Zurück in die Zukunft 2 (1989)

OT: Back to the Future Part 2 - 108 Minuten - Komödie
Zurück in die Zukunft 2 (1989)
Kinostart: 21.12.1989
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 07.04.2011
Will ich sehen
Liste
8450
Bewerten:

Filmkritik zu Zurück in die Zukunft 2

Von am

Die turbulenten Zeitreiseerlebnisse des jungen Marty McFly (Michael J. Fox) sind kaum wenige Stunden alt, da prescht erneut der genial verrückte „Doc“ Emmett L. Brown (Christopher Llyod) mit dem zur Zeitmaschine umfunktionierten DeLorean in das Leben des Teenagers. Zusammen mit seiner Freundin reisen sie in die Zukunft des Jahres 2015, um die Kinder des zukünftigen Paares zu retten. Der Auftrag gelingt zwar, doch die nachfolgenden Ereignisse verändern die Vergangenheit katastrophal. Erneut liegt es an Marty und Doc die Geschichte wieder ins Lot zu bringen …

 

Ursprünglich endete der erste Teil der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie ohne den Schriftzug „Fortsetzung folgt.“ Die angesprochene Zeitreise von Doc sollte also nur aufzeigen, dass das Abenteuer für unsere Helden weitergeht. Als sich jedoch der unerwartet große Kassenerfolg des ersten Teils einstellte, beschlossen Regisseur und Drehbuchautor Robert Zemeckis sowie Produzent Steven Spielberg zwei weitere Teile in die Kinos zu bringen. Um den Zuschauern die am Ende von Teil 1 angesprochene Zeitreise auch nicht vor zu enthalten, schließt die Fortsetzung konsequent daran an. Einziger Unterschied: Die Schauspielerin der Jennifer Parker wurde ausgetauscht. Anstatt Claudia Wells übernahm nun Elisabeth Sue die Rolle von Martys Freundin und zukünftiger Ehefrau.

 

Ein besonderer Leckerbissen stellt in optischer als auch humoristischer Hinsicht die Darstellung der Zukunft dar. Fliegende Autos, selbstanziehende Schuhe, ein holografisches Kino, in dem „Der weiße Hai, Teil 19“ läuft – und unverkennbar steckt hinter all diesen Details die unverkennbare Handschrift von Steven Spielberg. Die Zukunft ist wunderbar gelungen, wirkt aber vielleicht für unsere heutigen Verhältnisse natürlich etwas zu weit hergeholt. Trotzdem enthält auch das Jahr 2015 genug Charme, um auf den Zuschauer mehr als nur interessant zu wirken. Besonders witzig wird es dann, wenn Marty erneut mit einer Schlägertruppe im „Café der 80-er“ zusammentrifft und einige Szenen produziert, die irgendwie an den ersten Teil der Trilogie erinnern – eine wunderbar gelungene Hommage.

 

Die Fortsetzung entwickelt sich in der Handlung sehr gut und wirkt für Fans des ersten Teils fast wie ein Geschenk – aber eben nur für Fans. Gut, wer den ersten Teil gesehen hat und sich nun auch die Fortsetzung ansieht, dürfte ebenfalls seine Freude an so manch bekannten Elementen haben, aber für einen sporadischen Kinogeher dürfte die Handlung unter Umständen zu kompliziert wirken. Es gibt zu viele Epochen, zu viele Zeitsprünge, die den Film wieder kurz aus dem Rahmengerüst reißen. Wer sich daran nicht gewöhnen kann, wird beim Ansehen keine große Freude haben.

 

Trotzdem muss erwähnt werden, dass die verschiedenen Zeitebenen sowie die Wechsel dazwischen immer sehr schön umgesetzt wurden. Wer zwischendurch einmal durcheinander kommen sollte, der darf sich herrlich daran erfreuen, wenn der aufgeregte Doc Brown in ein paar einfachen kurzen Sätzen an der Tafel seine Theorie der Zeitreisen erklärt.

 

Ursprünglich sollte die erneute Benützung der 50-er Jahre umgangen werden, vielmehr wollte man eine zusätzliche Zeitebene einführen, welche die 60-er Jahre beinhalten sollten. Martys Eltern wären Hippies gewesen und hätten ihm unter anderem seinen eigentlichen Auftrag so etwas erschwert. Glücklicherweise wurde diese Idee wieder verworfen, ansonsten wäre der wahrscheinlich beste Einfall des ganzen Films niemals zustande gekommen: Die Ansicht der Ereignisse aus dem ersten Teil, nur unter einem anderen Blickwinkel! Es ist einfach zu komisch, wenn der Doc mit seinem jüngeren Ich über „Wetterexperimente“ spricht oder Marty sich selbst retten muss, damit die Zeitlinie nicht noch mehr durcheinander kommt.

