Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)

OT: Avatar - 161 Minuten - SciFi / Action
Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)
Kinostart: 17.12.2009
DVD-Start: 02.05.2013 - Blu-ray-Start: 02.05.2013
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Filmkritik zu Avatar - Aufbruch nach Pandora

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Was macht man wenn man den Gipfel erreicht? Viele stolpern über den eigenen Triumph und beginnen einen tragischen Fall in die Tiefe. Manche können sich eine Zeit lang halten, die wenigsten können sich scheinbar für immer oben halten und trotzen den widrigsten Umständen. Martin Scorsese und Clint Eastwood wären in der Filmindustrie solche Dauerbrenner, die scheinbar schon seit Ewigkeiten am Gipfel ihres Schaffens sind, und einfach nicht aus der Mode kommen. James Cameron ist jedoch ein anderer Fall. Er ebnete sich mit gigantischen Filmen wie Aliens, Terminator, The Abyss, Terminator 2 und True Lies den Weg, um mit Titanic den Vogel endgültig abzuschießen.

 

Was also macht man wenn man den Gipfel erreicht? James Cameron krönte sich mit Titanic selbst zum König der Filmwelt, egalisierte den Oscarrekord von Ben Hur und katapultierte sich mit unglaublichem Abstand, und einem Einspielergebnis von 1,8 Milliarden Dollar, ganz nach oben in der ewigen Box-Office Rangliste. Kurz, James Cameron hat den Gipfel, und mit Titanic einen Punkt erreicht, an dem noch kein Filmemacher vor ihm war. Kurz: Er hat den Gipfel gestürmt. Und was hat er nun gemacht? Erst einmal lange Zeit nichts, denn die Erwartungshaltung dürfte, nach einem solchen Erfolg, wohl von allen Seiten nicht weniger als gigantisch gewesen sein. Cameron kehrte den Spielfilmen also den Rücken, und widmete sich einigen Dokumentationen, mit denen er sich, ohne großen Druck, austoben konnte. Doch nun ist seine Spielfilmpause zu Ende, und der König gewährt uns eine neue Audienz.

 

Und Cameron hat nicht weniger als eine Revolution des Kinos versprochen. Gut, in der heutigen Welt versprechen clevere Marketingfüchse uns mit jedem Film einen neuen Meilenstein, sodass man schon mehr als abgestumpft ist, wenn man solche Ansagen hört. Doch Cameron ist nicht irgendein Anzugträger, sondern der Mann, der mit Terminator Arnold Schwarzenegger als Star etablierte, mit Aliens den Beweis lieferte, dass eine Fortsetzung nicht immer schlechter als der erste Teil sein muss, mit Terminator 2 die Effektwelt revolutionierte und schließlich mit Titanic alle Box-Office Grenzen niederriss. Wenn Cameron also eine Revolution verspricht, dann werden nicht nur die Fans hellhörig, dann kommen auch angesehene Filmemacher wie Steven Spielberg oder Peter Jackson vorbei um sich diese Revolution anzusehen, vor allem aber sind Produzenten bereit Unsummen hinzulegen um diese Revolution auf die Leinwände zu bringen. Da die wahren Kosten nicht genau bekannt sind (zwischen 250 und 500 Millionen Dollar schwanken sie je nach Quelle), gehen wir einfach davon aus, dass verdammt viel Geld in Avatar steckt. Und im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen kann man Avatar sein Budget auch ansehen. Und obwohl die versprochene Revolution für viele nicht auf den ersten Blick erkennbar sein wird (vielleicht auch weil das Wort Revolution zu viel des Guten ist), ermöglicht Avatar mit seiner unglaublichen Technik (vor allem in 3-D) einen Blick in die Zukunft des Eventkinos.

 

