Star Wars Episode 5: Das Imperium schlägt zurück (1980)

OT: The Empire Strikes Back - 124 Minuten - SciFi / Abenteuer
Star Wars Episode 5: Das Imperium schlägt zurück (1980)
Kinostart: 12.12.1980
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Star Wars Episode 5: Das Imperium schlägt zurück

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Die Meinungen über die Star-Wars-Saga gehen weit auseinander. Während die einen vor Begeisterung die Reihe zu einem Kult machen und sich darüber streiten, welche der Episoden denn nun die beste sei, halten andere sie für tricktechnisch aufgeladenen Kinderkram. Wie dem auch sei: Jedenfalls enthält die Saga alle Elemente eines Mythos im High-Tech-Anzug.

Der Imperator und Darth Vader (David Prowse) sind nach dem Sieg der Rebellen über den Todesstern in der Schlacht von Yavin auf der Suche nach dem Stützpunkt der Rebellen. Die haben sich in arktischer Kälte auf dem fast unbewohnbaren Planeten Hoth versteckt. Während Luke Skywalker (Mark Hamill) bei der Erkundung des Planeten von einem Ureinwohner, einem Wampa, angegriffen wird, fangen Han Solo (Harrison Ford), Chewbacca (Peter Mayhew), Prinzessin Leia (Carrie Fisher) und die beiden Droiden R2-D2 (Kenny Baker) und C-3PO (Anthony Daniels) die Signale eines Suchdroiden der imperialen Flotte ab. Die Rebellen sind gewarnt und bereiten ihre Flucht vor. Han Solo und Chewbacca gelingt es, den Suchdroiden zu zerstören. Der Abbruch der Signale macht Darth Vader misstrauisch und er befiehlt Admiral Ozzel (Michael Sheard) auf Hoth zu landen.

Inzwischen findet Han Solo Luke kurz vor dem Erfrieren, nachdem der dem Wampa gerade noch einmal entkommen ist und in einer Vision von Obi-Wan Kenobi (Alec Guinness) aufgefordert wurde, auf dem Planeten Dagobah den Yedi-Meister Yoda (Frank Oz) aufzusuchen. Die Situation für die Rebellen wird immer kritischer, als die Imperialen AT-ATs (All Terrain Attack Transports) einsetzen, die das Energiefeld um das Hauptquartier der Rebellen zerstören sollen. Unter großen Verlusten können Han Solo, Leia, C-3PO und Chewbacca mit dem Millennium-Falken entkommen, während Luke und R2D2 mit einem X-Wing-Jäger flüchten, um nach Dagobah zu gelangen.

Doch Darth Vader lässt nicht locker. Er setzt den Kopfgeldjäger Boba Fett (Jeremy Bulloch) auf Han Solo an, der bei Jabba dem Hutten noch immer in der Kreide steht. Und noch jemand erweist sich als Risiko für die Rebellen: Hans alter Freund Lando Calrissian (Billy Dee Williams) ...

Über 533 Mio. Dollar soll der zweite Film „The Empire Strikes Back“ weltweit eingespielt haben, der 1980 in die Kinos kam. Für Teil 5 drehten Kershner und Lucas u.a. in Norwegen in einer Höhe von 1.240 Metern über dem Meeresspiegel. 64 Kulissen mussten für 250 Szenen in kürzerster Zeit erstellt werden. Der Phantasie waren einmal mehr keine Grenzen gesetzt, zumindest was die Utensilien anging, z.B. die Tauntauns, lediglich 30 Zentimeter groß, die mit einer aufwendigen Stop-Motion-Technik fortbewegt wurden. Oder der „Rasende Falke“, ein 18 Meter langes und mehrere Tonnen schweres Prunkstück, sowie der mit etlichen Details ausgestattete Sternzerstörer „Executor“. Nicht zuletzt die AT-ATs, die in einer aus Pappe und Kunstschnee gefertigten Mini-Landschaft mit 23 Bildern pro Filmsekunde in Bewegung gesetzt wurden.

Erstaunlich am zweiten Teil der ersten Trilogie, ist der dunkle Ausgang des Rennens zwischen Imperium und Rebellen: Han Solo bleibt in Karbonit eingefroren, Luke verliert im Kampf eine Hand und mit der Rebellion steht es am Ende gar nicht gut. Zudem wird der Haupthandlungsstrang durch etliche Nebenhandlungen ergänzt. Die Dialoge zwischen den Droiden R2D2 und C-3PO erhalten mehr Raum, die Konkurrenz um Leia zwischen Han und Luke ebenso.

Insgesamt fand ich Episode 5 im Vergleich zu den anderen drei Filmen der Saga am gelungensten, vor allem weil hier (noch) zwischen Handlung, Charakteren und Technisierung ein ausgeglichenes Verhältnis herrscht, so dass – bei allen Mängeln im einzelnen – die außerirdische Welt und der Mythos, die Lucas präsentiert, glaubhaft bleiben.

In Mythen – ob es sich um klassische oder moderne handelt – reproduzieren sich jeweils ähnliche Muster; sie zeugen von Göttern, Helden, vom Kampf zwischen dem (absolut) Bösen und dem (absolut) Guten, stehen jedoch in ihrer konkreten Ausgestaltung, die oft durch die Zeitlosigkeit der Erzählung des Mythos charakterisiert ist, gleichzeitig für die aktuellen zeitgeschichtlichen Konflikte und Probleme einer Gesellschaft. Das Sinnstiftende des Mythos gründet sich vor allem in der Suche nach Erlösung, nach einem Gott, der den Menschen Hoffnung bringen soll, repräsentiert in einem oder mehreren Helden, der in sich das repräsentiert, was für alle gelten soll.

