From Paris With Love (2010)

OT: From Paris With Love - 93 Minuten - Action
From Paris With Love (2010)
Kinostart: 26.03.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu From Paris With Love

Von am

Pierre Morel, der unter der Fuchtel von Frankreichs Mainstream-Aushängeschild Luc Besson (Im Raush der Tiefe, Leon – Der Profi) steht, ist letztes Jahr im Taken (bzw. im deutschsprachigen Raum 96 Hours) ein Überraschungserfolg gelungen, der ihm durchaus einige Anhänger beschert hat. Nun folgt mit From Paris With Love der zweite Streich, bei dem wichtige Elemente von Morels letztem Film wiedergekäut werden, jedoch ohne jemals dessen Überzeugungskraft zu erreichen. Doch dies ändert nichts daran, dass From Paris With Love, speziell in seiner ersten Hälfte, eine durchaus unterhaltsame No-Brainer Granate ist, die lediglich in der zweiten Hälfte einiges an Spaßfaktor einbüßt.

 

James Reese (Jonathan Rhys Meyers) arbeitet als Assistent des US-Botschafters (Richard Durden) in Paris, führt privat eine glückliche Beziehung mit seiner Freundin Caroline (Kasia Smutniak), und erledigt beruflich einige kleiner Agententätigkeiten. Doch plötzlich bietet sich die Gelegenheit bei den wirklich großen Jungs mitzuspielen. Er soll dem erfahrenen, unkonventionellen Agenten Charlie Wax (John Travolta) assistieren, da dieser einen wichtigen Auftrag in Paris hat. Und gleich von Beginn an wird klar, dass Wax nicht lange fackelt: So dauert es nicht lange bis zur ersten Schießerei, es sammeln sich Berge von Leichen, und James beginnt zu hinterfragen wonach sie überhaupt her sind. Und Schritt für Schritt fällt seine Welt weiter auseinander…

 

Um die Parallelen zu 96 Hours zu erkennen, muss man wahrlich kein geschultes Auge mit in den Kinosaal bringen. Denn sowohl in From Paris With Love, als auch in 96 Hours schickt Pierre Morel einen knallharten Racheengel in die Stadt der Liebe, der nicht lange zögert, bevor er mit äußerster Brutalität zuschlägt. Doch man hat auch wesentliche Elemente verändert, dies jedoch nicht unbedingt zum Besseren, sodass From Paris With Love doch einige Schwächen aufzuweisen hat. Als wichtigste Änderung sei schon einmal erwähnt, dass der Film den bitterernsten Grundton von 96 Hours vollständig über Bord geworfen hat, und stattdessen vor allem auf coole Sprüche und klassische Buddy-Movie Unterhaltung setzt.

 

Als Protagonist fungiert dabei Reese, der jedoch etwas langweilig gezeichnet wirkt, sodass die Exposition zunächst noch nicht sonderlich viel versprechend wirkt. Und tatsächlich gewinnt der Film auch erst an Fahrt, wenn John Travolta die Leinwand betreten und mit knallhartem Actionfilmzynismus auf den Putz hauen darf. Bereits seine Aufmachung balanciert enorm zwischen unfreiwilliger Komik und wirklicher Härte, und dies durchzieht auch seine ganze Rolle. Ein lockerer Spruch ist immer auf den Lippen, in Gefahr scheint er auch nie zu schweben, und selbst wahre Gegnerhorden lassen sich mühelos ausschalten. Besonders im Kontrast zum etwas langweiligen Jonathan Rhys Meyers, entwickelt John Travolta hier eine bemerkenswert unterhaltsame Leinwandpräsenz.

 

Als Manko erweist sich jedoch die Handlung des Films. Bzw. zunächst einmal funktioniert From Paris With Love ohne wirkliche Handlung wirklich gut, da man sich so auf die spaßigen Einzelmomente konzentrieren kann, doch leidet der Film zunehmend daran, dass die Handlung selbst nicht ansatzweise so stringent und konsequent wie in Taken ist, sodass man schon öfters zweimal nachdenken muss, warum hier eigentlich gerade irgendwer getötet wird, und wozu eigentlich. Doch wie bereits erwähnt, kann From Paris With Love dies über einige Zeit gut kaschieren, da der Film wirklich Vollgas gibt, und in seiner lockeren Inszenierung durchaus Spaß macht.

 

Doch leider beginnt der Film in seiner zweiten Hälfte, bzw. erst in seiner letzten halben Stunde, so richtig zu bröckeln. Man versucht plötzlich über Terrorzellen und Doppelagenten eine gewisse „durchdachtere Ebene“  ins Spiel zu bringen, und zu vermitteln, dass das alles doch irgendwie Sinn machen soll, doch das funktioniert so nicht wirklich. Plötzlich soll man den No-Brainer Charakter vergessen, und aus einem reinen Spaßfilm, soll doch plötzlich emotionale Beteiligung entstehen? Dies geht leider ziemlich nach hinten los, da From Paris With Love so nicht nur auf emotionaler Ebene versagt, sondern auch seinen simplen Spaßcharakter verliert. Dies ist schade, denn zumindest die erste Hälfte des Films sorgt wirklich für einen fetzigen Actionspaß.

 

Fazit:

Pierre Morel serviert mit From Paris With Love eine neue Version von 96 Hours, jedoch ohne dessen bitterernste Inszenierung, und ohne dessen Intensität. Stattdessen bekommen wir mit einem gut aufgelegten John Travolta viel Unterhaltungswert serviert, und dank spaßigen Shoot-Outs, und einer rasanten Inszenierung, macht der Film in seiner ersten Hälfte wirklich viel Spaß. Danach wechselt er jedoch plötzlich die Richtung, und man soll sich auf einmal emotional involviert fühlen. Dies funktioniert so jedoch nicht, sodass From Paris With Love in der zweiten Hälfte deutlich die Luft ausgeht. Schade, denn zumindest der furiose John Travolta geht in seiner Rolle gut auf und sorgt für simple No-Brainer Unterhaltung.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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