Männer die auf Ziegen starren (The Men Who Stare At Goats)

 

SiebenTheMenWhoStareAtGoats-Poster07Männer, die auf Ziegen starren
OT: The Men Who Stare At Goats


Regie: Grant Heslov

Drehbuch: Peter Straughan

Darsteller: George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang

Filmstart: 05.03.2010 | Laufzeit: 95 Minuten | Komödie

TheMenWhoStareAtGoats-Scene01Wer den Titel Männer, die auf Ziegen starren gelesen hat, das Poster zum Film, mit dem prominent eingefügten Ziegenkopf, an der Seite der Stars und den skurrilen Trailer zum Film gesehen hat, der dürfte gespannt sein, was aus dem vielversprechenden Projekt Männer, die auf Ziegen starren schlussendlich geworden ist. Denn das im Vorfeld publizierte Material verspricht großartige Unterhaltung, im Absurditätsgrad der Coen-Brüder. Doch soviel vorweg: Die hohen Erwartungen kann der Film nicht erfüllen, aber unterhaltsam bleibt das Ganze freilich dennoch.

 

Bob Wilton (Ewan McGregor) ist Reporter und stößt zufällig über eine äußerst heiße Story. Ein Interviewpartner verrät ihm, Teil eines experimentellen Programms der US-Armee gewesen zu sein, das sich mit paranormalen Fähigkeiten beschäftigte. Bob glaubt ihm natürlich kein Wort, doch als er kurz darauf von seiner Frau (Rebecca Mader) verlassen wird, und beschließt in den Nahen Osten zu ziehen, um vom Krieg zu berichten, werden seine Bedenken über den Haufen geworfen. Denn durch einen Zufall trifft er auf Lyn Cassady (George Clooney), auch einen Anhänger der parapsychologischen Spezialeinheit, unter der Leitung von Bill Django (Jeff Bridges). Und Lyn beschließt Bob auf seine streng geheime Mission in den Irak mitzunehmen…

 

TheMenWhoStareAtGoats-Scene02Mit der gelungenen Promotion macht es sich Männer, die auf Ziegen starren selbst sehr schwer. Denn wer einmal den fast schon grotesk-anstrengend schauenden George Clooney, inklusive Bärtchen gesehen hat, wie er mit seinem Blick eine Ziege tötet, oder wie in einem TV-Spot ein Kino voller Ziegen entsetzt auf den Film reagiert, als Anspielung auf die Werbung von [REC] oder Paranormal Activity, der ist bereit für die absurdeste Satire des Jahres. Und wie bereits oben erwähnt wurde, kann Männer, die auf Ziegen starren diesen Anspruch nicht wirklich erfüllen. Und geht man mit zu hohen Erwartungen in den Film, kann sich die anfängliche Vorfreude, schnell in eine kleine Enttäuschung wandeln.

 

Große Namen wie George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges oder Kevin Spacey lassen die Hoffnungen noch weiter steigen. Und zumindest in diesem Punkt kann Grant Heslovs aberwitzige Militärsatire voll und ganz überzeugen. Allesamt machen sich die großen Darsteller hier genüsslich zum Affen, lassen ihr Image aussen vor, und scheinen es so richtig zu genießen, dass sie einmal nicht die konventionellen Helden spielen müssen, die nach Schema F die Welt retten müssen, sondern allesamt durchgeknallte Freaks geben, die zwar ebenfalls im Dienst der guten Sache unterwegs sind, dabei aber dermaßen schusselig sind, dass man kaum auf die Idee kommen würde sie als Helden zu bezeichnen.

 

TheMenWhoStareAtGoats-Scene04Als besonders glücklicher Griff erweist sich dabei die Chemie zwischen Ewan McGregor und George Clooney. Sie bilden gemeinsam den Kern des Films, und McGregor hat es sehr gut verstanden, dass er sich hier etwas zurücknehmen muss, um Clooney Raum zum Atmen zu geben. Denn er liefert hier die komödiantische Glanzleistung des Films, und wie Clooney sich selbst als „Jedi“ demontiert, und von einer schrägen Situation zur Nächsten eilt, ist pures Gold. Die parapsychologischen Kniffe und die Anekdoten von ihm, sind die wahren Highlights des Films, und sorgen für einen durchgehend hohen Spaßfaktor, der in seinen besten Momenten gar an die Absurdität der Coenbrüder denken lässt.

