Matrix Revolutions (2003)

OT: The Matrix Revolutions - 129 Minuten - SciFi / Action
Matrix Revolutions (2003)
Kinostart: 05.11.2003
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Matrix Revolutions

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Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Dieser Satz selbst findet im dritten und damit letzten Teil der Matrix-Trilogie namens „Matrix Revolutions“ mehrmals Verwendung. Während zwischen dem ersten und dem zweiten Teil noch einige Monate dazwischen lagen, schließt „Revolutions“ direkt an „Reloaded“ an und versucht, die vorher aufgebauten Spannungselemente weiterzuführen. Die Maschinen sind immer noch auf dem Vormarsch nach Zion, Neo (Keanu Reeves) liegt im Koma und Agent Smith ist gerade dabei, die Matrix zu unterwerfen. Kann dieser Wahnsinn überhaupt noch gestoppt werden?

 

Durch den eigentlich unmenschlichen Cliffhanger am Ende von „Reloaded“ wurde schnell klar, dass man auch den Nachfolger, nämlich „Revolutions“ unbedingt sehen musste; auch, wenn „Reloaded“ den ein oder anderen bitteren Nachgeschmack mit sich brachte. Anscheinend hatten die Wachowski Brüder aber gelernt und in letzter Instanz noch einige Änderungen am Drehbuch vorgenommen. Während im Vorgänger Action an erster Stelle stand und die sonst so berühmten Metatexte fehlten, sollte „Revolutions“ wieder etwas tiefgründiger werden und damit auch mehrere Botschaften transportieren. Da „Reloaded“ leider streckenweise enttäuschte, wurde schnell klar, dass auch die Erwartungen an das Finale etwas gesunken waren. Trotz der gedämpften Meinung versucht „Matrix Revolutions“ sein Bestes – und scheitert damit.

 

Teil drei greift wieder auf bewährte Elemente des Vorgängers zurück: Gleich zu Anfang werden uns der Merowinger (Lambert Wilson) sowie seine doch-noch-Ehefrau Persephone (Monica Bellucci) gezeigt. Der Club des Merowingers passt perfekt in den Matrix-Style, auch die kurze Schießerei am Anfang lässt Freude und Stimmung aufkommen. Mit geballter Ladung spielt das Drehbuch den Merowinger in den Mittelpunkt; und lässt dabei seine fast noch stärkere Frau einfach am Straßenrand liegen. Trotz der Kürze ihres Auftrittes in „Reloaded“ schaffte Monica Belluccis es, sich imposant in die Köpfe des Publikums zu brennen. Aus unbekannten Gründen wurde die Mischung aus starkem Charakter und starker Schauspielerin in „Revolutions“ nicht mehr genützt; Bellucci kommt dabei auf drei gezählte Sätze. Somit wurde die italienische Schönheit rein zum optischen Aufputz degradiert.

 

Im Gegensatz zu „Reloaded“ fängt „Revolutions“ zwar bodenständiger und auch etwas ruhiger an, kann aber trotzdem mit einer gewissen Konsistenz durchaus für sich punkten. Schnell wird auch klar, in welche drei Richtungen sich die Handlung entwickeln wird: Neo und Trinity (Carrie-Ann Moss) brechen zur Maschinenstadt auf um den Krieg zu beenden, in Zion tobt die gewaltige Endschlacht um die letzte Bastion der Menschheit und in der Matrix kopiert sich Smith (Hugo Weaving) so oft und so lange er nur will.

 

Der Streifen selbst lässt sich sehr gut mit den Worten des Merowingers beschreiben: er ist eine Konsequenz aus dem zweiten Teil. Der Angriff der Maschinen wurde bereits angekündigt, also muss er folglicherweise auch stattfinden. Dass der Kampf Zions gegen die Maschinen dann aber fast den halben Film einnimmt, verwundert doch etwas. Die Optik der CGI-Effekte ist ohne Frage beeindruckend, hier wurde eine komplette Welt neu erschaffen und mit Millionen von Kriegsmaschinen bestückt. Auch die Kriegsmaschinerie der Menschen scheint beeindruckend, doch es stellt sich irgendwann trotzdem die Frage, warum die Menschheit in der Lage ist, fliegende Schiffe und gewaltige Kampfroboter zu bauen, aber an moderneren Waffen als an Maschinengewehren scheitert. Vielleicht wären diese Waffen einfach nicht so spektakulär?

