Vergebung (2009)

OT: Luftslottet Som Sprängdes - 146 Minuten - Thriller
Vergebung (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
8501
Bewerten:

Filmkritik zu Vergebung

Von am

Verdammnis endete ja gewissermaßen mit einem leichten Cliffhanger (auch wenn die Storyfäden großteils zufriedenstellend zu Ende gebracht werden), und genau an diesem Punkt steigt Vergebung wieder in die Story ein. Für alle, die von Verdammnis enttäuscht waren, und auf eine radikale Stiländerung wie zwischen den ersten beiden Filmen, gehofft haben, ist dies natürlich eine kleine Enttäuschung, denn im Wesentlich sind Verdammnis und Vergebung zwei Teile eines langen Films, und somit führt Vergebung nun auch lediglich die Story zu Ende, macht dies aber eine Spur besser als der zweite Teil.

 

Die angeschossene Lisbeth Salander (Noomi Rapace) wird mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Ihr Vater, den sie mit einer Axt in Notwehr niederstreckte wird ins selbe Krankenhaus gebracht. Nun steht ihr eine Gerichtsverhandlung bevor, in der sie sich rechtfertigen muss. Doch hinter ihrem Vater steckt eine mächtige Regierungsorganisation, die ihn deckt, und dementsprechend gerne Salander im Gefängnis sehen möchte. Doch Michael Blomkvist (Michael Nyqvist) ist bereits am Ermitteln, und der Organisation auf der Spur, was dieser jedoch gar nicht gefällt, und so versucht die Probleme durch Mordanschläge zu beheben…

 

Wie bereits erwähnt sind Verdammnis und Vergebung in Wirklichkeit ein langer Film, und hängen stark voneinander ab. Es ist daher unumgänglich, dass man sich zuerst Verdammnis ansieht, bevor man sich an Vergebung wagt. Der beste Teil der Trilogie, Verblendung, ist jedoch als eigenständig zu betrachten und hat mit den beiden abschließenden Teile der Trilogie kaum noch etwas zu tun. Ein Ansehen ist dennoch empfohlen, erstens damit man bereits ein Verständnis für die Figuren und ihre Hintergründe mitbringt, aber vor allem weil der erste Teil der Reihe der mit Abstand beste ist.

 

Wie bereits in der Kritik zu Verdammnis erwähnt, wurde Regisseur Niels Arden Oplelv ausgetauscht, und Daniel Alfredson übernahm seinen Posten. Das Problem dabei ist nur, dass es der Ersatzmann in keiner Sekunde schafft eine ähnliche Atmosphäre, oder auch nur ähnlich ansehnliche Bilder zu kreieren. Verdammnis und Vergebung fehlt schlicht das gewisse Etwas, womit die Filme lediglich auf TV-Niveau herumdümpeln, und leider kaum etwas von der Qualität mitbringen, die man sich nach dem starken Auftakt erhoffen konnte.

 

Aber dennoch hat mir persönlich Vergebung eine Spur besser gefallen als Verdammnis. Einer der Hauptgründe ist, dass man hier die Aufteilung zwischen den beiden Hauptcharakteren wieder besser hinbekommen hat. Gut, das Hauptaugenmerk liegt immer noch eher auf Lisbeth Salander, aber zumindest ist Michael Blomkvist keine eher unbedeutende Nebenfigur mehr, sondern darf aktiver in die Handlung einsteigen. Auch versteht es der Film gut die Bedrohung der politischen Verschwörung zu übermitteln, und die Hintergründe gut aufzubereiten, woran Verdammnis ja so seine Probleme hatte. Aber auch wenn sich die letzten beiden Teile der Trilogie stilistisch sehr ähnlich sind, gibt es doch eine interessante Variation.

 

Über weite Teile der Handlung ist Lisbeth Salander im Krankenhaus/Gefängnis, und versucht sich vor Gericht zu verantworten. Und in diesen Szenen schafft es Vergebung wirklich zu überzeugen. Die Verhandlung selbst ist spannend, hat durchaus einige Suspensemomente in der Hinterhand, und schafft es die Hintergründe der politischen Verschwörung geschickt mit der Vergangenheit von Lisbeth Salander zu koppeln, und gleichzeitig mit dem investigativen Journalismus von Michael Blomkvist zu verbinden, sodass es der Film insgesamt doch relativ gut versteht seine Story zu übermitteln und spannend zu verdichten.

 

Erneut nicht wirklich überzeugend ist der deutsche Superman, alias Halbbruder von Lisbeth Salander, der eine B-Movie Aura mit sich bringt, die sich überhaupt nicht in den Film einfügt. Natürlich ist notwendig auch hier noch einmal abschließend zu schreiben, dass es sehr schade ist, dass man die Tugenden des hervorragenden ersten Teils völlig über Bord geworfen hat. Atmosphärische Qualitäten finden sich äußerst selten, die Hauptdarsteller agieren nicht miteinander, sondern großteils unabhängig voneinander, und überhaupt war die mysteriöse Familiengeschichte der Familie Vanger um einiges spannender, als diese halbherzige politische Verschwörung. Großteils sacken Verdammnis und Vergebung also ins Mittelmaß ab, und können sich lediglich im unterhaltsamen Bereich halten, ohne je auch nur ansatzweise an die Klasse des ersten Teils anzuschließen.

 

Fazit:

Vergebung schließt nahtlos an Verdammnis an, und geht auch stilistisch sehr ähnliche Wege. Insgesamt ist der Film vielleicht einen Hauch gelungener als sein Vorgänger, was vor allem an der spannenden Gerichtsverhandlung und dem brisanten investigativen Journalismus inklusive Auftragskilleralarm liegt. Aber man soll sich das Ganze nicht allzu schön reden: Im direkten Vergleich mit dem spannenden, atmosphärisch dichten und vor allem faszinierenden Verblendung, wirken die beiden Nachfolger nur wie solide TV-Produktionen, mit durchschnittlichem Unterhaltungswert. Ein nettes Wiedersehen, großteils kurzweilige Unterhaltung und einige Hintergründe zu Lisbeth Salander. Aber mehr auch nicht.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 11
10 /10
0%
9 /10
9%
8 /10
27%
7 /10
18%
6 /10
27%
5 /10
18%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Verdammnis (2009)
Falling Down - Ein ganz normaler Tag (1993)
Verblendung (2009)
Revolver (2005)
Jackie Brown
Wer Gewalt sät (2011)
Outbreak - Lautlose Killer (1995)
eXistenZ
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!