 

Auch die Schauspieler schließen wieder gekonnt an die Ereignisse des ersten Teils an. Michael J. Fox liefert eine „starke“ Performance und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er die richtige Wahl für diese Rolle war. Besonders bemerkenswert sind seine Auftritte als sein älteres Ich (sieht aus wie Michael Douglas), sein Sohn und seine Tochter(!). Ebenbürtig mit ihm auf einer Stufe steht Christopher Lloyd, er spielt erneut den grandios verrückten Wissenschaftler Doc Brown. Mit seiner liebenswürdigen Art konnte auch er die Herzen des Publikums gewinnen. Auch Lea Thompson als Martys Mutter ist wieder mit von der Partie, ihre kurzen Auftritte sind aber leider kaum lange genug, um ihr ein Erblühen in einer ihrer Rollen zu gestatten. Sie spielt zwar nicht auf ihrem Topniveau aus Teil 1, doch immerhin kann sie ihre Leistung durchwegs konstant halten. Zu guter Letzt gehört natürlich auch noch Thomas F. Wilson als Biff beziehungsweise Griff Tannen aufgeführt. Er passt zwar optisch perfekt in die Rolle des dämlichen Schlägers, doch auch er hat mit dem gleichen Problem wie Thompson zu kämpfen: es bleibt ihm nicht genug Zeit, um sich einzuspielen, die Wechsel erfolgen für ihn einfach zu schnell. Den einzigen Charakte,r den man ihm wirklich abnehmen kann, ist der junge Biff, alle anderen Versuche sind zwar durchaus nett und der Handlung äußerst dienlich, aber das war es dann auch schon wieder.

 

„Zurück in die Zukunft, Teil 2“ ist ohne Frage die passende Fortsetzung des grandiosen Zeitreiseabenteuers. Der Einstieg beginnt schnell und packend, die musikalischen Einlagen bauen wieder die richtige Hintergrundstimmung der jeweiligen Zeiten auf und die Freundschaft zwischen Doc und Marty wird stärker denn je; auch über die Zeiten hinweg. Diese Tatsache liegt großteils an den beiden Hauptdarstellern, hier herrscht einfach die richtige Chemie. Leider kann der zweite Teil aber nicht ganz ohne Kritik auskommen: Die Masken stellen erneut ein Manko dar, sie lassen die Schauspieler teilweise wirklich wie Muppets aussehen. Irgendwie ist das unverständlich, immerhin ist man auf der effekttechnischen Seite ganz vorne dabei, die Effekte können sich ohne Probleme auch heute noch sehen lassen. Die zerrissene Handlung wurde auch schon angesprochen, stellt aber wie bereits erwähnt „nur“ für den sporadischen Kinogeher ein größeres Problem dar.

 

Fazit:

„Zurück in die Zukunft, Teil 2“ ist ohne Frage eine würdige Fortsetzung. Neue Elemente, gut vermischt mit altbekanntem ergeben am Schluss einen wunderbaren Film, der durchaus erneut von der ganzen Familie angesehen werden kann. Zwar gilt hier die Formel „mehr Spannung, mehr Abenteuer“, doch die Handlung kam dadurch glücklicherweise nicht zu kurz. Im Gegenteil! Alles in Allem stellt auch dieser Film einen starken Teil einer fulminanten Trilogie dar, welche in „Zurück in die Zukunft, Teil 3“ ihren würdigen Abschluss findet. Und wer in diesem Film schon genau aufgepasst hat, der kann sich durch ein paar verstreute Brotkrumen vielleicht schon zusammenreimen, wo und wann genau der DeLorean erneut landen wird …

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 8.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 47
10 /10
30%
9 /10
23%
8 /10
28%
7 /10
13%
6 /10
2%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
2%
2 /10
0%
1 /10
2%
Vielleicht interessiert dich auch
Zurück in die Zukunft (1985)
Zurück in die Zukunft 3 (1990)
Falsches Spiel mit Roger Rabbit
Starbuck (2011)
Broken Flowers
Radio Rock Revolution (OT: The Boat That Rocked)
Ananas Express (2008)
Oh Boy (2012)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
schon gesehen
Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013
Zeitreisefilme
Liste von The Godfather
Erstellt: 18.09.2012