 

Generell scheint spektakulär das Wort zu sein, welches „Revolutions“ mitunter perfekt beschreibt. Die Kämpfe in Zion sind absolut sehenswert, werden dann aber durch manch nervigen Charakter, wie zum Beispiel dem 16-jährigen Kid (Clayton Watson), ganz leicht aus der Bahn geworfen. Auch der Endkampf zwischen Neo und seinem bösen Ebenbild, Smith, ist bemerkenswert dargestellt. Trotzdem mag keine richtige beziehungsweise nicht die erwartete Stimmung aufkommen, wenn die beiden Kontrahenten wie Superman durch die Luft wirbeln.

 

Die Bewertung der Schauspieler entfällt ähnlich wie in „Reloaded.“ Keanu Reeves kann die Rolle seines Lebens weiterhin kalt und emotionslos darstellen, Laurence Fishburne bleibt immer noch charismatisch, auch, wenn Morpheus als desillusionierter Führer in den Hintergrund tritt und Carrie-Ann Moss versucht sich weiterhin an der Verwandlung Trinitys von der Kampfamazone hin zur liebenden Frau; und scheitert größtenteils. Smith stellt zwar eine der wichtigsten Figuren in der ganzen Trilogie dar, bleibt aufgrund des Drehbuches aber im Hintergrund und gibt dem Schauspieler Hugo Weaving damit nur wenige Möglichkeiten, durch seine besonderen Leistungen zu punkten. Erstaunlicherweise gut fallen aber die kleineren Nebenrollen aus. Jada Pinkett Smith bekommt als Niobe endlich mehr Screentime und kann zeigen, was in ihr steckt, auch Nathaniel Lees darf in seinen kurzen Auftritten als Captain Mifune durchaus Sympathien für sich zählen. Weiters erwähnenswert scheint Mary Alice als Orakel, welche nach dem tragischen Ableben von Gloria Foster einsprang, um ihre Rolle so charismatisch wie möglich zu übernehmen.

 

Was bleibt aber unter dem Strich übrig? „Revolutions“ hatte in der Handlung selbst zwar einige Revolutionen, konnte sich selbst aber nicht in eben solche verwandeln. Während „Reloaded“ wenigstens noch ein absolutes Highlight – die Autobahnverfolgungsjagd – vorweisen konnte, versucht „Revolutions“ wohl mit der Endschlacht in Zion zu punkten; und scheitert auch damit. Generell ist zu bemängeln, dass die titelgebende Matrix kaum noch Verwendung auf der Leinwand findet. Die Mischung aus Realität und Virtualität erschien in „Reloaded“ nahezu perfekt, in „Revolutions“ wird auf diese Gleichung aber anscheinend überhaupt keinen Wert mehr gelegt. Dies ist sehr schade, da gerade die übernatürliche Action IN der Matrix immer einen gewissen Reiz der Filme ausgemacht hat. Irgendwann nach dem Abschluss, leise in einer Ecke kauernd, muss sich dann doch die eine wirklich relevante Frage stellen: Was hat das noch mit „Matrix“ zu tun?

 

Fazit:

All der Glanz, all die perfiden Handlungsstränge, all die wunderbaren Mysterien um die Matrix, die im beziehungsweise aus dem ersten Teil entstanden sind, all das wird im finalen Teil zu Grabe getragen. Der Tiefgang wurde seit „Reloaded“ brutal herausgerissen, in „Matrix Revolutions“ mussten auch die Actionelemente in der Matrix daran glauben. Übrig geblieben ist ein reiner Actionkracher, welcher auch gut das Bonusmaterial zu „Matrix Reloaded“ darstellen könnte. Trotz allem endet hiermit eine der wohl beeindruckendsten Filmtrilogien der letzten Jahrzehnte. Es war ein Ende, leider aber ohne wirklichen Knall.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 41
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