Zurück in die Zukunft 3 (1990)

OT: Back to the Future Part 3 - 118 Minuten - SciFi / Komödie
Zurück in die Zukunft 3 (1990)
Kinostart: 25.05.1990
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 07.04.2011
Will ich sehen
Liste
8660
Bewerten:

Filmkritik zu Zurück in die Zukunft 3

Von am

Am Ende des zweiten Teils sitzt Marty (Michael J. Fox) im Jahr 1958 fest, während sein Freund Doc Brown (Christopher Lloyd) mitsamt der Zeitmaschine in den wilden Westen verschlagen wurde. Marty erhält zwar den Auftrag, direkt in seine Zeit zurückzukehren, doch nach einer schockierenden Entdeckung entschließt er sich dazu, seinen alten Freund zu retten. Nach Anfangsschwierigkeiten findet er sich im wilden Westen wieder, zwischen Indianern, Revolverhelden und noch mehr Problemen …

 

„Doc, ich bin‘s! Ich bin zurück, zurück aus der Zukunft!“ – Marty McFly

 

Die Teile 2 und 3 wurden in einem Stück geplant, Zusammenhänge sind also alle bewusst so gewollt. Die Teile wurden auch parallel zu einander produziert und umgesetzt. Während in der Nacht Szenen für den zweiten Teil gefilmt wurden, wechselte man am hellen Tage rüber in die extra erbaute Westernstadt. Die Besetzung blieb die gleiche wie im Vorgänger auch: Christopher Lloyd verkörperte noch immer den genial verrückten Wissenschaftler Emmet L. Brown, Michael J. Fox stellte den jungen Marty McFly und Thomas F. Wilson spielte erneut den bösen Gegenpart der Tannen-Familie. Auch hinter den Kulissen veränderte sich kaum etwas, Robert Zemeckis nahm erneut am Regiestuhl Platz und Steven Spielberg gesellte sich ebenfalls wieder zu den Produzenten. Was sollte also noch schiefgehen?

 

Die Handlung selbst wiederholt die letzten Minuten des zweiten Teils, damit wird erneut die direkte Verbindung zum spannenden Höhepunkt des ersten Teils Bezug genommen. Der Einstieg ist also sehr rasant, flacht dann aber etwas ins Komische ab, wenn Marty Doc klar zu machen versucht, dass er nun wieder zurück aus der Zukunft ist. Die folgenden Szenen wurden mit großer Sorgfalt gedreht und lassen sofort wieder ein gewisses wollig warmes Gefühl für die zwei guten Freunde aufkommen. Die Stimmung ist für den Zuschauer fast zum Greifen nah. Nachdem die Ausgangslage für den weiteren Verlauf des Films bestimmt wurde, steigt Marty erneut in den DeLorean und beschleunigt ihn auf 88mp/h …

 

Das Grande Finale der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie hatte vor seinem Start mit einigen Gewissensbissen zu kämpfen, immerhin blieb der zweite Teil leicht hinter den Erwartungen der Zuschauer zurück. Natürlich war auch er unterhaltsam und spannend, doch die Handlung erschien für den normalen Kinogeher fast zu komplex, außerdem geriet der eigentlich lustige Streifen fast etwas ins Düstere ab. Genau an diesen wichtigen Punkten folgt der dritte Teil aber wieder dem Original: Die Haupthandlung ist im Grunde ähnlich und nur um einige Jahrzehnte verschoben. Trotzdem sorgt die neue Zeitperiode, zusammen mit der deutlichen Weiterentwicklung der zwei Hauptcharaktere, für frischen Wind im Genre. Der dritte Teil sollte alles richtig machen.

 

Der ganze Film wurde besonders liebevoll hergestellt, doch das Produktionsdesgin gehört einfach extra erwähnt. Angefangen beim DeLorean, der nach seinem dritten Umbau schon so einiges am Tacho hat, aber durch die verschiedenen Updates immer mehr Charakter bekommen zu scheint, bis hin zur gesamten Westernstadt, die nur für diesen Film aus dem Boden gestampft wurde. Auch die Kostüme sind sehr sehenswert, hier wurde eine Zeitperiode wirklich komplett erschlossen. Des Weiteren ist es erfreulich, dass der Einsatz von stark verändernden Masken unterlassen wurde, immerhin wirkten diese trotz oder gerade wegen der hervorstechenden Spezialeffekte immer etwas zurückgelassen und überholt. Auch die Spezialeffekte gehören kurz angesprochen: Im Gegensatz zum zweiten Teil nehmen sie sich stark zurück und räumen der Realität wieder den Platz ein. Sie finden zwar durchaus ihren Einsatz, fügen sich aber viel angenehmer in das laufende Gesamtbild ein.

