Star Wars Episode 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)

OT: Return of the Jedi - 132 Minuten - SciFi / Abenteuer
Star Wars Episode 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)
Kinostart: 09.12.1983
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Star Wars Episode 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter

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Sieht man sich nach über 20 Jahren den dritten Film, Episode VI, der Star-Wars-Saga wieder einmal an, erstaunt vor allem, mit welchen Animationen und Tricks schon damals gearbeitet wurde.

Der klobige, fette Hutte Jabba hält General Han Solo (Harrison Ford) auf seiner Burg fest. Luke Skywalker (Mark Hamill), der inzwischen zum Jedi-Ritter ausgebildet wurde, sowie Kommandant Calrissian (Billy Dee Williams), Prinzessin Leia (Carrie Fisher), Chewbacca (Peter Mayhew) und selbstverständlich die Droiden C-3PO (Anthony Daniels) und R2-D2 (Kenny Baker) begeben sich nach Tatooine, um Han zu befreien. Das gestaltet sich nicht ganz einfach, da sich Jabba auf keinerlei Verhandlungen einlassen will. Zudem wird Luke von Jabba überwältigt und sieht sich einem gefräßigen Ungeheuer gegenüber. Aber – wie sollte es anders sein – Luke gelingt mit den anderen die Flucht von Tatooine.

Inzwischen hat die Allianz der Rebellen den zweiten Todesstern des Imperiums entdeckt. Die Allianz setzt ihre Flotte in Bewegung, um den Todesstern zu vernichten. Dazu müssen sich unsere Helden allerdings zunächst auf den Mond Endor begeben, um den Schutzschildgenerator zu zerstören, den der Imperator (Ian McDiarmid) und sein getreuester Diener Darth Vader (David Prowse) haben errichten lassen, um den Stern zu schützen. Auf Endor treffen sie auf das Völkchen der pelzigen Ewoks, die in den Eindringlingen zunächst schmackhaftes Futter sehen. Doch da sie in C-3PO eine Art Gott sehen, geben sie ihr geplantes Mahl auf und unterstützen die Rebellen der Allianz bei der Vernichtung des Schutzschildgenerators.

Luke weiß inzwischen nach Gesprächen mit Yoda (Frank Oz) kurz vor dessen Tod und mit Obi-Wan (Alec Guinness), dass er um eine endgültige Auseinandersetzung mit seinem Vater Darth Vader nicht herumkommt. Zudem erfährt er von Obi-Wan, dass Leia seine Zwillingsschwester ist. Er muss allein in das Zentrum des Bösen. Doch Yoda hatte ihn gewarnt: Wenn er Hass und Wut zur Richtlinie seine Handelns mache, hätte der Imperator bereits gesiegt ...

„Krieg der Sterne“ muss man lieben oder es lassen. Das ist sonnenklar. Sicher, die ganze Geschichte, verteilt über sechs Filme zu jeweils gut zwei Stunden, ist für sich betrachtet äußerst simpel: Schwarz kämpft gegen Weiß, Gut gegen Böse, das Licht gegen die Finsternis. Die Guten sind nur gut und die Bösen nur böse. Letztendlich reduziert sich die Handlung auf eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn Skywalker, von der alles andere, das heißt das Schicksal des Universums, abhängt, letztlich sogar nur von einer Sekundenentscheidung Darth Vaders (gleich Anakin Skywalker). Sind in ihm noch Reste menschlicher Gefühle oder nicht? In dieser letzten Sekunde entscheidet aber nicht Vater Vader oder Sohn Luke, sondern das Drehbuch. Denn nach mehr als zwölf Stunden Saga – verteilt über einen Zeitraum von 1977 bis 2005 – kann doch am Ende das Reich des Bösen nicht siegen. Darauf haben wir (im Jahre 2005) nicht 28 Jahre, eine ganze Generation lang gewartet!