Insofern unterscheidet sich die Star-Wars-Saga nicht von einem archaischen Drama. In der Figur des Luke Skywalker ist dieser suchende Held, der von der schicksalhaften und -schweren Prophezeiung zunächst überhaupt keine Ahnung hat, verkörpert. Die edle, mutige Prinzessin Leia, Objekt des Angriffs durch das Böse, ist die zu Befreiende, aber zugleich steht sie für das Gute und für die Guten. Wird sie nicht befreit, gibt es für niemanden Befreiung.

Es finden sich so zahlreiche Motive, die klassischen Mythen entlehnt sind, sei es der Artus-Sage, der Odyssee, Iasons Suche nach dem Goldenen Vlies oder auch dem Schicksal des Prometheus. Noch andere Figuren alter Mythen sind im „Krieg der Sterne“ zu finden, die Wächter, Herolde oder auch der weise, alte Mann (Obi-Wan), das Lichtschwert als eine besondere Waffe, die sich von anderen unterscheidet, fast magische Kräfte frei setzt (man denke an die namentlich benannten Schwerter, etwa Excalibur von König Artus), die Unterwelt mit exotischen Bewohnern (Mos Eisley) usw.

Auch das Böse, repräsentiert von Darth Vader, kann sich dem Schicksal nicht entziehen. Dass Darth Vader Anakin Skywalker war und in ihm noch etwas vom Vater des Helden existiert, obwohl der Imperator ihn zum wichtigsten Handlanger seiner dunklen Pläne gemacht hat, ist kein Zufall, sondern Bestimmung. Der Mensch hat sich in Gestalt der beiden Skywalkers sozusagen zweigeteilt, das Gute und das Böse, was jeder Mensch in sich trägt, personifiziert sich jetzt in Reinkultur in zwei Personen. Das erinnert stark an die Vertreibung von Luzifer aus der Reihe der Engelschar, der dann zum absoluten Gegenspieler des allmächtigen, guten Gottes wird.

Und schließlich wird auch das Märchen bemüht: Der Weg des Helden aus der Unwissenheit und der Unschuld macht ihn angreifbar und auch schuldig, denn er muss sich einmischen, Partei ergreifen, wird zum Leidenden und Leid Austeilenden, bis sich die Prophezeiung erfüllt.

Star Wars entstand in einer Zeit der großen Umwälzungen in der amerikanischen Gesellschaft. Vietnam-Krieg und Watergate hinterließen ihre Wunden, der kalte Krieg drohte sich in alle Ewigkeit zu perpetuieren, innere Konflikte, sei es um Rassentrennung, Todesstrafe, Ölkrise oder auch die gedämpften Erwartungen bezüglich des Weltraumprogramms sowie etliche andere Dinge zerrten am Selbstwertgefühl einer Nation, die schon immer viel von sich selbst und von ihrer patriotisch gekitteten Homogenität gehalten hatte. Hier konnte ein Mythos, der Wege wies, scheinbar zeitlose Wahrheiten enthielt, von notwendiger Einheit und Vereinheitlichung künden. Klinisch rein – kaum Blut oder abgerissene Gliedmaßen –, eine Heldengeschichte, die es in sich hat, verankert in einer hierarchisch strukturierten Zukunftsgesellschaft, nicht nur mit klarer Trennung von Gut und Böse, sondern auch in ihrer Einfachheit und Durchsichtigkeit so unmissverständlich geordnet, dass jeder weiß, wohin er gehört (natürlich auf die Seite des Guten), steht die Trilogie für die Rekonstruktion des amerikanischen Traums von der eigenen, vermeintlich schicksalhaften Bestimmung in der realen Welt.

In dieser Hinsicht ist „Das Imperium schlägt zurück“ der effektivste Teil der Saga geblieben. Denn gerade das bittere Ende des Films kann auch als Aufruf zur Wachsamkeit, zur Einheit, zur Geschlossenheit interpretiert werden, ohne die das Imperium nicht besiegt werden kann (mal abgesehen von den finanziellen Antrieben, die eine Fortsetzung der Saga durch den Erfolg der ersten drei Teile logisch erschienen ließen).

Doch wie jeder Mythos enthält auch Lucas Saga eben ein Stückchen Realität, das nicht so einfach, klar und schicksalhaft, vorbestimmt ist, wie der Mythos eigentlich verkündet. Dass sich die Saga insgesamt über sechs Teile und 28 Jahre, eine ganze Generation, hinstreckt, deutet weniger auf die Funktion von Mythen der beschriebenen Art, sondern eher von einem Mythos, den Lucas selbst um sich herum aufgebaut hat. Er, der moderne Märchenerzähler mit digitaler Technik, enormen finanziellem und technischem Aufwand, ist eben auch nur ein Produkt einer Zeit, in der selbst Mythen von der Macht des Geldes abhängig sind, die jeden Mythos zerstören kann. Das Überhandnehmen der visuellen Effekte und digitalen Tricks gegenüber Erzählung, Handlung und Charakteren in „Die dunkle Bedrohung“ – 22 Jahre nach dem ersten Film gedreht – war offensichtlich.

Episode 5 der Saga zeugt noch von der Kraft einer modernen, mit phantasievoller Filmtechnik gestalteten mythischen Erzählung. Man mag die Saga insgesamt für filmgeschichtlich bedeutungslos, naiv, möglicherweise primitiv oder langweilig halten. Andere mögen sie zum Kult erklären. Es bleibt die Frage, warum solche Filme Millionen Menschen nicht nur in den USA in die Kinos gelockt haben.


Wertung:
10/10 Punkte

Quelle: Follow-me-now.de / Ulrich Behrens

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