Wir schreiben das Jahr 2154: Die Mächte der Erde haben sich auf den Weg zum fernen Planeten Pandora gemacht, um dort wertvolle Rohstoffe abzubauen. Das Problem ist nur, dass Pandora von einem widerspenstigen Naturvolk, den Na’Vi, bewohnt wird, und diese kein Interesse zeigen ihre heiligen Orte zu verlassen, nur damit irgendwelche Menschen die Rohstoffe ihres Planten plündern können. Da man an einer diplomatischen Lösung interessiert ist, da man eine sehr schlechte Presse befürchtet, sollte man die Na’Vi niedermetzeln, haben sich die Eindringlinge von der Erde einen Plan überlegt. Man schleust Menschen in Gestalt von Avataren, die vom Stützpunkt aus kontrolliert werden, in die Gemeinschaft der Na’Vi ein, um herauszufinden was man ihnen als Tausch anbieten könnte, damit sie ihre Heimat aufgeben. Der querschnittsgelähmte Marine Jake Sully (Sam Worthington) bekommt die einmalige Chance für seinen getöteten Zwillingsbruder einzuspringen, und einen dieser Avatare zu kontrollieren. Colonel Quaritch (Stephen Lang) gibt ihm den Auftrag die Na’Vi zu erforschen und Informationen zu sammeln falls es zu einem Militärschlag kommen sollte. Das Problem ist nur, dass sich Sully immer stärker zur Eingeborenen Neytiri (Zoe Saldana) hingezogen fühlt, die ihm lehrt was es heißt Na’Vi zu sein…

 

Wie steht es also um die Revolution, die uns James Cameron versprochen hat? Gibt es wirklich eine Filmgeschichte vor, und eine nach Avatar? So direkt kann man das sicher nicht sagen, aber Avatar beinhaltet tatsächlich eine kleine technische Revolution, die die Messlatte für künftige Effektfilme kräftig nach oben schraubt. Bereits an dieser Stelle muss allerdings darauf verwiesen werden, dass man Avatar unbedingt im 3-D Kino sehen muss, um den Film in seiner vorgesehenen Weise zu konsumieren. Ansonsten kann man es sich eigentlich gleich sparen, insofern ist Avatar also auch das lange ersehnte kräftige Argument fürs Kino, denn man kann eigentlich nur schmunzeln, wenn man daran denkt, dass sich irgendjemand Avatar als Raubkopie am Rechner zu Hause ansieht. Denn in dieser Form bekommt man eigentlich nur die schlechten Seiten des Films zu Gesicht, ohne auch nur zu erahnen was Avatar eigentlich auszeichnet.

 

Denn die angekündigte Revolution ist eigentlich nur eine Evolution, die sich ganz besonders im Bereich der 3-D Effekte bemerkbar macht. Bisher zeichneten sich 3-D Filme vor allem dadurch aus, dass man zu gegebener Zeit irgendetwas auf den Zuseher zurasen lässt, um diesen zu erschrecken. Avatar hingegen ist die erste Produktion, die sich mit den wirklichen Vorzügen der dritten Dimension auseinandersetzt. Bisher war es auch eher so, als würden zweidimensionale Figuren in einem nach hinten verlängerten Raum agieren, was mit Avatar auch zu Ende sein dürfte. Denn Avatar zeichnet sich mit einer Bildkomposition aus, die in die dritte Dimension reicht, und zum ersten Mal scheint es so, als hätte sich wirklich jemand mit Ahnung mit der Technik auseinandergesetzt. Cameron arrangiert seine Bilder mit dem Auge eines Experten und kann seine visuelle Kraft mühelos in die dritte Dimension ausbreiten, ohne diese zu einem simplen Effekttrick zu verkümmern. Stattdessen wirkt das 3-D Bild organisch, und erlaubt es dem Zuseher noch tiefer in der Welt zu versinken.

 

Die nächste kleine Revolution von Avatar (wie bereits erwähnt, wäre der Begriff Evolution sicher angebrachter) befindet sich auf der Ebene der CGI-Realweltverschmelzung. An ganz wenigen Stellen gibt es noch Probleme, und man wird aus dem Genuss herausgerissen, doch diese Momente sind sehr rar, und man muss neidlos anerkennen, dass James Cameron die bisher realistischste und detailreichste CGI-Welt bis dato gelungen ist, und es im Film noch nicht einmal störend wirkt wenn menschliche Darsteller mit der CGI-Welt agieren. Erwähnenswert ist auch, dass Pandora zur Gänze aus der Kreativität von Cameron entsprungen ist, und er sich sichtlich Mühe gegeben hat eine Welt zu erschaffen, die den Zuseher mit ihrer Schönheit fast erdrückt. In prächtigen Bildern dürfen wir dank der ausgereiften 3-D Technik in diese ferne Welt abtauchen und die farbenprächtige und liebevoll gestaltete Flora und Fauna genießen. Diese Naturaufnahmen von Pandora sind auch die wohl beeindruckendsten des Films, und können mit ihrer reinen Schönheit verzaubern.

