Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis (2007)

OT: - 121 Minuten - Action / Komödie
Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis (2007)
Kinostart: 14.06.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis

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Im Jahr 2003 landete das Dreamteam Edgar Wright - Simon Pegg, mit ihrem skurrilen Shaun of the Dead einen weltweiten Erfolg, der zumindest von Filmfans rund um den Globus in den höchsten Tönen gelobt wurde. Der Film konnte speziell durch seine ganz eigene Art überzeugen, die den traditionellen Zombiefilm sowohl parodierte, als auch eine eigene Geschichte erzählte, die man getrost als Verbeugung vor dem Genre betrachten kann. Hot Fuzz ist das neuste Werk des Gespanns und vereint nicht nur das Team aus Shaun of the Dead, sondern wendet auch dessen genialen Stil auf das Actiongenre an.

 

Nicholas Angel (Simon Pegg) ist sicher keiner der klischeehafte Polizisten, die schon mal ein Auge zurdrücken und nur versuchen selbst eine möglichst ruhige Kugel zu schieben. Er ist der härteste Cop Londons und seine Verhaftungsrate liegt 400% höher als bei allen anderen. Er ist der Prototyp eines Polizisten und quasi ein Robocop in Menschengestalt. Doch wegen einer Verletzung an der Hand und weil er alle rund um sich schlecht aussehen lässt, wird er von seinen Vorgesetzten befördert und in das ländliche Sandfort versetzt.

 

Dort sieht das Leben anders aus, als in London. Die Polizisten sind es gewohnt nicht wegen jeder Kleinigkeit zuzuschlagen und dies ist auch gar nicht nötig. Es geschehen kaum Verbrechen und die ländliche Idylle kann man der Stadt förmlich ansehen. Doch als der Polizist Angel in die Stadt kommt scheint es mit der Ruhe etwas vorbei zu sein. Er bringt den Wirt um sein Geld, weil er die Minderjährigen aus dem Lokal wirft und kümmert sich auch ansonsten sehr genau um die Einhaltung des Gesetzes. Doch dann passiert etwas merkwürdiges im Ort: Einige Leute sterben unter mysteriösen Umständen und Angel glaubt als Einziger nicht daran dass es sich um Unfälle handelt. Gemeinsam mit seinem Partner Danny Butterman (Nick Frost) gräbt er tiefer...

 

Hot Fuzz richtet sich vorwiegend an eine ganz spezielle Zielgruppe, die auch schon Shaun of the Dead besonders ansprach: An Hardcore-Filmfans aus aller Welt, welche die vielen Anspielungen und Zitate auf alle möglichen Actionmovies auch verstehen. Besonders auffällig werden Gefährliche Brandung und Bad Boys 2 referenziert, aus denen nicht nur besonders offensichtlich zitiert wird, sondern die auch im Film von den Hauptdarstellern angesehen werden. Besonders die Szene kurz vor dem Finale in der sich Angel vom DVD-Cover von Bad Boys 2 motivieren lässt und dann mit Sonnenbrille und gigantischem Waffenarsenal ausgestattet, genau wie seine Vorbilder in die Schlacht zieht, ist zum Brüllen komisch.

 

Doch leider konnte nicht durchgehend ein solch hohes Niveau gehalten werden. Insgesamt gesehen ist Hot Fuzz ein sehr unterhaltsamer Film, der es genau wie Shaun of the Dead schafft gleichzeitig Parodie und Hommage eines Genres zu sein, aber die Qualität des Erstlings wird hier nicht erreicht. Hot Fuzz legt zwar von Anfang an ein sehr hohes Tempo vor, doch genau dieses Tempo wird dem Film an einigen Stellen zum Verhängnis. Die Schnittfolge ist fast unmenschlich hoch und so werden viele an sich witzige Szene einfach rasant übersprungen ohne dass der Zuseher das Gezeigte wirklich genießen kann. Zwar passt dieses hohe Tempo an vielen Stellen sehr gut, aber an anderen Stellen wirkt es eben sehr störend.

 

Weiters ist Hot Fuzz auch nicht ganz so kurzweilig wie sein Vorgänger. Wirklich Langeweile kommt zwar auch nicht auf, dazu ist das Dorfambiente zu sympathisch, aber die Gagdichte ist spezielle im Mittelteil nicht besonders hoch. Wenn ein Spruch kommt, dann sitzt er auch mit ziemlicher Sicherheit, aber an manchen Stellen hat man sich ungewohnt zurückgehalten und mehr auf die eigenständige Story wert gelegt, die leider doch etwas brüchig ist. Denn so überraschend wie es sich die Filmemacher vielleicht wünschen, ist die Geschichte nicht und Filmkenner werden das Spiel bald durchschauen.

 

Neben diesen Aspekten gibt es noch das störende Element der Splatterszenen. Funktionierten diese in Shaun of the Dead noch sehr gut, da sie auch in das Konzept des Films gepasst haben, wirken sie hier sehr deplaziert. Denn warum man in einem Unterhaltungsfilm, der das Actiongenre parodiert zeigen muss wie einem Reporter der Kopf platzt ist mir ein Rätsel und auch ansonsten sind die Morde des Films visuell äusserst brutal geworden. Dies hätte nicht sein müssen, da sie den Film eben nicht bereichern und so nur als Störkörper in Erinnerung bleiben.

 

Das waren die störenden Elemente des Films, die verhindern dass das Shaun of the Dead Niveau erreicht wird (Zur Info: Shaun of the Dead hat auf Filmering.at ebenfalls 7/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015