Arena (2009)

OT: Arena - 105 Minuten - Dokumentation
Arena (2009)
Kinostart: 05.03.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Arena

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Regisseur Günter Schwaiger ist zu beneiden. Denn er scheint seine Liebe zu Spanien auch in seinem Beruf richtig umsetzen zu können und präsentiert mit ARENA bereits die zweite Dokumentation (nach HAFNERS PARADIES, 2007), die er in den sonnig-warmen Gefilden am Mittelmeer gedreht hat. Nach dem Aufeinandertreffen auf einen unbelehrbaren Altnazi stellt er nun weitere Dickköpfe ins Zentrum seines neuen Dokumentarfilms ARENA. Es geht im weitesten Sinne um Stierkampf, das manchmal heldenhafte – meist jedoch recht kärgliche Leben der Toreros, deren asketische Lebensweise und Ausbildung und das kulturelle  Phänomen, das dieser antike Brauch heute noch darstellt.

 

Jesus „El Gallo“ Mejinas ist der jüngste der drei Protagonisten. Er geht noch auf die prestigeträchtige Stierkampfschule in Madrid und ist Papas ganzer Stolz. Die Ausbildung ist hart, denn die Maestros legen ganz besonders großen Wert auf Enthaltsamkeit. Und selbst wenn die Schüler nur gegen Kälbchen antreten, so müssen sie Entschlossenheit demonstrieren. Denn nur die Besten können es bis ganz nach oben schaffen. Die beiden älteren Protagonisten hingegen schlagen sich mehr schlecht als recht von einem Auftritt zum anderen. Sie bekommen zu spüren, was den Jungen schon in der Schule eingetrichtert wird. Juan zum Beispiel hat bereits eine „ordentliche“ Berufskarriere hinter sich und will es jetzt als Torero versuchen. Johann aus Kolumbien steht für eine Gruppe südamerikanischer Toreros, die in Spanien Fuß fassen wollen.

 

Es ist aber nicht nur dieser rein persönliche Zugang, der Schwaiger interessiert und den er in den zahlreichen Gesprächen mit seinen Gegenübern herauszufinden versucht. ARENA zeichnet vielmehr ein facettenreiches Abbild dessen, was heute diese Art der Unterhaltung ausmacht. Stierkampfgegner kommen ebenso zu Wort wie Befürworter. Wie schon in HAFNERS PARADIES überlässt es der Film dem Zuschauer selbst, sich seine Meinung zu bilden und über dieses oder jenes genauer nachzudenken. Ein prinzipiell löblicher Ansatz – sofern man selbst irgendwelche Berührungspunkte zum Thema – die über das Dagegen- oder Dafürsein hinausgehen. Allen anderen wird der metaphysische Schockzustand, in den die Toreros immer wieder verfallen, wenn sie von der „Kommunikation“ zwischen ihnen und dem Tier sprechen, vom Respekt und von der tiefen Verehrung und von der Trauer, wenn sie es dann doch umbringen müssen (denn dass ein Stier am Schluss leben darf, ist äußerst unwahrscheinlich – umso schöner, dass der Film genau einen solchen Moment dokumentiert), dubios erscheinen. Freunde, bei allem Respekt sei mir das dann doch gestattet: Ihr stecht Tiere zur Unterhaltung eines Publikums ab – nicht mehr und nicht weniger und keiner wird dazu gezwungen! Da gibt es nichts zu Überhöhen oder gar zu Mystifizieren. Und es ist schade, dass der Film dem nichts entgegenzusetzen weiß.

 

Fazit:

Eine abwechslungsreiche Reise ins Land des Stierkampfs, die zahlreiche Facetten beleuchtet (und das nicht nur oberflächlich!), im Endeffekt entsteht trotz aller Wertungsfreiheit, die sich der Film auf seine Fahnen heftet, der Eindruck, der Filmemacher hat sich etwas zu sehr vom Stierkampf-Virus anstecken lassen. Nichts desto trotz: Sehenswert!

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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