 

Quasi durch die Augen von Jake Scully lernen wir die ferne Welt Pandora kennen, und gehen dabei mit ihm auf Erkundungstour. Zu Beginn ist dies noch ein kleiner Ausflug mit einem Wissensschaftlertrupp, und bereits hier offenbart sich teilweise die Kreativität die im Film steckt. Denn wir bekommen nicht nur das satte Grün des unendlichen Waldes zu sehen, sondern vor allem auch bereits einen kleinen Einblick in die Tierwelt des Planeten. Es dauert auch nicht lange bis sich die ersten gefährlichen Vertreter dieser Welt zeigen, und bald schon wird Jake von der Gruppe getrennt und ist auf sich alleine gestellt. Und hier beginnt die Erforschung erst richtig, denn von nun an tauchen wir immer tiefer in diese Welt ein und lernen auch die Gepflogenheiten der Na'Vi kennen. Rein visuell ist Avatar dabei vor allem in ausdrucksstarke Farben getaucht, und die Vielfalt der pflanzlichen Welt ist kaum zu erfassen. Grüne Faune treffen auf fremdartige, knallbunte Pflanzen, die bei Berührung verschwinden und quallenartige Pflanzensamen schweben durchs Bild, was vor allem in 3-D sehr gut wirkt. Hier kann man zwar kritisieren, dass diverse Tiere hier nicht besonders glaubhaft wirken, was besonders für die „Propellereidechsen“ gilt, bei denen man doch bezweifeln darf, dass sich solche Tiere evolutionär entwickeln, aber insgesamt hat James Cameron auf dieser Ebene ganze Arbeit geleistet und eine glaubhafte und faszinierende Welt erschaffen in die man gerne abtaucht.

 

Auch wenn es an die Action geht zeigt Cameron, dass er auf diesem Gebiet noch nichts verlernt hat. Besonders im letzten Akt, der finalen Konfrontation zwischen den Na’Vi und den Menschen, zieht er alle Register, und kreiert einen durchkomponierten Bilderreigen, der visuell verzaubernd ist. Die Aufnahmen von den Menschen in ihrem Kriegsgerät, oder ihrem Marsch durch die Wälder, den Raketenangriffen auf Pandora und den anschließenden Bränden gehen Hand in Hand mit den Aufnahmen der Na’Vi, die versuchen der gesamten menschlichen Technik etwas entgegen zu setzen. All diese verschiedenen Ebenen von realen Aufnahmen und digitalen Tricks harmonieren so ausgezeichnet miteinander, wie man es bis dato noch nicht gesehen hat, und alleine für diesen audio-visuellen Orgasmus hat es Avatar schon verdient gesehen zu werden. Denn zumindest in 3-D markiert der Film sicher einen Wendepunkt, und legt einen Markstein an dem sich zukünftige Blockbuster, zumindest effekttechnisch, einmal in nächster Zeit messen müssen.

 

Doch wie wir in der Filmgeschichte immer wieder feststellen mussten, besteht ein Film eben nicht nur aus seinen Effekten, und eine wegweisende Optik alleine reicht in der Regel nicht aus. Und hier beginnen die Probleme des Films, denn obwohl sich James Cameron bei einer Pressekonferenz noch furchtbar aufregte als man seinen Film mit „Pocahontas in Space“ betitelte, bringt diese Aussage doch alle Probleme von Avatar auf den Punkt. Denn wie viele bereits befürchteten, ist die angekündigte Kinorevolution wirklich nur eine visuelle, und storytechnisch begibt sich Cameron auf sehr ausgetrampelte Pfade, und versäumt es Großteils leider seiner atemberaubenden Optik eine ebenso atemberaubende Geschichte zu Grunde zu legen. So verkommt Avatar leider zu einer wüsten Mischung aus Elementen von Matrix, Der mit dem Wolf tanzt, Pocahontas und Starship Troopers. Man könnte auch meinen, dass man hier einfach die beliebten Videospiele Halo und World of Warcraft in einem Rutsch verfilmen wollte, erinnert Avatar doch in punkto Production Design teilweise frappierend an diese Spiele.

