Matrix Reloaded (2003)

OT: The Matrix Reloaded - 138 Minuten - SciFi / Action
Matrix Reloaded (2003)
Kinostart: 22.05.2003
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Matrix Reloaded

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Der Kampf im Cyberspace geht weiter: Nachdem Neo (Keanu Reeves) vor einiger Zeit einen ersten Zwischensieg für die Menschheit erringen konnte, rüsten die Maschinen zum endgültigen Vernichtungsschlag. Als wäre das auch noch nicht genug, taucht erneut Agent Smith (Hugo Weaving) auf und erklärt Neo, dass er sich befreit fühle und nun ein Bedürfnis zu befriedigen hätte: Neos Tod.

 

Nach dem finanziellen Erfolg, den positiven Kritiken und dem offen Ende von „Matrix“ war es logischerweise nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wachowski-Brüder erneut ans Werk machen und dem Studio eine Fortsetzung vorlegen würden. Schnell stand fest, dass es zwei weitere Teile geben soll. Trotz der Budget Erhöhung von 65 Millionen Dollar auf 300 Millionen (insgeheim wird sogar von 350 Millionen gesprochen), wurden die letzten zwei Teile der Matrix-Trilogie zusammen gedreht. Diese Tatsache macht sich auch direkt in „Matrix Reloaded“ bemerkbar – leider.

 

„Reloaded“ kränkelt schon direkt am Kern: Alleine durch das gemeinsame Drehen der beiden Filmteile sollte schon klar sein, dass der zweite Teil der Trilogie nur die Vorbereitung für das fulminante Finale darstellen soll; alles läuft auf den Großangriff auf Zion, die letzte Bastion der Menschheit, hinaus. Es marschieren zwar nicht alle 133 Minuten durchgehend die Truppen auf, doch alle Handlungsfäden, Personen und Elemente werden langsam in die notwendige Richtung geschoben. Trotz allem scheint die Handlung aber zu früh abgehackt zu werden, das endgültige Betreten des Schlachtfeldes fehlt noch; ja sogar schlimmer, die Truppen haben noch nicht einmal ihre Waffen aufgenommen. „Reloaded“ entwickelt sich also bis zu einem gewissen Punkt – und zieht sich danach nur noch künstlich in die Länge.

 

Der Film selbst startet schnell und fulminant: das typische Matrix-Feeling aus dem ersten Teil ist sofort wieder gang und gäbe. Geballte, schnelle Action mit eindrucksvollen Effekten reißt den Zuschauer mitten ins Geschehen und lässt für ein paar Minuten keine Zweifel daran, dass „Reloaded“ die absolut würdige Fortsetzung darstellen muss. Nach wenigen weiteren Minuten nimmt der Streifen die Geschwindigkeit jedoch sehr stark zurück und kommt fast zum Stehen. Zwar erscheinen einige intimere Szenen der Beziehung zwischen Neo und Trinity (Carrie-Anne Moss) von der Idee her nicht schlecht, doch leider scheitert es an der Umsetzung: Keanu Reeves bleibt steif und kalt; zugegeben, damit erfasst er perfekt die Umsetzung des Neo, doch da auch Carrie-Anne Moss noch immer die kalte Kämpferin mimt, kann zwischen den beiden einfach keine glaubhafte Stimmung aufkommen.

 

Wenn es dann nach dreißig Minuten und einigen, lächerlichen Tanzszenen in einer Höhle endlich wieder weiter geht, stellt sich sehr bald ein zufriedenes Lächeln in den Gesichtern aller Matrix-Fans ein. Die gezeigte Action vom Anfang war keine Irreführung, der Film hält weiterhin, was vom Beginn weg versprochen wird: Action in allen erdenklichen oder auch unmöglichen Arten und Variationen. Ohne große Frage wird das Highlight schlechthin von dem viertelstündigen Kampf auf der Autobahn dargestellt. Reine Mann gegen Mann Kämpfe auf fahrenden Lastwagen kommen genau so zur Geltung, wie tollkühne Motorradstunts oder wahnwitzige Autoüberschläge. Gerade der stärkste Punkt – die Actionszenen – stellt aber in Folge auch einen der Schwachpunkte dar: Die Effekte in „Matrix Reloaded“ sind optisch ohne Frage eindrucksvoll, doch damit erreichen sie einfach nicht mehr an die damals revolutionären Effekte aus dem ersten Teil heran. Da hilft es auch nicht, wenn alle zwanzig Minuten mindestens einmal eine Kamerafahrt mit der sogenannten „Bullet Time“ (eine Kamerafahrt um das verlangsamte Geschehen) vollführt wird.