Auch der Aufwand, den Lucas für die, ja man muss sagen: zwei Trilogien, betrieb – denn zunächst sollte mit Teil VI Schluss sein –, war so enorm, dass – man verzeihe mir die Spitze – der dunkle Imperator hinterher nicht als Herrscher des Weltalls dastehen konnte. In den ILM-Studios entstanden für Teil VI ca. 150 Modelle, 500 Spezialeffekte wurden in Szene gesetzt. Für die Anfangssequenz auf Tatooine wurde eine Schar von skurrilen Gestalten entworfen, aufgeschäumte Latex-Monster, in denen sich Schauspieler bewegten, Jabba, drei Meter groß, zehn Animatoren mussten ihn bewegen. Das Monster Rancor dagegen war lediglich sechzig Zentimeter hoch, nur drei Animatoren waren nötig, um es fürchterlich wirken zu lassen. Und so weiter.

Vergleicht man die inzwischen gedrehten Filme mit außergewöhnlichen Animationen, auch die komplizierten computergesteuerten Tricks, so lässt sich Episode VI durchaus noch gut sehen, hält einem Vergleich stand, was die beabsichtigten Wirkungen der Effekte betrifft.

Dieser gigantischen Leistung entsprach sozusagen, als ich den Film zum ersten Mal sah, der überwältigende Eindruck der zumeist äußerst realistisch wirkenden Welten und ihrer Bewohner im phantasievoll gestalteten Universum. Umso erstaunlicher empfand ich beim neuerlichen Blick auf den Film eine gewisse Langeweile in bezug auf die Anfangssequenz auf Tatooine. Genauer gesagt: Ich fand die Befreiungsaktion einfach in die Länge gezogen. Auch hatte ich jetzt den Eindruck, dass der Film allzu stark auf das Ende hin gedreht wurde, also auf die entscheidende Auseinandersetzung zwischen den Skywalkers, und daher zu wenig Umwege in die Handlung eingebaut wurden, Verästelungen, Sackgassen, usw.

So ändern sich die Zeiten und Eindrücke vom gleichen Objekt. Auch die Schauspieler wirken heute in vielen Szenen zu sehr als Marionetten einer schicksalhaften Saga denn als ausgeprägte, phantasievoll ausgestaltete Charaktere. Aber was soll’s. Der Film kann trotzdem auch heute noch begeistern, auch wenn er vielleicht nicht der beste in der ersten Trilogie ist.

Man hat viel spekuliert, ob „Star Wars“ auch eine Antwort des US-Imperiums an das SU-Imperium im Zeitalter der erzkonservativen Wende in den USA war oder sein sollte (1980 wurde Ronald Reagan zum Präsidenten gewählt, der Reagan, der schon als Governor of California in den 70er Jahren zur Hass-Figur der aufbegehrenden Studenten und Intellektuellen, der schwarzen Bürgerrechtsbewegung geworden war). Doch nicht nur dies. Die Pläne der US-Administration für eine Weltraumverteidigung waren auch schon damals Lieblingstraum des vormals mittelmäßigen Schauspielers Ronny, der zum Aushängeschild alles Rückständigen und Mittelmäßigen wurde, was Amerika so zu bieten hatte und hat. Wahrscheinlich – bewusst oder nicht – sind Sagen wie „Star Wars“ zumindest auch Dokumente eines Zeitgefühls, einer Stimmung, in diesem Fall vielleicht auch der Ahnung, dass der „Kalte Krieg“ und die Systemauseinandersetzung auf eine Ende zusteuern musste – egal wie es aussah. Für solche Vermutungen bedarf es keiner Verschwörungstheorien.

Heute jedenfalls kann man die Episoden der ersten Trilogie einfach genießen, wie gesagt, wenn man mit der ganzen Angelegenheit überhaupt etwas anfangen kann und keine Erwartungen hinsichtlich inhaltlichem Anspruch hat.


Wertung:
10/10 Punkte

Quelle: Follow-me-now.de / Ulrich Behrens

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