The Wolfman (2010)

OT: The Wolfman - 102 Minuten - Horror / Thriller
The Wolfman (2010)
Kinostart: 12.02.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Wolfman

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Vampire und Werwölfe sind die klassischen Figuren der Horrorgeschichte, und scheinen sich auch auf dem Medium Film immer wieder zu bewähren. So ist es also kein Wunder, dass auch im Jahr 2009, die Kinoleinwand immer noch von einem Wolfsmenschen heimgesucht wird. Wolfman macht aber auch einem ganz und gar modernem Zauberwort alle Ehre: Reboot. Sherlock Holmes wurde rebootet, Spider-Man steht das Gleiche bevor, und so ergeht es auch dem Wolfman, der 1941 in seiner ersten Version über die Leinwände herrschen durfte. Mit Joe Johnston, der sich durch Filme wie Jumanji, Jurassic Park 3 und Hidalgo einen Namen als solider Handwerker gemacht hat, wurde auch ein Regisseur gefunden, und mit Benicio Del Toro und Anthony Hopkins wurden zwei hochkarätige Charaktermimen für die Hauptrollen verpflichtet. Kann da noch was schief gehen? Oh ja, und zwar gewaltig!

 

Lawrence Talbot (Benicio Del Toro), selbst gefeierter Shakespearedarsteller, bekommt einen Brief zugestellt: Er soll nach Hause kommen, da sein Bruder verschwunden ist. Als er im englischen Blackmoor ankommt, erfährt er jedoch von seinem Vater (Anthony Hopkins), dass sein Bruder bereits tot aufgefunden wurde. Die genauen Umstände sind zwar nicht geklärt, aber man geht davon aus, dass er von einem wilden Tier gerissen wurde. Man verdächtigt den Tanzbären aus dem nahe gelegenen Zigeunerlager. Als ein wütender Mob dorthin geht, um diesen zu töten, werden die Dorfbewohner von einem ganz anderen Tier angefallen. Und auch Lawrence wird verletzt, sodass er nun selbst den Fluch des Werwolfes in sich trägt…

 

Wolfman hätte eigentlich wirklich gute Vorraussetzungen, um die Werwolfthematik würdig umzusetzen. Mit Benicio Del Toro und Anthony Hopkins hat man zwei Darsteller in den Hauptrollen, die sowohl den großen, fast theatralen Vater-Sohn Konflikt, als auch die innere Zerrissenheit des Wolfsmenschen , der dazu verdammt scheint, das zu töten, was er am meisten liebt, glaubwürdig auf die Leinwand bringen können. Hinzu kommt eine opulente Ausstattung, großartig gestaltete Sets und wunderschöne Bilder, die den Mond als prominente Beleuchtungsquelle einsetzen. So entsteht auf visueller Ebene ein wirklich sehenswerter Film. Das Problem ist nur, dass dies auch schon das Einzige ist, was Wolfman richtig macht, ansonsten fungiert der Film als großartiges Beispiel für einen misslungenen Horrorfilm.

 

Was ist also schief gelaufen? Der grundlegende Hund liegt wie so oft im Drehbuch begraben. Ein grundsätzliches Problem beim Werwolfmythos, nämlich, dass der Werwolf immer nur bei Vollmond, also einmal im Monat, erscheint, wurde gar nicht erst groß beachtet, da man einfach die Zeit durchspringt wie es gerade passt, und so große Zeitlöcher hinterlässt. Doch das schlimmste ist, dass man die psychologische Tiefe der Figur in keiner Sekunde wirklich ausnützt. Der Konflikt zwischen Tier und Mensch in Gestalt des Wolfsmenschen wird lediglich angedeutet, zusätzlich wird das dramaturgische Korsett mit einem Vater-Sohn-Konflikt aufgeladen, der jedoch reichlich oberflächlich ausfällt, und deshalb kaum zu überzeugen weiß.

 

Hinzu kommt, dass es dem Film völlig an einer packenden Atmosphäre mangelt. Gut, die Bilder sind schön anzuschauen, aber nur weil eine Szene dunkel ausgeleuchtet ist, heißt das nicht, dass Stimmung aufkommt. In den Angriffsszenen des Wolfsmenschen leidet der Film zusätzlich nach an sehr hektischen Schnitten, die immer wieder durch kurz aufflammende explizite Brutalität durchbrochen werden. Doch da besonders die Nebenfiguren nur Abziehbildchen bleiben, und kaum Eindruck hinterlassen ist es auch völlig egal, wenn diese Sterben, und durch den völlig uninteressanten, hektischen Aufbau der Angriffsszenen, kommt hier leider überhaupt keine Spannung auf.

 

Das Selbe gilt für die generelle Story. Eigentlich kennt jeder die klassische Werwolfthematik, und so hält Wolfman auch überhaupt keine Überraschungen bereit. Das klassische Muster wird heruntergerasselt, sodass der Filmfluss sich bald allzu statisch anfühlt, und kaum überzeugen kann. Natürlich wurde auch eine unmotivierte Liebesgeschichte eingeschustert, die nicht etabliert wird, sondern deren Anwesenheit wir einfach akzeptieren müssen. Wirklich tragisch wird es jedoch, wenn Wolfman versucht etwas Anspruch in die Thematik zu bringen. Dies beginnt bei der Vater-Sohn Geschichte, die jedoch auch ausschließlich an der Oberfläche hängen bleibt, und endet bei der plumpen Kritik am damaligen „Gesundheitswesen“, wenn der angeblich Verrückte Benicio Del Toro im Eiswasser gefoltert wird.

 

Auch die weiterführende Erklärung, woher der Werwolfvirus schlussendlich stammt und die Familie Talbot heimgesucht hat, erweist sich schlussendlich als peinlicher Griff in die Trickkiste. Und die Filmemacher sollten sich eines merken: Einen Werwolf hektisch durch die Gegend hetzen lassen, und dabei ab und zu den Mond anheulen zu lassen, mag vielleicht im Jahre 1941 die Menschen bis ins Mark erschüttert haben, heutzutage reicht dies aber leider nicht einmal ansatzweise aus, um einen Status als Horrorfilm zur rechtfertigen. Die oft peinlichen und unfreiwillig komischen Szenen helfen dem Film auch nicht weiter. Wolfman ist also insgesamt ein ziemlich beachtlicher Flop, der nur auf rein visueller Ebene funktioniert, aber ansonsten kaum etwas bereit hält um ein Publikum bei der Stange zu halten. Somit sorgt der Film eher für geballte Langeweile, als für Spannung.

 

Fazit:

Wolfman punktet mit einer prunkvollen Ausstattung, teilweise sehr schönen Bildern, und opulenten Sets. Aber das ist leider auch schon alles. Denn im Kern des Filmes steckt nur eine misslungene Dramaturgie und eine schwache Story, die sich zwischen Vater-Sohn Problemen und Mensch-Tier Problematiken oberflächlich hindurchwuselt, nur um von einer stimmungslosen Werwolfattacke zur nächsten zu hetzen. Hektische Schnitte, teilweise unmotivierte Brutalität und ein dunkles, aber nicht stimmungsvolles, Setting zerstören selbst die Actionszenen des Films. Insgesamt hat Wolfman also leider kaum etwas zu bieten, und scheitert auf ganzer Linie.

 

Wertung:

3/10 Punkte

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Ø Wertung: 5/10 | Kritiken: 5 | Wertungen: 21
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