 

Im Kern dreht sich Avatar um die alte Leier, dass eine übermächtige Zivilisation die gutmütigen Ureinwohner ausbeutet und tötet, um diverse Rohstoffe zu ernten. Dies erinnert natürlich auch an die US-Politik unter George W. Bush, vor allem aber erinnert diese Story an zahlreiche Cowboy und Indianer Klischees, und tatsächlich schafft es Avatar hier wenig Neues mit ins Spiel zu bringen. Hinzu kommt, dass James Cameron als Drehbuchautor hier weitaus weniger leistet als er mit seiner Regie bietet. Er legt sich seine Storyfäden so dermaßen plump zurecht, dass man jedes Mal wenn er sich eine Hintertür für den späteren Handlungsverlauf legt, sofort weiß dass Avatar später wieder darauf zurückkommt. Da dies ungewöhnlich oft geschieht weiß man eigentlich immer wie der Film sich weiterentwickeln wird, sodass hier leider kaum Spannung in der Luft ist, und Avatar optisch prunkvoll etwas vor sich hinplätschert.

 

Versagt hat leider auch das Charakterdesign, das sich leider nur aus Versatzstücken und Klischees zusammensetzt. Dies beginnt bei Hauptdarsteller Sam Worthington, der hier zu Beginn sowohl die Filmklischees eines Marines, als auch die Filmklischees eines Querschnittsgelähmten zu erfüllen hat. Aber auch seine Vorgesetzten wie die von Stephen Lang verköperte Figur, die quasi die archetypischen Vorraussetzungen für einen hirnverbrannten Söldner und einen klassischen Bösewicht mitbringen muss, oder der von Giovanni Ribisi verkörperte, aalglatte Ausbeuter, erfüllen leider nur den Zweck die gut-böse Zeichnung weiter zu konkretisieren, ohne auch nur einen Hauch auf die Figuren selbst zu geben. Die Na’Vi hingegen haben gefälligst das arme, unterentwickelte Volk zu bleiben, das ohne einen starken Menschenführer rein gar nichts ausrichten kann. Avatar geht hier wirklich keinerlei Risiko ein, sondern verlässt sich ausschließlich auf bekannte Klischees, was sehr schade ist.

 

Hinzu kommt, dass James Cameron nun einmal vorwiegend ein Experte für ein technisches Fest der Extraklasse ist, was ihm ja auch gelungen ist, jedoch auf emotionaler Ebene häufig einmal ins Fettnäpfchen tritt. Seine gefühlvollen Momente werden gerne mit dem Holzhammer serviert, und obwohl seine Rechnung in Titanic noch großteils aufgegangen ist (auch wenn man darüber wohl ausgiebig diskutieren könnte), verfehlt er mit Avatar seine emotionalen Ziele völlig. Über weite Strecken will Avatar nämlich geradezu mit aller Kraft emotional sein, was aber leider ähnlich in die Hose geht, wie die zusätzlichen Szenen im Terminator 2 – Director’s Cut, in denen der Regisseur besonders lustig sein will. Ihm fehlt einfach das Gespür dafür, und somit bleibt Avatar, obwohl sich der Film sichtlich Mühe gibt, ein emotional eher kühles Werk, das nur an wenigen Stellen wirklich mitreissend ist, und ansonsten vorwiegend visuell verzaubert, ohne jedoch wirklich tiefer zu gehen. Auch fällt auf, dass manche Szenen hart an der Grenze zur Peinlichkeit balancieren, und James Cameron hier, ähnlich wie in Titanic, nur sehr knapp daran vorbeischlittert, dass man sich eher auf die dümmlichen Szenen des Films konzentriert, anstatt seine tollen Momente zu würdigen. Besonders in diversen esoterisch angehauchten New Age Szenen mit den Na'Vi kriegt Avatar nur mit Müh und Not die Kurve.

 

Wie für alle Filme des post-80er Camerons gilt auch für Avatar, dass der Film aussergewöhnlich bunt und familientauglich ist (man beachte nur die großen atmosphärischen Differenzen zwischen den ersten beiden Terminator Filmen, obwohl beide natürlich auf ihre Art großartig sind). Cameron hat für sich selbst längst entschieden, dass er dem düsteren, atmosphärischen Film den Rücken zugekehrt hat, und stattdessen auf epische Produktionen setzt, die weitaus heller und weniger brutal sind. Und so zeichnet sich auch Pandora mit einer sehr leuchtenden Optik aus, und der Film vermeidet es wirklich Bedrohung oder Gefahr, alá Terminator auszustrahlen. Ich persönlich finde das ja sehr schade, da etwas weniger Familientauglichkeit und etwas mehr Düsternis dem Film sehr gut getan hätte. Das ständige „go green“ Palaver der Na'Vi nervt ebenfalls und man kann auch über die generelle Gestaltung der Na'Vi diskutieren, da das gesamte Setting des Öfteren hart die Grenzen entlang balanciert, und an einigen Stellen droht in den Kitsch abzudriften. Doch weitestgehend windet sich Cameron gerade noch aus der Kitsch- und Peinlichkeitsfalle heraus, so dass man zumindest aus dem visuellen Genuss eigentlich so gut wie nie herausgerissen wird.

