Jerry Cotton (2010)

OT: Jerry Cotton - 100 Minuten - Komödie
Jerry Cotton (2010)
Kinostart: 12.03.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Jerry Cotton

Von am
Böse Zungen behaupten nicht erst seit gestern, dass Constantin Film mit Vorliebe, in welchem Sinn auch immer, bekannte Vorlagen nimmt und daraus mal mehr, mal weniger gute Umsetzungen schustert. Mit Der Baader-Meinhof Komplex und Das Parfüm mag dies noch ganz gut gelungen sein (obwohl sich auch da die Geister scheiden), aber spätestens mit Die Päpstin und Zeiten ändern dich, sollte klar sein, dass vor allem der Rubel rollen muss, und die Qualität kein entscheidendes Kriterium ist. Da kommt doch die Jerry Cotton Reihe, die erfolgreichste Krimireihe im deutschsprachigen Raum, gerade recht, um die nächste Verfilmung in den Sand zu setzen.

Jerry Cotton (Christian Tramitz) ist das Aushängeschild des FBIs. Egal wie brenzlig die Lage ist, er findet eine Lösung. Doch alles ändert sich, als der Gangster Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu), der im einzigen ungelösten Fall Jerrys verwickelt war, ermordet wird. Plötzlich gerät Jerry selbst unter Tatverdacht, und als auch noch sein Partner Ted Conroy (Janek Rieke) tot aufgefunden wird und gefälschte Beweise ebenfalls auf Jerry deuten, muss er untertauchen, und versuchen seine Unschuld zu beweisen. Unterstützung bekommt er dabei vom Anfänger Phil Decker (Christian Ulmen), aber dafür wird er von Daryl Zanuck (Christiane Paul) von der Dienstaufsichtsbehörde gejagt, die auch die ehemalige Partnerin Jerrys ist. Verführt von der Femme Fatal Malena (Monica Cruz) und gejagt vom FBI und diversen Verbrechern, versucht Jerry herauszufinden was dahinter steckt....

Es ist schon ein seltsamer Anblick dieser Jerry Cotton Film. Er protzt mit hohen Produktionswerten, die ein Fest für die Augen sind, und hat auch nie den oftmals schäbigen TV-Charakter, der deutsche Komödien so oft begleitet. Alles sieht hier wirklich nach Kino aus, und man hat sich Mühe gegeben optisch, vor allem für eine Komödie, einiges zu bieten. Auch gibt Christian Tramitz tatsächlich einen guten Hauptdarsteller ab, bzw. würde dies, wenn der Film die richtigen Akzente setzen würde. Aber leider ist Jerry Cotton nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Film wirkt unentschlossen, weiß nicht was er will, und kränkt in Folge immer mehr an seiner Unausgegorenheit.

Angeblich will der Film keine reine Parodie sein. Soweit so gut, doch um einen knisternden Genremix zu präsentieren wäre es doch zumindest notwendig irgendein Genre zu beherrschen. Doch der Kern des Films, die komödiantischen Aspekte, werden schlicht dilletantisch aus der Kanone gefeuert. Wenn man ständig versucht Gags zu platzieren landet man natürlich auch ab und zu einmal einen Treffer, aber insgesamt ist die Trefferquote doch erschreckend niedrig. Der Film versucht mit ausgelutschten Rohrkrepierern und mäßigen Zoten zu unterhalten, sorgt dabei aber leider kaum für Unterhaltungswert. Dabei ist die komödiantische Seite noch die Stärke des Films.

Denn Jerry Cotton versucht das Kunststück gleichzeitig ein Genre zu persiflieren, sich aber auch innerhalb der Grenzen und Regeln dieses Gernes zu bewegen. Und um das zu können muss man wirklich gut sein. Jerry Cotton hingegen schafft es nie, dass man die Krimihandlung ernst nehmen kann, was wohl auch an den völlig überzogenen Figuren liegen dürfte, folgedessen kann man sich nie auf die Rahmenhandlung einlassen, und hat auch keine besonders große Lust mit zu raten, geschweige denn mit zu fiebern. Das wäre auch wirklich verschwendete Energie, serviert der Film doch eine schwache Auflösung von der Stange, die leider kaum überzeugt.

Natürlich ist Jerry Cotton keine hochwertige Reihe, sondern ein schundiges Spaßheftchen, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Pulp Fiction war schließlich ein Meisterwerk, das sich ausschließlich auf die Schundkultur als Grundlage verließ. Doch dazu bedarf es vieler Voraussetzungen, die Jerry Cotton nicht hat. Zunächst beisst es sich schon sehr, dass die Optik auf Hochglanz poliert ist, im Inneren aber nur Schund vorherrscht. Sowohl der Humor, als auch die Handlung selbst wirkt unausgegoren und abgegriffen. Und um aus solchem Pulp etwas Erfrischendes zu machen, bedarf es viel Kreativität und Fingerspitzengefühl. Beides sollte man sich von Jerry Cotton nicht erwarten.

Fazit:
Jerry Cotton ist ein klassisches Großprojekt der Marke Constantin. Eine erfolgreiche Vorlage wird ausgeschlachtet, mit hohen Produktionswerten und einer kinotauglichen Inszenierung verfilmt und man geht dabei so berechnend vor, dass jeder Lacher eigentlich sofort im Hals stecken bleibt. Geld wird man wohl auf Grund des bekannten Namens dennoch machen, allerdings bleibt äußerst fragwürdig wem dieser unausgegorene, halbherzige Genremix, der taktlos zwischen Komödie und Krimi hin und her springt, schlussendlich gefallen soll. Christian Tramitz hätte zwar Potential in der Rolle, und auch sein Zusammenspiel mit Christian Ulmen kann stellenweise durchaus überzeugen, aber im Kontext der ansonsten uninspirierten Produktion fällt das auch nicht mehr ins Gewicht.

Wertung:
3/10 Punkte

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