Valentinstag (2010)

OT: Valentine's Day - 124 Minuten - Romantik / Komödie
Valentinstag (2010)
Kinostart: 12.02.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Valentinstag

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Es gibt eine recht nette Episode der Kultfernsehsendung Die Simpsons, in der sich gierige Manager aufregen, dass es im Jahr ein kleines Loch gibt, wo es keinen zugkräftigen Feiertag gibt, der die Menschen zum Konsumieren zwingt. Also wird kurzer Hand der Liebestag erfunden. Welcher „Feiertag“ dafür Pate stand, dürfte relativ offensichtlich sein. Denn es ist schon eine moderne Meisterleistung einen „Valentinstag“ zu etablieren, der den Absatz von Geschenken, Blumen und Süßigkeiten rasend nach oben treibt. Pretty Woman Regisseur Garry Marshall hat sich diesen Feiertag nun herausgegriffen, und widmet ihm einen eigenen Film.

 

Bennett (Ashton Kutcher) hat seinen eigenen Blumenladen, und will am Morgen des Valentinstags, also seinem beruflichen Hauptereignis des Jahres, seiner Freundin Morley (Jessica Alba) einen Antrag machen.  Während dessen trauert seine beste Freudin (Jennifer Garner) ihrem Liebhaber Harrison (Patrick Dempsey) nach, der sie am Valentinstag versetzen muss, weil er aus beruflichen Gründen nach San Francisco  muss. Sportreporter Kelvin (Jamie Foxx) hingegen wird von seiner Chefin (Kathy Bates) genötigt die Menschen auf den Straßen bezüglich des Valentinstags zu interviewen, und das obwohl Kelvin kein großer Romantikfan ist. Liz (Anne Hathaway) hingegen verdient sich mit Telefonsex etwas dazu und hat gerade am Valentinstag eine Menge Arbeit. Davon soll ihr neuer Freund Josh (Topher Grace) aber möglichst nichts mitbekommen. Und dann ist da auch noch der alternde Football-Profi Sean (Eric Dane), der über seine Zukunft nachdenkt,  seine Agentin (Queen Latifah) und seine Pressesprecherin (Jessica Biel) und Holden (Bradley Cooper), der im Flugzeug die Soldatin Kate (Julia Roberts) kennen lernt…

 

Man kann es bereits aus der Inhaltsangabe herauslesen: Valentinstag ist gespickt mit Stars, in einer fast schon unheimlichen Dichte, wie man es selten zuvor gesehen hat, und das obwohl oben noch nicht einmal alle genannt wurden. Man kann weiters sehen, dass Valentinstag keine durchgehende Geschichte im herkömmlichen Sinn erzählt, sondern auf eine unüberschaubare Anzahl an Nebenplots zerstückelt wurde. Dies hat auch seinen gewissen Reiz, jedoch bleibt etwas unverständlich, wie man es mit dem, eher durchschnittlichen Drehbuch, geschafft hat eine solche Menge an Stars zu engagieren. Aber so ist das Kino nun mal, rätselhaft und oft mysteriös.

 

Zu Beginn leidet Valentinstag noch etwas an seiner Struktur, da der rote Faden noch nicht klar ersichtlich ist, und man nicht so recht weiß wo es lang geht, wer mit wem, wie in Verbindung steht, und wie sich die ganzen Storyfäden verknüpfen sollen. Doch mit weiterem Fortschreiten entwickelt sich das Gefüge etwas besser, man bekommt einen Überblick über das Geschehen, und es ist durchaus interessant zu sehen wie sich die verschiedenen Handlungsfäden miteinander verbinden, und welche Figuren hier miteinander verbunden sind, bzw. wie die Geschichten der Einen Einfluss auf die Geschichten der Anderen haben.

 

Das Problem ist nur, dass der Film dabei in keiner Sekunde in die Tiefe geht. Alle vorkommenden Figuren bleiben Abziehbildchen, wandelnde Klischees sozusagen, und anders wäre es wohl auch gar nicht möglich gewesen, da sie alle nur eine geringe Screen-Time haben um sich zu entfalten, und deshalb für eine ausführlichere Charakterprofilierung auch kaum Zeit gewesen wäre. Schade ist dies aber insofern, da man eigentlich nur auf neue Kniffe in der Erzählung wartet, also zu sehen wie sich die Fäden nun weiter verknüpfen, aber es leider kaum interessant ist, wie sich die Charaktere weiterentwickeln, da sie leider äußerst platt geschrieben sind.

 

Dabei gibt es positivere und negativere Beispiele. Äußerst gelungen sind zum Beispiel die Figuren von Anne Hathaway, die als versaute Telefonsexbraut ihrem Image etwas entgegenspielen darf und von Eric Dane, der ebenfalls mit seinem Image jonglieren darf, und bei seiner Pressekonferenz eine Überraschung aus dem Hut zaubert. Die stärkste Leinwandchemie entsteht jedoch zwischen Bradley Cooper (der sich immer stärker als Leading Man in Hollywood empfiehlt) und Julia Roberts, die auch sehr überraschend und sympathisch genutzt wird, in dem man die Geschichten der beiden in doch recht unerwartete Richtungen lenkt. Dagegen stehen aber auch völlig misslungene Episoden, wie die um Jamie Foxx und Jessica Biel, oder der gesamte Highschool-Subplot. Und natürlich findet sich auch einen Menge Material zwischen diesen beiden Extremen.

 

Doch man muss Valentinstag zumindest zu gute halten, dass der Film doch relativ kurzweilig bleibt, was wohl auch den häufigen Wechseln zwischen den Episoden zu verdanken ist. Die Zeit vergeht schnell, und durchschnittliche Unterhaltung wird auch geboten. Wie bereits oben ausgeführt schafft man es dennoch nicht pepp ins Genre zu bringen, und die einzelnen Episoden schwanken in ihrer Qualität auch deutlich. Man kann jedoch nicht bestreitet, dass es zumindest teilweise Spaß macht den unzähligen Stars zuzusehen, da sie auch allesamt Freude an der Sache haben, und durchaus locker durch den Film führen. Wirklich gelungene Filme sehen zwar anders aus, aber Fans von romantischer Unterhaltung können einen Blick riskieren.

 

Fazit:

Valentinstag profitiert von einem gigantischen Starensemble und einer Episodenstruktur, die es versteht die Verknüpfungen der einzelnen Handlungsfäden spannend aufzubereiten. Doch leider ist dies auch schon der ganze Clou des Films, und ansonsten wird wenig geboten. Den einzelnen Figuren bleibt kaum Zeit um sich zu entfalten, sodass es schwer ist sich für ihr Schicksal zu interessieren. Hinzu kommt auch noch, dass die Qualität der Episoden doch sehr stark schwankt, und auf einige wirklich interessante Figuren auch genauso viele langweilige folgen. Insgesamt halten sich also Stärken und Schwächen in etwa die Waage.

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 12
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