 

Wie oben schon angesprochen, passt Keanu Reeves perfekt in die Rolle des Neo, auch, wenn er dafür selbst kaum merklich schauspielern muss. Er selbst bleibt bleich, kalt und kahl, kann dies aber durch seinen großen Einsatz in den meisten selbstgedrehten Kampfszenen wieder gut machen. Carrie-Anne Moss macht es ihm gleich, doch trotzdem blitzt bei ihrer kalten Kriegerin hin und wieder auch etwas Feinfühliges hindurch; zwar ist hin und wieder eindeutig zu selten, doch durch das karge Drehbuch sei ihr Verziehen. Als Ausgleich für das farblose Pärchen dient Laurence Fishburne als Morpheus. Mit seiner sympathischen sowie charismatischen Art schafft er es immer wieder, dass er nicht nur vom Zuschauer sein vollstes Vertrauen bekommt. Auch ihm stellt das Drehbuch in der Theorie eine Partnerin zur Seite: Jada Pinkett Smith alias Niobe. Mit der gleichen angenehmen Art wie Fisburne spielt sie sich eindeutig in die richtige Richtung, doch anscheinend wird neu auftauchenden Charakteren kein Platz für eine Entwicklung gelassen, also geht auch sie in den Wirren des Drehbuches mit wenigen Minuten Leinwandpräsens unter. Es werden aber nicht nur neue Schauspieler um ihre Arbeit beziehungsweise um ihre Leistung gebracht. Auch Hugo Weaving alias „Agent“ Smith wird um so manch schauspielerische Leistung gebracht. Zwar kehrt er immer wieder periodisch zurück um Mr. Anderson das Leben zur Hölle zu machen, doch es wird ihm leider kaum Gelegenheit geboten, um sein vorhandenes Talent zur Geltung zu bringen. Dass man mit wenigen Minuten aber auch durchaus eindrucksvoll umgehen kann, zeigt Monica Bellucci: mit vollem Einsatz stürmt sie sich in ihre wenigen Szenen und entfacht dabei ein Meisterwerk der Schauspielkunst. Temperamentvoll, stark und konsequent sind bloß wenige der vielen Worte, welche Belluccis Leistung würdigen können.

 

Trotz der vielen kleinen Fehler, Schlampereien und abstrusen Einfällen erscheint „Reloaded“ am Schluss trotzdem in einem sehr guten Licht. Zuständig dafür sind hauptsächlich die beeindruckenden Kulissen sowie die perfekt sitzende Musik. Aber eins nach dem anderen. Das höhere Budget ist deutlich spürbar, die Kulissen als auch die Hintergründe besitzen plötzlich viel mehr Tiefe und Hingabe. Sei es das eindrucksvoll dargestellte Zion oder einfach nur das Bergschloss des Merowingers (Lambert Wilson): die optische Illusion wird makellos dargestellt und lässt überhaupt keine Wünsche offen. Die ganze Komposition wird durch die modern-stilistische Musik verfeinert, welche genau so perfekt sitzt wie Monica Belluccis Kleid beim Auftritt als vernachlässigte Ehefrau.

 

Fazit:

Der Titel sagt eigentlich schon genug aus über den zweiten Teil der Matrix-Trilogie: Reloaded. Auch, wenn die Bemühungen sehr zu begrüßen sind, bleibt es doch eine Tatsache, dass „Matrix Reloaded“ trotz der langsam voranschreitenden Handlung streckenweise wie ein erneuter Aufguss wirkt. In Zusammenspiel mit dem dritten Teil – „Revolutions“ – mag sich zwar bestimmt mehr ergeben, doch als Einzelspiel kann dieser Film leider nicht ganz überzeugen. Für alle Matrix-Fans herzlichst zu empfehlen, an einem Einzelfilmabend sollte von diesem Werk aber lieber Abstand genommen werden.

 

Wertung:

7/10

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 47
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013