Percy Jackson - Diebe im Olymp (2010)

OT: Percy Jackson And The Lightning Thief - 118 Minuten - Fantasy / Abenteuer
Percy Jackson - Diebe im Olymp (2010)
Kinostart: 12.02.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Percy Jackson - Diebe im Olymp

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20th Century Fox dürfte wohl nicht gerade ohne Neid auf den jährlichen Hitlieferanten aus dem Hause Warner geschielt haben. Gemeint ist natürlich die Harry Potter Reihe, die Warner jedes Jahr einen kalkulierten Hit beschert (bzw. dies bis 2011 tun wird, denn danach ist vorerst Schluss. Obwohl man den siebenten Teil der Reihe schon auf zwei Teile gesplittet hat, um die Erfolgswelle noch etwas zu verlängern) und natürlich die Bilanzen gehörig aufbessert. Doch nun hofft 20th Century Fox ebenfalls eine Hitreihe zu etablieren, schlägt Percy Jackson doch zumindest in eine ähnliche Kerbe wie Harry Potter, wenngleich der Film nicht ganz die Qualität der Potter Reihe erreicht.

 

Percy Jackson (Logan Lerman) ist nicht gerade der beliebteste Junge der Schule, und hat auch mit dem Lernerfolg so seine Probleme. Doch sein Leben stellt sich gehörig auf den Kopf, als sich seine Aushilfslehrerin Mrs. Dodds (Maria Olsen) vor ihm in eine Furie verwandelt, und von ihm den Herrscherblitz verlangt. Es stellt sich heraus, dass Percys Vater in Wirklichkeit Poseidon (Kevin McKidd) ist, und Zeus (Sean Bean) vermutet, dass ihm der Herrscherblitz von Percy gestohlen wurde. Er droht einen Krieg der Götter an, sollte der Blitz nicht zurückgebracht werden. Also muss Percy handeln, und nach dem er in ein Trainingscamp für Halbgötter gebracht wurde, beschließt er schon bald mit Satyr Grover (Brandon T. Jackson) und der Tochter der Athene Annabeth (Alexandra Daddario) aufzubrechen, und sich auf die Suche zu machen…

 

Vielleicht war es auch symbolisch gemeint niemand geringeres als Chris Columbus auf den Regiestuhl der ersten Percy Jackson Verfilmung zu setzen. Schließlich ist Columbus niemand geringeres als der Regisseur, der auch die Harry Potter Reihe auf Kurs brachte, und die ersten beiden Filme inszenierte. Ob Percy Jackson ein ähnlicher Erfolg beschert sein wird, bleibt abzuwarten, aber man darf zumindest zweifeln, ist die Harry Potter Reihe doch ein globales Phänomen, während die Percy Jackson Reihe, vorwiegend in den USA ein großer Hit ist, und hat weltweit keine mit Harry Potter vergleichbare Popularität. Doch dies könnte sich ja durchaus noch ändern, und man kann nicht bestreiten, dass zumindest die erste Verfilmung für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

 

Regisseur Chris Columbus ist sicher nicht das, was man einen Meisterregisseur nennen würde. Aber man kann nicht bestreiten, dass er ein Gefühl für Familienfilme hat (auch wenn er schon so manche Niete verantworten musste) und es immer wieder schafft den Zuseher in eine fantasievolle, und liebevoll gestaltete Welt abdriften zu lassen. Dies durchzieht seine eher nur abstrakt märchenhaften Filme wie Kevin allein Zuhause, Kevin allein in New York und Ms. Doubtfire genauso, wie seine expliziten Märchen- bzw. Fantasyfilme wie die ersten beiden Harry Potter Filme, und eben Percy Jackson. Und es ist daher nur symptomatisch, dass die Harry Potter Filme von Chris Columbus als die kindlichsten gelten, wenngleich das natürlich auch der Vorlage zu verdanken ist.

