembargo, ein paar Jedi Ritter, eine hübsche Prinzessin und Anakin, den späteren Darth Vader. Sogar Figuren aus der späteren Saga wie R2D2 und C3PO begegnen uns schon. Leider war es das schon mit den herrlichen Aspekten, denn den Vergleich zu den anderen drei Teilen hält „Episode 1“ nicht stand, da dieser Film eindeutig nur auf Kommerz aus ist und für das ganz junge Publikum gedacht ist. Das beginnt mit den ganzen komischen Figuren, die im nervigen Jar Jar Binks ihren Höhepunkt finden. George Lucas presste in den gesamten Film so viele quietschbunte und komische Figuren, dass man als Zuschauer nur den Kopf schütteln kann und am liebsten auf alles was bunt und Kauderwelsch labert mit einer Axt in zwei Teile spalten würde.

Der Ursprung Darth Vaders ist schon akzeptabler, aber die Aufschlüsselung wie man darauf kommt schon wieder nicht. Denn ihn auf der Flucht auf einem Wüstenplaneten zu finden ist keine schlechte Idee, aber die DNA Analyse, für den Musterjedi durchzuführen raubt den Jedis einen Großteil ihrer mystischen Aura. Hielt man sie in den früheren Filmen noch für eine rätselhafte Religion oder Gabe, so wird so was hier mal eben biologisch erklärt. Hätte nur noch gefehlt, dass der Kleine auf einmal ein Laserschwer schwingt. In der Folge zeigt George Lucas, größtenteils leider recht seelenlos was seine Trickfirma so alles drauf hat. Da wird vor Kriegsgeräten durch den Wald geflüchtet, durchs Wasser getaucht und mit U-Booten vor großen Fischen weggetaucht. Sogar für eine größere Schlacht ist auf dem Planeten gesorgt, in der dann auch wieder Jar Jar Binks mitmischen darf. Dramatik und Spannung kommt dabei nicht auf, denn da man nur künstliche Phantasiewesen vorgesetzt bekommt muss man sich keine Sorgen machen. Und da der Film auch für die Kleinsten gemacht ist, stirbt auch sicher niemand auf theatralische Weise.

Geliebt hat man die tollen Weltraumkämpfe, speziell aus dem letzten Teil der alten Star Wars Saga. Hier wird nur mittelmäßiger Ersatz geboten, bei dem man am liebsten den Fernseher ausschalten würde. Denn wenn Anakin aus Versehen losfliegt, alle möglichen feindlichen Geschossen ausweicht, aus Versehen in das Mutterschiff fliegt, da noch Gegner aus Versehen ausschaltet und dann noch zufällig den Reaktor trifft, schalte ich auch aus Versehen mal ab. Hallo, geht es noch? Für wie bescheuert hält Lucas sein Publikum eigentlich? Ein einziges Ärgernis, dass andere unlogische Situationen toppt. Beispiel gefällig? Anakin ist mit seinen 4 oder 5 Jahren zu jung, um zum Jedi ausgebildet zu werden. Mal ganz davon ab, dass der Junge eh ein Klugscheißer ist: Wie jung muss man denn sein?

Mir fehlen auch die Charaktere, an denen man sich festhalten konnte. Wo bleibt ein großmäuliger, aber herzensguter Han Solo? Wo ein kuscheliger Chewbacca? Luke konnte ich eh nie richtig leiden. Hier bekommt man mit Obi Wan und Qui-Gon zwar zwei weitere Jedis geboten, die aber nicht die Klasse wirklicher Helden erreichen. Liam Neeson ist sichtlich gelangweilt und Ewan McGregor versucht das beste aus seiner Rolle zu machen, bleibt aber doch recht blass. Natalie Portman bleibt zumindest eine Augenweide, auch wenn sie dank der vielen Kostüme und Masken nicht viel zu schauspielern braucht. Jake Lloyd ist mir als Anakin zu klugschwätzig und ehrlich gesagt, sehr unsympathisch. Hoffen wir das Samuel L. Jackson in „Episode 2“ eine größere Rolle abbekommt.

Aber ich will den Film nicht komplett niedermachen. Der Einbau der „Sith“, so eine Art Anti-Jedis hat mir sehr gut gefallen und brachte neuen Schwung ins Star Wars Universum. Schade nur, dass Darth Maul als beeindruckendster Charakter des Films am Ende geopfert wird. Der finale Jedikampf mit selbigem gehört auch zum absoluten Höhepunkt des Films, denn hier wird endlich mal perfekt choreographierte Action und Spannung geboten, wie ich sie von so einem Film erwarte. Wahnsinn, wie die drei miteinander kämpfen und durch kurze Unterbrechungen der Spannungspegel in die Höhe getrieben wird.

Die Effekte die man in zwei Stunden zu sehen bekommt gehören sicher zu den besten aller Zeiten, denn sie setzen Maßstäbe. Schade, nur dass alles so kunterbunt und hell designet wurde. So glaubt man sich bei Alice im Wunderland verirrt zu haben. Dennoch: Großes Lob, auch wenn man den totalen Overkill erlebt. Lobend erwähnen muss man auch hier wieder die Musik von John Williams, die nichts von ihrer Faszination verloren hat und einen Hauch Star Wars Feeling in den Film bringt. Eines der letzten Relikte der alten Saga. Somit sehe ich die neue Trilogie als reine Geldmacherei von Lucas, der nun den dicken Reibach plant. Das Zielpublikum wurde nach unten korrigiert, denn nun sind die Kleinen gefragt, die nun unbedingt eine Jar Jar Binks Puppe möchten. Außerdem weiß er genau: Jeder Kritiker wird sich auch die anderen beiden Teile ansehen, denn es ist Star Wars.

Fazit:
Langweilige, nervenaufreibende (das meine ich nicht im positiven Sinn!), effektüberladene Geldmaschine ohne Herz, Liebe und Seele. Das Star Wars Universum ist zu einer Ansammlung von Merchandisingfiguren verkommen. Da können die wenigen guten Szenen (Laserschwertkämpfe) und die unumstritten, guten Effekte auch nicht mehr helfen. Irgendwie stimmt das traurig, wenn eine Welt so verhunzt wird.


 

Wertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 52
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