Die Tür (2009)

OT: Die Tür - 103 Minuten - Mystery / Thriller
Die Tür (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 04.02.2011 - Blu-ray-Start: 04.02.2011
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Filmkritik zu Die Tür

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Relativ kurz nach der Pressevorführung zum Film wurde bekannt, dass Die Tür nun doch nicht in Österreich starten wird. Soll man daraus einen Rückschluss auf die Qualität ziehen? Generell kann man dies sicher nicht sagen, da es im Jahr 2009 einige dubiose Entscheidungen dieser Art gegeben hat. Man denke nur daran, dass Oscarmitfavorit und Kritikerliebling The Hurt Locker nie regulär gelaufen ist, und dass auch der Zombiespaß Zombieland gecancelt wurde. Im Fall von Die Tür kann man aber durchaus auf die Qualität rückschließen, denn der Film ist ein perfekter Neueintrag im Kapitel „Guter Ansatz, schlecht umgesetzt“.

 

David Andernach (Mads Mikkelsen) hat eine Affäre mit der Nachbarin Gia (Heike Makatsch), da es mit seiner Frau schon länger nicht mehr so gut läuft. Doch diese Affäre verursacht einen groben Einschnitt in Davids Leben: Als er gerade rüber zu seiner Nachbarin geht ertrinkt seine Tochter im Pool. Jahre danach hat er sich von seiner Frau getrennt, und sein Leben ist endgültig aus dem Ruder gelaufen. Doch da entdeckt er plötzlich eine Tür, die ihn in eine Parallelwelt führt, die in der Vergangenheit liegt. Und dort bekommt er die Chance das Leben seiner Tochter zu retten…

 

Man kommt nicht darum herum, dass man nach dem Sehen von Die Tür doch ziemlich enttäuscht ist. Zunächst verspricht der Film eine durchaus atmosphärische Mischung aus Fantasy, Drama und Thriller, und punktet mit der mysteriösen Anziehung des Unbekannten. Speziell der Beginn ist dabei noch gut gelungen, und schafft es die Ausgangslage gut zu präsentieren. Auch kann die Einführung, sofern man die grundsätzliche Prämisse des Films, also der Tür die in die Vergangenheit führt, akzeptiert, in die Parallelwelt durchaus überzeugen und schafft es neugierig zu machen.

 

Auch erweisen sich die Schauspieler als gut besetzt, zumindest was die beiden Hauptakteure betrifft. Mads Mikkelsen wertet den Film alleine durch sein Charisma auf und spielt die Rolle solide, auch wenn er natürlich nie genug gefordert wird um sein Talent völlig auszuspielen. Jessica Schwarz überzeugt ebenfalls in einer durchaus reizvollen Doppelrolle. Die restlichen Darsteller drängen sich zwar nicht sonderlich auf, spielen aber solide, und fügen sich gut in die Produktion ein. Selbst die Regie ist nicht wirklich schwach, sondern bringt einige durchaus gelungene Szenen hervor, jedoch schafft man es nicht wirklich die interessante Ausgangslage zu nutzen, was auf Dauer leider zum Verhängnis des Films wird.

 

Zum Beispiel hätte die Ausgangslage, dass man die Möglichkeit hat in die Parallelwelt zu gehen, dazu aber erst einmal sein anderes Ich töten muss, da es einen ja ansonsten zwei Mal geben würde, wirklich viel hergegeben, jedoch macht Die Tür nur eine dumpfe Thriller-Nebenstory aus diesem Element und lässt die psychologische Komponente völlig ausser Acht. Das Selbe betrifft die aufkommenden Integrationsprobleme in dieser Welt, inklusive dem Konflikt des „entdeckt werden“, der ebenfalls nur kurz angeschnitten wird, und ansonsten nur als kleines Spannungsmotiv verwendet wird, ohne wirklich tiefer zu gehen. Dies alles ist sehr schade, durchzieht Die Tür doch die ganze Zeit das Gefühl der vergebenen Chance, da hier wirklich ein guter Film hätte herauskommen können, wenn man nur diverse Akzente anders gesetzt hätte.

 

Völlig auseinander fällt der Film dann schließlich wenn er schlussendlich jegliche Subtilität über Bord wirft, und stattdessen zu einer actionreichen Auflösung ansetzt. Auch hier hätten sich Möglichkeiten ergeben, aber spätestens beim martialischen Nachbarn, driftet Die Tür eher in Richtung unfreiwilliger Komik. Die Auflösung selbst kann auch nicht wirklich überzeugen, hat man doch eher das Gefühl, dass man noch eine kleine Actionhatz eingefügt hat, um dem Mainstream zu entsprechen, anstatt dass man sich auf die Kernkompetenzen konzentriert. Denn die Mystery- und Dramaelemente hätten durchaus etwas hergegeben. Doch dank falscher Schwerpunktsetzung, und infolge reichlich dubioser Storyentwicklung, kann Die Tür leider nicht überzeugen.

 

Fazit:

Die Tür bietet wirklich einige sehr gute Ansätze, und lässt zunächst noch auf einen wirklich guten Film hoffen. Doch bald schon wird klar, dass der Film dieses Versprechen nicht einlösen kann. Aus Mystery wird immer mehr ein simpler Thriller, und bald schon löst sich die Handlung völlig ins Unbedeutende auf. Zwar überzeugen die beiden Hauptdarsteller Mads Mikkelsen und Jessica Schwarz durchaus, jedoch ändert dies auch nichts an der Tatsache, dass Die Tür im Endeffekt nur eine wirklich gute Ausgangslage hat, die jedoch mehr schlecht als recht umgesetzt wurde. Schade, da wäre mehr möglich gewesen.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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