 

Und seine wichtigste Aufgabe in diesem fantasielastigen Familienfilm hat Columbus auch in Percy Jackson erfüllt: Er schafft es eine liebevoll gestaltete Welt heraufzubeschwören, und die Mythologie dieser Welt gut zu übermitteln und dabei das Publikum zu unterhalten. Etwas schade ist dabei jedoch, dass er sich hier nur eine sehr kurze Einführungszeit gönnt, und uns stattdessen direkt ins Geschehen wirft. Denn die Stärke des Regisseurs ist eben gerade dass er das Publikum sanft in eine fremde Welt führt. So verschiebt sich die zeitliche Achse etwas, und richtig in das Universum werden wir erst mit dem Beginn der klassischen Initiationsgechichte geführt, wenn Percy im Lager der Halbgötter landet, und die Ausbildung beginnt.

 

Die Stärke von Percy Jackson bleibt dabei den ganzen Film hindurch, dass sich der Film seinen imaginativen Charakter wahrt, und uns erlaubt mitzuträumen. Es macht auch Spaß, dass sich der Film auf der griechischen Mythologie stützt, und somit keine rein stupiden Hirngespinste abspult, sondern den jugendlichen Kinogängern spielerisch einen kleinen Einblick in die Mythologie gewährt, was vielleicht zum weiterführenden Beschäftigen einlädt. Doch dies alles geschieht quasi wie von selbst parallel zu der Haupthandlung, die recht zurechtgestutzt wirkt, um stets kurzweilig zu bleiben. Und wenn Percy Jackson auch so einige Kritikpunkte offenbahrt, so muss man ihm zumindest zugestehen, dass er durchwegs rasant bleibt, und kaum Langeweile zulässt.

 

Etwas schade ist jedoch, dass sich Chris Columbus hier zu wenig auf die natürliche Faszination seiner Geschichte verlässt, sondern stattdessen ein Actionereignis nach dem Anderen abspult. Und ausser einem CGI Overkill erreicht er damit leider nicht viel, da man den Eindruck hat, dass es wohl mehr Spaß gemacht hätte, wenn sich der Film mehr auf seine Fantasieaspekte verlassen hätte, und dafür bei der, nicht gerade umwerfenden, Action einige Einsparungen vorgenommen hätte. Speziell der abschließende Showdown rund um den Herrscherblitz überzeugt nicht wirklich, und hat mit den beiden fliegenden Halbgöttern eher unfreiwillig komischen Charakter, als dass wirklich Spannung aufkommt.

 

Dies führt uns auch gleich zu einem weiteren Problem des Films: Percy Jackson trifft leider nicht immer den richtigen Ton, und gleitet an manchen Stellen doch deutlich in Richtung diverser Peinlichkeiten ab (das wird aber bereits relativ früh mit den "Riesengöttern" klar). Zu Beginn kann man dies noch großteils verschmerzen, aber sobald die Las Vegas Episode beginnt, nehmen diese Probleme immer mehr Überhand. Denn ab diesem Moment verliert der Film immer mehr von seinen Fantasieelementen, und gibt sich immer mehr Albernheiten hin. Doch insgesamt gesehen ist der Auftakt der Percy Jackson Reihe großteils geglückt, bleibt der Film doch zumindest durchgehend unterhaltsam und man kann gespannt sein, ob das Box-Office auch weitere Teile rechtfertigt.

 

Fazit:

Im Großen und Ganzen macht Chris Columbus seine Sache mit Percy Jackson ganz gut. Der Auftakt überzeugt zwar nicht so wie damals seine ersten Harry Potter Filme, aber dennoch gibt sich der Film durchgehend temporeich, kurzweilig und unterhaltsam. Columbus versteht es einfach das Kind in uns allen anzusprechen und uns auf eine fantasievolle Reise mitzunehmen. Problematisch ist nur, dass der Actionanteil hier eine Spur zu hoch ist, und auch so manche Albernheiten eher in Richtung unfreiwillige Komik gehen. Und speziell im letzten Drittel nehmen diese Aspekte leider Überhand. Dennoch bietet sich Percy Jackson als solider Familienspaß an, der es durchaus schafft zu unterhalten.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 20
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013