Shaun of the Dead

Shaun of the Dead
Shaun of the Dead
OT:

Filmstart: 30.12.2004 | Laufzeit: | Horror-Komödie

EinZombieKommtSeltenAllein01„28 Days Later“ und das „Dawn of the Dead“ – Remake haben den längst für tot erklärten Zombiefilm wieder für salonfähig erklärt. Grund genug endlich eine würdige Parodie, die nicht nur die Klassiker auf’s Korn nimmt, sondern auch gleichzeitig auch noch eine Hommage darstellt, zu schaffen – so oder ähnlich dürfte das britische Comedyduo Edgar Wright und Simon Pegg gedacht haben.

Auch wenn ich die ganzen Lobeshymnen der Zombiejünger und britischen Presse nicht nachvollziehen kann, muss ich dem Film einen hohen Unterhaltungswert attestieren. „Shaun of the Dead“ wurde mit ureigenem britischen Humor kräftig durchgewürzt und so liebevoll umgesetzt, dass sich weder der Mainstream vor den Matschereien ekelt, noch die Genrefans sich beleidigt fühlen.

EinZombieKommtSeltenAllein02Bevor überhaupt die Hauptfiguren eingeführt werden, wirft der Film uns vor, selbst schon in einem Zombie ähnlichen Stadium dahinzuvegetieren und ausgetrampelten Gesellschaftspfaden zu folgen, ohne uns selbst Gedanken zu machen. „Shaun of the Dead“ drückt sich zwar nicht so offensichtlich aus, hegt diesen Hintergedanken aber ganz offensichtlich. Da werden tägliche Situationen gezeigt und tatsächlich ist das Verhalten von Mensch und Zombie hier fast identisch.

Ähnliche Merkmale kennzeichnen auch Shaun (Pegg). Der als Elektronikverkäufer arbeitende junge Mann folgt täglich dem selben Trott, ohne auch nur in Ansätzen mal aus seiner Lebensschleife auszubrechen. Die Stationen auf dem Weg zur Arbeit, die sich in seinem Umfeld bewegenden Personen und sogar seine Freizeitaktivitäten im Pub „Winchester“ sind täglich die gleichen.

EinZombieKommtSeltenAllein04Versunken in seiner Lethargie bemerkt er zunächst gar nicht, dass alles um ihn herum ins Chaos stürzt. Er hält die meisten nun zu Zombies mutierten Menschen einfach für besoffen oder dumm und hat ganz andere Dinge im Kopf – eine Beziehungskrise. Als er dann endlich mit der Nase auf die Invasion der Untoten gestoßen wird, befällt ihn die Panik und er beschließt zusammen mit seinem dicken, faulen Kumpel und Wohnungsgenossen Ed eine Rettungsmission zu starten. Es gilt Familie und Freundin zu retten!

„Shaun of the Dead“ versucht sich weder an plumpen 1:1 Szeneverulkungen, noch an einfältigen Anspielungen, sondern wählt einen intelligenten Mittelweg. Neben musikalischen Einspielungen (beispielsweise der Score des väterlichen Zombiefilms „Dawn of the Dead“) und einer illustren Verwendung von Namen wie Fulci und Foree, entwickelt sich selbst ein harter mit blutigen Effekten nicht sparender Horrorfilm, der zudem einige berühmt gewordene Sätze beinhaltet. Es wird zwar, bis auf eine derbe Bauchöffnung, nicht unappetitlich durch die Gegend gesplattert, doch für zarte Gemüter sind die Zombieeliminierungen trotzdem nichts.

EinZombieKommtSeltenAllein07Nun sind die Helden hier aber auf den Kopf gefallene Tollpatsche und keine verzweifelt um ihr lebenden kämpfenden, ernstzunehmenden Menschen. Daraus folgen zig irrwitzige Aktionen, die dann im, eine Kreuzung aus „Night of the Living Dead“ und „From Dusk Till Dawn“ (inklusive Prügelattacke mit Billardstöcken) darstellenden, letzten Drittel ihren Höhepunkt finden. Leider werden zum Schluss dann nur noch, fast nach einer vorher festgelegten Liste, bekannte Motive der Vorbilder abgeharkt, anstatt sie zu parodieren. Das ist etwas schade, weil bis dahin der Spagat gelang.

Fazit:
Die Intelligenz kommt „Shaun of the Dead“ freilich (fast) nie abhanden - das wird spätestens am, mit beißender Ironie getränkten, Schluss deutlich. Da Edgar Wright zudem hier noch ganz ohne Längen seinen irrwitzigen, temporeichen Zombiestreifen vom Stapel lässt und, ähnlich wie Michael „Bully“ Herbig, sehr viel Talent mitbringt, kann der Genrefan und der unbedarfte Mainstreamzuschauer sich ruhigen Gewissens ins Kino trauen oder zur britischen DVD greifen. Respekt, so etwas hätte ich den Kanisterköppen gar nicht zugetraut.

 

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