Secret Services (2009)

OT: Secret Services - 33 Minuten - Komödie
Secret Services (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 01.04.2011 - Blu-ray-Start: 01.04.2011
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Filmkritik zu Secret Services

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Der österreichische Amateurfilmemacher Vlado Priborsky konnte mit seinen Kurzfilmen Valentin’s Tag, Plan B und Sophie bereits sein Talent als Filmemacher aufblitzen lassen, und versucht nun mit seinem neuesten Streich (der erneut unter seinem Label Independent Works in enger Zusammenarbeit mit seinem Weggefährten Edgar Moor entstanden ist) eine doch deutlich andere Richtung einzuschlagen, als in seinen Vorgängern. Das Ergebnis gibt sich technisch auf überraschend hohem Niveau für einen Amateurfilm, und wirkt auch leichtfüßig inszeniert. Jedoch kann dies nicht über grobe substantielle Fehlentscheidungen hinwegtäuschen.

 

Albert (Alexander E. Fennon) ist gerade von Frankreich immigriert, und versucht in Wien Fuß zu fassen. Doch dort ist ihm fürs Erste kein ruhiger Einstand vergönnt. Denn durch einen Zufall bekommt Albert Blumen zugestellt, die eigentlich für jemand anderes bestimmt sind. Dumm nur, dass seine Nachbarin Hildegard (Verena Leitner) ihn daraufhin mit einem Herren von der Agentur „Secret Services“ verwechselt, und in ihre Wohnung zerrt. So beginnt ein Verwirrspiel, mit dem wohl keiner der Beteiligten gerechnet hätte…

 

Bisher waren Vlado Priborsky’s Filme eher in die Sparte des Horror-/Thrillergenres anzusiedeln, doch mit Secret Services verlässt er sein gewohntes Terrain und versucht sich erstmals an einer Komödie. Dabei sollten jedoch nicht die Fäkalhumor verseuchten modernen Ergüsse des Genres Pate stehen, sondern viel mehr klassische Slapstickkomödien, wie man sie heutzutage eher selten sieht (zumindest im Kino). Und Vlado Priborsky und sein Team machen sich nicht schlecht im neuen Genre, und schaffen es tatsächlich die Geschichte leichtfüßig zu inszenieren.

 

Dies verdankt der Film auch einer technischen Professionalität, die sehr selten ist im Amateurfach, und man hat hier wirklich den Eindruck, dass keine Spaßtruppe, sondern ein professionell eingestelltes und motiviertes Team am Werk war. Dies beginnt bereits beim ungewöhnlich fein und liebevoll animierten Vorspann (gestaltet von Edgar Moor), geht über die stilsichere und federleichte Inszenierung von Vlado Priborsky und endet bei den durchaus gut agierenden Darstellern, die allesamt die Bürde des Amateurfilms verblassen lassen.

 

Doch bei all dieser Anhäufung an Professionalität hat man etwas Substantielles vernachlässigt: Denn gerade der Amateurfilm verlangt nach einer kreativen Geschichte, und hat alle Möglichkeiten sich ausserhalb des verkrusteten finanziellen Kreislauf des Mainstreams zu bewegen. Und hier versagt Secret Services völlig, denn die Filmemacher haben sich bewusst dazu entschieden sich dem Mainstream anzubiedern, und substanzlose, und leider auch großteils belanglose Slapsticknummern aneinander zu reihen, die nur selten das TV-Sketchniveau hinter sich lassen.

 

Dies ist schade, und verhindert dass man Secret Services getrost weiterempfehlen kann. Zwar muss man dem engagierten Team zweifellos Respekt zollen, dass man ein technisch so versiertes Produkt auf die Beine gestellt hat. Doch in dieser Form ist Secret Services eben auch nicht viel mehr als nur ein schön glänzendes Produkt, ohne großen künstlerischen Wert. Wer sich an klassischen TV-Comedysketchen erfreut, der wird auch mit Secret Services Spaß haben, aber ansonsten fehlt dem Film leider die nötige Kreativität um wirklich die Lachmuskeln zu strapazieren. Denn Secret Services mangelt es an Luft zum Atmen, da die Konventionen den Film förmlich einschnüren. Als stilistische Fingerübung sicher gelungen, aber um eine nachhaltige Komödie zu drehen, bedarf es eben mehr Esprit.

 

Fazit:

Secret Services ist ein technisch wirklich gut gemachter Film, der vom tollen Vorspann, über die stilsichere Inszenierung und die guten Darsteller auf handwerklicher Ebene wirklich überzeugt. Nur leider mangelt es an einer kreativen Story, mit Gags die vom Mainstream abweichen. So ist Secret Services leider nicht mehr als ein technisch sauberes und glänzendes Produkt, das perfekt in die TV-Sketchschiene passt, aber leider nicht genügend Impulse bietet um wirklich nachhaltig zu überzeugen. Dem Team gebührt für diese professionelle Amateurproduktion natürlich dennoch Lob, und das handwerkliche Geschick der Filmemacher kann man auch nicht leugnen. Doch dies ändert nichts daran, dass Secret Services als Film selbst so seine substantiellen Probleme hat.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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