Zurück in die Zukunft (1985)

OT: Back to the Future - 111 Minuten - Komödie
Zurück in die Zukunft (1985)
Kinostart: 03.10.1985
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 07.04.2011
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Filmkritik zu Zurück in die Zukunft

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1985. Der siebzehnjährige Marty McFly (Michael J. Fox) trifft sich mit seinem Freund Doc Brown (Christopher Lloyd) auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums, um dessen neueste Erfindung zu testen: eine Zeitmaschine. Doch ehe er sich versieht, sitzt Marty in der Zeitmaschine und reist aus Versehen in das Jahr 1955 zurück. Als wäre das noch nicht schlimm genug, verliebt sich auch noch seine Mutter in ihn. Kann der junge Zeitreisende es schaffen, die ursprüngliche Vergangenheit wiederherzustellen?

 

Die erste Idee zu „Zurück in die Zukunft“ hatte Robert Zemeckis, Regisseur und Drehbuchautor, Ende des Jahres 1980. Seine vorangegangenen Filme hatten wenig Erfolg, auch die Idee des Zeitreisefilms selbst kam zu dieser Zeit eher schlecht bei den Studios an. Erst 1984, nach dem erfolgreichen „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, zeigten die Studios plötzlich Interesse. Den endgültigen Zuschlag sollte Universal bekommen; Steven Spielberg betätigte sich als Produzent.

 

Die ursprüngliche Geschichte machte einige durchaus grobe Änderungen am Drehbuch durch. Ideen und Szenen wurden umgeschrieben, Handlungselemente umgebaut sowie Charaktere umbenannt. Sogar nach Drehbeginn kam es zum Tausch des Hauptcharakters: Marty McFly wurde zuerst von Eric Stoltz gespielt, dann aber von Michael J. Fox ersetzt. Kann ein Film, der so viele schwerwiegende Veränderungen durchgemacht hat, überhaupt noch richtig funktionieren? Oh ja, und wie!

 

„Zurück in die Zukunft“ stellt ohne Frage ein filmisches Meisterwerk der 80-er Jahre dar. Eine interessante Handlung, witzige Dialoge und Aktionen, gespickt mit Science Fiction und den richtigen Schauspielern hinter den besonderen Charakteren; das ist die Erfolgsformel des ersten Teils der Zeitreisetrilogie.

 

Im Grunde wirkt der ganze Film wie ein liebevoll komponiertes Lied. Die Oberfläche selbst ist eindrucksvoll und gleichzeitig einfach gehalten, verschafft dem Zuschauer aber sofort das richtige Gefühl für die dementsprechende Zeitperiode. Die Kulissen wirken zwar einfach, machen aber insbesondere für die Szenen im Jahre 1955 ein wichtiges Element aus. Die restliche Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen: Autos, Kleidung, kleine Accessoires – alles zusammen lässt den Geist und den Charme der 50-er Jahre sofort wieder auferstehen. Generell spielt der gesamte Film schon wenige Minuten nach seinem schnellen Start mit seinem Charme.

 

Ein unumstößlicher Höhepunkt selbst ist natürlich die Zeitmaschine: ein modifizierter DeLorean. Das Publikum gerät zusammen mit Marty ins Staunen, wenn die äußerst ansehnliche Zeitmaschine ins Bild rollt und sich offen zu zeigen gibt. Ohne Frage ist es den Designern gelungen, die wohl eleganteste und zeitgleich auch sportlichste Zeitmaschine der Filmgeschichte zu erfinden. Auch das technische Innenleben kann vollends überzeugen; man muss Doc Brown einfach Glauben schenken, wenn er hingebungsvoll seine neueste Erfindung genauer erläutert.

 

Doch auch der DeLorean ist nur ein weiteres Puzzleteil. Nach dem Beginn des Abspanns wird der gesamte Film sofort rückwirkend zu einem großen Puzzle, dessen Teile sich schon die gesamte Zeit über eingefügt haben. Mögen es auch nur Kleinigkeiten oder doch auch größere Veränderungen gewesen sein: alle Auswirkungen der Zeitreise ergeben vorher oder nachher einen Sinn. Um wirklich hinter all diese kleinen Teile beziehungsweise Rätsel zu kommen, empfiehlt es sich, den Film mindestens ein zweites Mal anzusehen. Wer von „Zurück in die Zukunft“ aber sowieso schon begeistert ist, der wird dies irgendwann sowieso  auch bestimmt wieder tun.

