Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika (2009)

OT: Schweitzer - 100 Minuten - Biopic
Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika (2009)
Kinostart: 06.01.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

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„Ehrfurcht vor dem Leben“, so lautete der berühmte Leitsatz von Albert Schweitzer, einem der größten Humanisten des vergangenen Jahrhunderts. Heutzutage wissen die meisten nur mehr wenig über den vielseitig begabten Intellektuellen, der durch sein afrikanisches Buschkrankenhaus Lambaréné Weltruhm erhielt, und schließlich auch mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Da der Name Albert Schweitzer auch heute noch ein Synonym für das Gutmenschentum ist, aber nur die wenigsten konkretes Wissen über Schweitzer haben, macht ein Biopic durchaus Sinn. Leider mangelt es dem fertigen Produkt aber an Ecken und Kanten, sodass sich alles langsam in Sinnlosigkeit verläuft.

 

Albert Schweitzer (Jeroen Krabbé) verlässt im Jahr 1949 gemeinsam mit seiner Frau Helene (Barbara Hershey) sein Lambaréné Krankenhaus in Afrika, um in Amerika Spenden zu sammeln. Schweitzer gilt als hoch angesehen, und mit seinen Orgelkonzerten und Vorträgen lässt sich gutes Geld verdienen, das später wieder den Armen zu Gute kommen soll. Doch Schweitzer gerät mitten in den Kalten Krieg, und in ein moralisches Dilemma. Auf der einen Seite bittet ihn sein guter Freund Albert Einstein (Armin Rohde), sich seinen Protesten gegen die Atombombe anzuschließen, auf der anderen Seite würde Schweitzer dabei riskieren in das Fadenkreuz der Antikommunisten Fraktion, rund um Senator McCarhty zu geraten, was ihm Probleme mit den Spenden bereiten könnte…

 

Gavin Millar’s Albert Schweitzer Film dürfte es, mangels Konkurrenz, nicht allzu schwer haben die am Thema interessierten anzulocken, jedoch sollte man sich im Vorfeld gleich einiger Fakten bewusst sein. Zum Einen versucht der Film gar nicht erst ein großflächiges Biopic zu sein, das möglichst viele Punkte abgrast. Stattdessen konzentriert man sich vorwiegend auf das Thema Lambaréné und den Atomwaffenkonflikt. Dies ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, aber man sollte sich bewusst sein, dass eine umfassende Abhandlung nicht gewährleistet ist. Zum Anderen muss auch klar sein, dass Albert Schweitzer ein sehr oberflächlicher Film geworden ist, der kaum Neues zeigt, und an dessen Sinnhaftigkeit man deshalb auch gerne zweifeln darf.

 

Denn wer bereits informiert in den Film geht, wird enttäuscht werden, da man kaum Neues vom Film erfährt. Auf Details legt Albert Schweitzer genauso wenig wert wie auf Facetten, und so werden auch nur die allerwichtigsten Eckpunkte abgehandelt. Wer allerdings noch gar nichts von Albert Schweitzer, vielleicht mit Ausnahme seines Namens, weiß der bekommt zumindest einen kurzen Abriss, damit man ansatzweise eine Ahnung hat um was es beim Thema Albert Schweitzer geht. Problematisch dabei ist nur, dass der Film alle möglichen Kontrapunkte, wie den autoritären Führungsstil, und den Konflikt zwischen Familie und Arbeit, als Nebensächlichkeiten abtut, und fast humorvoll auflöst, sodass Albert Schweitzer leider großteils zu einer unreflektierten Gutmenschfabel verkommt.

 

Mit diesen Problemen kann man auch noch Leben, jedoch kann der Film nie wirklich rechtfertigen warum er eigentlich im Kino läuft, und nicht als Fernsehfilm gesendet wird. Die Inszenierung gibt sich unkreativ und bieder, die Darsteller agieren zwar solide, können aber nicht gegen das eindimensionale und verkrustete Drehbuch anspielen, und die gezeigten Bilder sind zwar in Ordnung, aber auch irgendwie glatt und lieblos. Albert Schweitzer ist somit sicher kein Film den man sehen muss, da er insgesamt zu viel falsch macht, und zwar kurzweilig, aber dafür auch inspirtations- und leblos ist. Großes Kino sieht anders aus, da hätte sich Albert Schweitzer etwas besseres verdient.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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