 

Über die Darsteller gibt es hingegen nur wenig zu sagen. Kaum jemand schafft es die Klischees seiner Figur abzustreifen und wirklich zu glänzen. Aber es fällt eigentlich auch keiner negativ auf. Cameron war eben noch nie ein Schauspielerregisseur, sondern ein Technikfanatiker, der versucht die technischen Möglichkeiten der Filmindustrie auszureizen und weiter zu bringen. Mit Avatar ist ihm somit vielleicht nicht die große Kinorevolution gelungen, die er versprochen hat, aber dafür ist ihm eine beeindruckende Evolution der Effekttechnik gelungen, die vor allem in 3-D äußerst beeindruckend ist. Wer diesen Film sehen will und es nicht in 3-D und auf der größtmöglichsten Leinwand tut, der verpasst die größten Stärken von Avatar, muss sich aber dennoch mit seinen zahlreichen Schwächen ärgern. Sehenswert ist der neue James Cameron Film alleine wegen seiner visuellen Ebene, die wirklich umwerfend ist, jedoch herrscht storytechnisch leider weitgehend tote Hose, sodass Avatar wohl eher als technischer Wegweiser in Erinnerung bleibt, denn als wirklich großartiger Film. Für das 3-D Kino ist Avatar aber wirklich ein Meilenstein, denn so eindrucksvoll wie hier hat sich die Technik noch nie präsentiert, und auch die meisten 3-D Skeptiker (zu denen ich mich auch zähle) werden wohl mit Avatar bekehrt werden. Denn zumindest der Effektfilm scheint nun ein unschlagbares Argument für das Kino gefunden zu haben. Jetzt müssen eigentlich nur mehr die richtigen Storys gefunden werden.

 

Fazit:

Ist Avatar die versprochene Kinorevolution? So direkt kann man das sicher nicht sagen, da der Film eher eine eindrucksvolle Evolution der Effekttechnik ist, und nur auf visueller Ebene einschlägt wie eine Bombe. Für das 3-D Kino könnte Avatar jedoch wirklich eine kleine Revolution sein, da es der Film, als bisher einziger seiner Gattung, durchgehend versteht die Technik gewinnbringend einzusetzen ohne auf bloßen Jahrmarktscharakter zu setzen. Stattdessen präsentiert uns Avatar bis in die Tiefe durchkomponierte Bilder, die uns noch weiter in seine Welt ziehen. Auch die gezeigte Welt Pandora ist visuell eindrucksvoll und vor allem kreativ gestaltet, sodass Avatar auf audiovisueller Ebene mit Sicherheit ein Fest ist. Jedoch ist ein Film eben mehr als optischer Prunk, und deshalb schafft es Avatar auch nicht restlos zu überzeugen. Storytechnisch ist der Film gar eine kleine Enttäuschung, und setzt sich eigentlich nur aus bekannten Versatzstücken und Klischees zusammen. Auch das Figurendesign richtet sich ausschließlich nach bekannen Archetypen und wirkt in folge überholt und langweilig. Hinzu kommen zahlreiche Szenen in denen es James Cameron wirklich nur mit Müh und Not schafft zu verhindern, dass sein Film ins Peinliche und Kitschige abdriftet. Auch fällt auf dass Avatar emotional ziemlich kalt ist, und auch kaum Charme besitzt, sieht man einmal von der detailiert gestalteten Welt ab. Leider erfüllt der Film auch alle Eigenschaften des post-80er Cameron, der Familientauglichkeit und visuelle Größe immer über Düsternis und intensive Atmosphäre setzt. Avatar hätte aber ein Prise Dunkelheit in dieser knallbunten Welt gut getan. Der Film ist sicherlich alleine wegen seiner visuellen Wucht, vor allem in 3-D und auf einer möglichst großen Leinwand, sehenswert, jedoch sollte man sich kein Meisterwerk erwarten, wie es viele der ersten Kritiken zum Film versprechen.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 9 | Wertungen: 161
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