 

Ebenfalls einen wichtigen Part stellen natürlich die Schauspieler dar, allen voran das Duo Fox und Lloyd. Michael J. Fox schafft es glaubhaft den siebzehnjährigen Jugendlichen zu spielen, welcher durch einen Unfall in der Vergangenheit landet und sich nun gegen die lieblichen Zuwendungen seiner Mutter oder anderer dunkler Rabauken zur Wehr setzen muss. Fox spielt seine Rolle konstant spritzig; Langeweile kommt mit ihm auf der Leinwand bestimmt keine auf. Gleich verhält es sich auch mit Christopher Lloyd. Er legt Doc Brown so passend an, dass die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn immer verschwommen bleibt und man sich nie sicher sein kann, auf welcher Seite der Wissenschaftler sich denn nun eigentlich bewegt; großartig. Auch Lea Thompson als Lorraine McFly, Martys Mutter, kann durch ihre bestimmende Art und ihr verschmitztes Lächeln einige Sympathien für sich gewinnen. Nach ihr fällt die Bewertung jedoch etwas ab. Crispin Glover spielt Martys Vater zwar gewollt trottelig und tollpatschig, aber irgendwie will der Funke nicht ganz überspringen. Zwar nimmt man ihm den Schussel durchaus ab, doch das Gewisse etwas fehlt seinem Charakter einfach. Natürlich, er kann sich verständlicherweise nur in den Grenzen des Drehbuchs bewegen, doch etwas mehr Eigeninitiative hätte bestimmt nicht geschadet, um George McFly etwas mehr Leben einzuhauchen. Als letzter Schauspieler sei noch Thomas F. Wilson als Biff Tannen erwähnt. Der Charakter scheint etwas einfach angelegt zu sein, daher darf es auch nicht verwundern, wenn Wilson seine Leistungen dieser Tatsache anpasst. Alles in allem nimmt man aber auch seine Leistungen als Bösewicht ganz gut hin.

 

Ein großes Plus fährt der Film auch durch seine musikalische Untermalung ein. Sei es die markante Titelmusik von Alan Silvestri oder die Rockeinlagen von „Huey Lewis & The News“ – für die passende musikalische Untermalung ist immer gesorgt. Einen besonderen Ohrenschmaus auch abseits des Films stellt das Stück „Back in Time“ dar, dass über Docs und Marty Zeitreisen ein klein wenig berichtet.

 

Zwei kleine Mankos hat aber auch „Zurück in die Zukunft“ aufzuweisen. Das erste Manko bilden die Masken, welche die jungen Schauspieler in ihre älteren Versionen verwandeln sollen. Zwar sind diese Masken ohne Frage qualitativ hochwertig, doch wirken sie, zumindest heutzutage, etwas primitiv und zu offensichtlich. Das zweite Manko existiert glücklicherweise nur in der deutschen Synchronisation: Neben ein paar kleinen Übersetzungsfehlern (eigentlich müsste der Fluxkompensator Flusskondensator heißen), wirkt die Synchronisation teilweise recht aufgesetzt und unecht. Wer der englischen Sprache mächtig ist, der sollte diesen Film lieber mit der originalen Tonspur genießen.

 

Besonders erwähnenswert erscheint auch die durchaus friedliche Zusammensetzung des Films. Weder richtige Gewalt- oder Sexszenen fanden ihren Weg in „Zurück in die Zukunft.“ Auch auf übertriebene Spezial- oder Actioneffekte wurde verzichtet. Die Spannung erreicht sowieso unumstritten ihren absoluten Höhepunkt, wenn der DeLorean auf das Rathaus zurast und …

 

Fazit:

Schlussendlich scheint „Zurück in die Zukunft“ einfach alles zu besitzen, was es für einen typischen Erfolgsfilm der 80er braucht: gute Handlung, gute Schauspieler, viel Komik und Spannung. Immerhin, was wünscht man sich mehr? Vielleicht zwei weitere Teile? Kein Problem, auch diese wurden produziert und schließen direkt an die Ereignisse des ersten Teiles an. „Zurück in die Zukunft“ eignet sich für einen DVD-Abend mit der ganzen Familie, als auch mit Freunden. Für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Also, worauf noch warten? Zurück in die Zukunft!

 

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 79
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