 

Auch was die Darsteller angeht, scheint nun wirklich jeder seinen Charakter endgültig gefunden zu haben. Michael J. Fox IST Marty McFly, dieser junge Zeitreisende war einfach die Rolle seines Lebens. Sein Enthusiasmus ist in jeder Szene deutlich spürbar. Er ergänzt sich perfekt mit Christopher Lloyd, welcher auch schon längst in der Rolle des Emmet L. Brown angekommen ist. Auf der Leinwand ist deutlich anzumerken, dass die Chemie zwischen diesen beiden Schauspielern einfach passte. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich dieses Duo so kongenial ergänzt. Eine Überraschung stellte Thomas F. Wilson dar, er hat endlich seine Rolle gefunden die ihm wie auf den Leib geschneidert passt. Der leicht trottelige Bandit Buford „Mad Dog“ Tannen steht ihm einfach viel besser, als ein anderes „dämliches“ Mitglied der Familie Tannen. Zu den üblichen Verdächtigen zählt natürlich auch Lea Thompson. Sie kommt aufgrund des Drehbuches zwar nur kurz in die Kamera, doch auch hier ist zu merken, dass sie ihre Seele in ihren Charakter steckt. Zum Cast neu hinzugestoßen ist Mary Steenburgen alias Clara Clayton. Sie sprengt zwar das Duo bestehend aus Marty und Doc etwas auseinander, kann sich durch ihre Schauspielkunst aber trotzdem gut ins Gesamtbild einfügen. Erwähnenswert bleibt auch Chester der Barkeeper, gespielt von Matt Clark. Seine Auftritte erscheinen zwar nur am Rande, doch er besitzt den notwendigen Charme um die Adaption eines Westens zu komplettieren.

 

„Zurück in die Zukunft III“ ist vollgespickt mit kleinen Details, Anspielungen und Querverweisen zu anderen Filmen beziehungsweise Zeitreiseabenteuern. Ob Marty nun Clint Eastwood ist oder Doc Anspielungen an ältere Abenteuer macht: die Detailgenauigkeit ist heutzutage in dieser Form leider kaum noch zu finden. Wie üblich bei „Zurück in die Zukunft“ ist auch die Musik qualitativ sehr hochwertig. Die abgewandelte Titelmusik leitet sehr locker ins Westerngenre über. Ein Highlight bietet natürlich auch der Auftritt von ZZ-Top beim Dorffest; in optischer als natürlich auch musikalischer Hinsicht.

 

Ein bisschen wehmütig wird es am Ende, wenn die Trilogie endgültig ihren Abschied feiert. Drei wundervolle Filme, eine spannende Rahmenhandlung, toller Humor und eines der vielleicht besten Filmduos der Geschichte. Alle Fäden werden am Ende verarbeitet, keine Frage bleibt auch nur halbwegs offen zurück. Der Schriftzug „The End“ schmerzt zwar etwas, markiert er doch das Ende einer berühmten Filmtrilogie. Die Stimmen nach einem vierten Teil wurden zwar schon mehrmals lautstark in den Raum zur Diskussion gestellt, aber die Produzenten machten klar, dass es keinen vierten Teil geben würde. Die Schauspieler seien innerhalb von zwanzig Jahren gealtert, außerdem erkrankte Michael J. Fox an Parkinson; und ohne ihn und Christopher Lloyd wäre es einfach nicht mehr „Zurück in die Zukunft.“ Man wisse zwar um das Begehren der Fans, doch die Trilogie ist perfekt so wie sie ist, die Geschichte wurde erzählt. Ein weiterer Teil könnte dieses Gefüge zerstören – wie das funktioniert, hat bereits ein vierter Teil von „Indiana Jones“ gezeigt …

 

Fazit:

Alles ist gut so wie es ist. „Zurück in die Zukunft“ geht mit dem dritten Teil ins Finalspiel und erfüllt alle Erwartungen der Zuschauer. Der Humor stimmt, die Action und die Spannung passen ebenfalls wieder. Dank der guten Schauspieler und dem guten Drehbuch steigert sich der Film unaufhaltsam dem Finale entgegen, in welchem wieder einmal der DeLorean eine durchaus wichtige Rolle spielt. Alle guten Dinge müssen einmal enden – leider. „Zurück in die Zukunft III“ ist für alle Fans der Filmreihe wärmstens zu empfehlen. Auch Freunde der leichten Unterhaltung dürften durchaus ihren Spaß haben, sie müssen sich nur durch die Anfangsminuten erst in das Gesamtbild einsehen. Geeignet für alle Kenner der Reihe oder aber auch als Gesamttrilogie für einen Filmabend mit der Familie, den Kumpels oder auch mit der/dem Freund/in. Zurück in die Zukunft – das letzte Mal!

 

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 43
10 /10
26%
9 /10
14%
8 /10
28%
7 /10
14%
6 /10
7%
5 /10
2%
4 /10
5%
3 /10
2%
2 /10
0%
1 /10
2%
Vielleicht interessiert dich auch
Zurück in die Zukunft 2 (1989)
Zurück in die Zukunft (1985)
Falsches Spiel mit Roger Rabbit
Men in Black 3 (2012)
Ananas Express (2008)
Men in Black 2 (2002)
Men in Black (1997)
Oh Boy (2012)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
schon gesehen
Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013
Zeitreisefilme
Liste von The Godfather
Erstellt: 18.09.2012