Wenn Liebe so einfach wäre (It's Complicated) (2009)

OT: It's Complicated - 118 Minuten - Romantik / Komödie
Wenn Liebe so einfach wäre (It
Kinostart: 22.01.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Wenn Liebe so einfach wäre (It's Complicated)

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Frauenregisseurin Nancy Meyers, die es vortrefflich versteht ihr, vorwiegend weibliches, Publikum zu unterhalten, hat wieder einen neuen Film am Start: Wenn Liebe so einfach wäre mit dem großartigen Haupdarstellergespann Meryl Streep und Alec Baldwin. Und es ist schön zu sagen, dass der Film gut ausbalancierte Unterhaltung bietet, die nicht erzwungen wirkt, sondern organisch von den Figuren und der Story ausgeht. Dabei erzählt der Film vor allem eine Geschichte für ein reiferes Publikum. Allen wird das sicher nicht gefallen, aber die angesprochene Zielgruppe bekommt dennoch so einiges geboten.

 

Jane Adler (Meryl Streep) ist im Beruf, als Besitzerin einer Bäckerei, erfolgreich, jedoch läuft es im Privatleben nun länger schon nicht mehr rund. Seit zehn Jahren ist sie schon von ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin) getrennt, da dieser sie und die drei gemeinsamen Kinder für eine jüngere Frau verlassen hat. Doch Jake ist mit seiner Ehe mit Agness (Lake Bell) auch nicht mehr zufrieden, da auch dort die Romantik längst dem Alltag gewichen ist, und gerade als das letzte seiner Kinder aus dem Haus kommt, will Agness schwanger werden, Jake jedoch meint dass er dafür schon zu alt ist. Und so kommt es zu einer folgereichen Nacht, in der Jane und Jake wieder miteinander schlafen und eine Affäre beginnen…

 

Man sollte zunächst keinem Irrglauben erliegen: Nancy Meyers macht zwar Filme traditionell eher für ein weibliches Publikum, jedoch ist sie keinesfalls als feministische Filmemacherin zu sehen. Weiters hat sie sich eher auf ein reiferes Publikum spezialisiert, sodass ihre Filme auch nicht mit Teenie-Frauenfilmen alá Twilight zu verwechseln sind. Stattdessen legt sie eine durchaus gewitzte Mischung aus Gefühlskino und Komödie an den Tag, was sie ja auch schon mit ihren früheren Werken Was Frauen wollen, Was das Herz begehrt und Liebe braucht keine Ferien bewiesen hat. Ihre Filme sind dabei zumeist nicht für die großen Lacher geeignet, aber ein amüsanter und netter Filmabend wird so gut wie immer garantiert.

 

In Wenn Liebe so einfach wäre spricht sie dabei vor allem den älteren Damen aus der Seele, kommt es doch zu einer Ausgangslage, die in dieser Form doch alles andere als üblich ist in der Filmindustrie. Der betrügerische Ehemann kommt dahinter, dass er doch zu alt für die jüngere Frau ist, und versucht so seiner alten Frau wieder den Hof zu machen. Dieser Ansatz ist nicht nur für die Damenwelt durchaus befriedigend, sondern ist tatsächlich frisch und wirkt im unüberschaubaren Dschungel der romantischen Komödien tatsächlich unverbraucht und spritzig. Die Ausgangslage wird auch relativ kompakt auf den Punkt gebracht, sodass sich der Film danach in die Irrungen und Wirrungen dieser neuen, alten Beziehung stürzen kann.

 

Verkompliziert wird diese aufflammende Affäre nicht nur durch die Ehefrau von Jake, sondern auch durch die verwirrten Kinder, die davon möglichst nichts mitbekommen sollen, und durch Architekt Adam (Steve Martin), der Jane hilft ihr Haus umzubauen, und ihr dabei Avancen macht. Und tatsächlich geht diese Ausgangslage gut auf, was vor allem an der fabelhaften Chemie zwischen Meryl Streep und Alec Baldwin liegt, die unglaublich gut miteinander harmonieren, und sowohl die spaßigen, als auch die emotionalen Momente der Geschichte sehr gut schaukeln. Besonders Alec Baldwin überrascht in seiner Rolle, und sorgt für höchst amüsante Unterhaltung in Reinkultur. Dass Mery Streep eine der größten Schauspielerinnen aller Zeiten ist, sollte auch bereits bekannt sein.

 

Als enttäuschend erweist sich jedoch der Umgang mit den Nebenfiguren. Lediglich John Krasinski (der in Sam Mendes’ Away We Go so großartig sympathisch war), kann seiner minimalistischen Rolle etwas abgewinnen, und bringt Charme mit ins Rennen. Steve Martin kann einem jedoch fast Leid tun, da seine Rolle irgendwie zu starr und spröde wirkt im Gegensatz zur fabelhaften Chemie zwischen Streep und Baldwin. Dies bewirkt leider auch, dass man mit seiner Figur kaum mitfiebert, und stattdessen hofft, dass das alte Paar doch wieder zueinander findet. Dies bewirkt jedoch auch, dass Wenn Liebe so einfach wäre nur in den gemeinsamen Szenen von Streep und Baldwin richtig zündet, und ansonsten nicht ganz so amüsant ist.

 

Fazit:

Wer eine Alternative zu den allzu jugendlichen romantischen Komödien sucht, der bekommt mit Wenn Liebe so einfach wäre einen durchaus amüsanten Vertreter der Gattung, der eher auf ein erwachseneres Publikum zugeschnitten ist. Besonders die Chemie zwischen Meryl Streep und Alec Baldwin ist pures Gold wert, und sorgt für einen sympathischen und unterhaltsamen Fluss, in dem man gerne abtaucht. Natürlich folgt auch Wenn Liebe so einfach wäre den klassischen Genremustern, leistet sich kleine Pannen und schafft es nicht die Nebenfiguren (ins Besondere Steve Martin) zu nutzen, jedoch sorgt der Film dennoch für einen unterhaltsamen Filmabend.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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