 

Doch diesen Vergleich sollte man am besten gleich wieder vergessen, da Männer, die auf Ziegen starren nicht mit der hohen Qualität der Coen Brüder mithalten kann. Der Grund ist, dass es die Coens schaffen absurde Szenen aneinander zu reihen, die trotzdem noch eine schlüssige und spannende Story ergeben, und als Ganzes betrachtet eine noch größere Absurdität als die Einzelteile bilden. Männer, die auf Ziegen starren scheitert in diesem Punkt, und bietet zwar einige wirklich gelungene Einzelszenen, die jedoch kein zufrieden stellendes Ganzes ergeben. Schlimmer noch: Die Story selbst ist recht banal und austauschbar. Besonders da Kevin Spacey hier als Gegenspieler keine wirklich gute Figur abgibt.

 

TheMenWhoStareAtGoats-Scene10Dies bewirkt, dass Männer, die auf Ziegen starren nicht sein volles Potential ausspielen kann. Zwar gibt es einige wirklich gelungene Gags und vor allem ein sehr gut aufgelegtes Schauspielerensemble, aber dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film insgesamt ein Puzzle ist, das sich nie zusammenfügt. Nichtsdestotrotz sollten alle Freunde des absurden und skurrilen Humors einen Termin freihalten. Denn alleine die völlig durchgeknallte Performance von George Clooney, und die stimmige Assistenz von Ewan McGregor machen den Film sehenswert. Nur verspricht die ganze Promotion rund um den Film ebene eine witzigere Satire, als schlussendlich wirklich abgeliefert wird.

 

Fazit:

Männer, die auf Ziegen starren ist sicher nicht die großartige Satire, die man sich nach den gelungenen Trailern erhoffen konnte. Dazu fügen sich die einzelnen Teile zu schlecht zusammen. Aber trotz diesem großen Manko macht es einfach Spaß die gelungenen Einzelmomente zu genießen. Zwar gibt es auch Lückenfüllerszenen, aber wenn George Clooney zur Hochform aufläuft, und seine „Jedikräfte“ einsetzt, bleibt kein Auge trocken. Überhaupt präsentiert sich das Darstellerensemble sehr gut gelaunt und liefert eine tolle Show ab, sodass die viele absurd-komischen Momente dennoch einen Kinobesuch rechtfertigen.

 

Wertung:

7/10 Punkte


Das sagen die Anderen:

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7 /10

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6 /10

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7 /10

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9 /10


Ø Pressewertung: 7,2 /10

User-Kritiken

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Meh..Humor ist ja bekanntlich besonders eigenwillig. Kann dem Film von meiner Seite aus diesen nicht attestieren: Zu repetetiv sind manche Einlagen (Jedi-Krieger), zu unausgegoren fast alle Charaktere (Jeff Bridges!), der Plot ist zu platt. Ein Kinobesuch für ein paar Schmunzler und verhaltene Lacher? Dann lieber eine gute DVD einlegen und dort einen lustigeren Clooney (Burn after Reading?) bestaunen (oder auf The Fantastic Mr.Fox warten, es lohnt sich), McGregor-Jünger sind beim Ghostwriter oder bei Stay besser aufgehoben und Jeff Bridges als Späthippie bzw. Man of the Year hat bei den Coens auch mehr Anziehungskraft.

 

Da wäre mehr möglich gewesen

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Ich find der Film hat ein großes Potenzial und hätte bei weitem besser sein können.

Aber so wie der Film ist, ist er immer noch unterhaltsam und gut gelungen. Man kann ihn sich durchaus anschauen. Obwohl man keine Komödie erwarten sollte, sondern eher eine Satire (die leider nicht bissig genug ausgefallen ist, außer in einigen Momenten). Es gibt aber doch auch den ein oder anderen lustigen Moment.

Hab ihn mir jedenfalls schlechter vorgestellt und war deshalb doch angenehm überrascht.

 
 
 

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