Küss den Frosch (2009)

OT: The Princess and the Frog - 97 Minuten - Animation
Küss den Frosch (2009)
Kinostart: 08.12.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Küss den Frosch

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Back to the roots. Seit dem Zeitalter des CGI Animationsfilms, hat die Animationsabteilung Disneys ihren Status, den sich das Studio mit zahlreichen Zeichentrickklassikern erarbeitet hat, verloren. Schlussendlich musste man sogar den Genreprimus Pixar übernehmen, um noch vorne mitzumischen. Mit Küss den Frosch versucht Disney nun zu seinen Wurzeln zurück zu kehren, und in der Tradition der Klassiker des Studios wieder zu überzeugen. Und tatsächlich ist dieses Experiment über weite Strecken sehr geglückt.

 

Tiana lebt mit ihrem Vater und ihrer Mutter glücklich, aber in ärmlichen Verhältnissen, in New Orleans. Mit ihrem Vater schmiedet sie ständig Pläne, dass sie einmal ein eigenes Restaurant besitzen werden. Doch Jahre später, und nach dem Tod ihres Vaters, ist dieser Traum noch immer nicht in Erfüllung. Tiana hat zwei Jobs, und gönnt sich nichts, um ihrem Traum näher zu kommen. Doch sie hat Glück, und bekommt den Auftrag für Eli „Big Daddy“ LaBouf  eine Party zu organisieren. Das Geld dass sie dafür bekommt, würde für die Anzahlung für das Restaurant reichen. Doch plötzlich wollen die Makler das gesamte Geld im voraus, und Tiana muss wieder überlegen wie sie klar kommt. Da taucht plötzlich ein Frosch auf, der behauptet Prinz Naveen zu sein, und ihr anbietet zu helfen, falls sie ihn mit einem Kuss aus der Froschgestalt befreit…

 

Küss den Frosch legt sich, wie die meisten bereits vermuten, die klassische Geschichte vom Froschkönig zu Grunde, folgt aber in keiner Sekunde dem vorgegebenen Weg der traditionellen Geschichte. Stattdessen hat sich Disney wirklich Mühe gegeben den grundlegenden Spirit der Geschichte nach New Orleans zu verlegen, und die Ausgangslage umzudrehen: Denn nach dem Kuss, wird nicht der Frosch wieder zum Menschen, sondern seine Kusspartnerin verwandelt sich in einen Frosch. Und hier ist Disney wieder in gewohnten Gefilden, und schafft es tatsächlich in der Tradition der Klassiker zu unterhalten.

 

Küss den Frosch profitiert dabei auch von einem sehr reichen und detaillierten Zeichenstil, der für einen visuellen Hochgenuss sorgt. Man betrachte alleine das großartig in Szene gesetzte New Orleans, das in seiner Farbenpracht, aber auch seinen Schattierungen und Details einfach bombastisch aussieht. Auch wenn es schließlich für die beiden Frösche raus aus die Stadt geht, behält sich Küss den Frosch einen wunderschönen Stil bei, der in seiner Pracht einfach blendend ist. Auch die zahlreichen Musicalnummern wurden sehr pompös inszeniert, und insgesamt hat Küss den Frosch einen sehr schönen Flow in dem man sich gerne verliert, und der vor allem deswegen überzeugt, weil die jazzige Atmosphäre New Orleans sehr schön eingefangen wurde.

 

Auch setzt Disney dieses Mal auf eine schwarze Hauptdarstellerin, und versucht auch mit dem Setting etwas Neues zu erschaffen. Dies alles ist sehr löblich, jedoch haben sich auch kleinere Probleme eingeschlichen. So hat das gesamte Konzept des Films natürlich einen gewissen Retro-Charme, jedoch wirkt die Mischung aus zahlreichen, in der Qualität zwischen großartig und belanglos schwenkenden, Musicalnummern und einer relativ konventionellen Story doch etwas antiquiert. Auch beim Figurendesign, was spätestens beim sehr Balu-artigen Alligator klar wird, hat sich Disney sehr an Traditionen geklammert, und nicht besonders viel Neues kreiert. Dies ist etwas schade, da sich das Genre doch weiterbewegt hat, und Küss den Frosch somit nicht vollständig durchstartet.

 

Aber trotz diesen Macken funktioniert der Film überraschend gut, und Disney schafft es sogar meistens allfällige Klischeefallen durch stimmigen Humor zu umtanzen, jedoch fällt der Film am Ende völlig auseinander, wenn sich eine an sich mutige Entscheidung Disneys im völligen Kitsch auflöst. Diese Schwächen verhindern, dass Küss den Frosch zu den wirklich herausragenden Filmen des Genres aufschließen kann, jedoch sollte man nicht vergessen, dass der Film dennoch sehr sehenswert bleibt. Unterhaltung für die ganze Familie wird geliefert, und das wunderschön gestaltete New Orleans wird nicht nur die Kleinen, sondern auch die erwachsenen Begleiter fesseln. Das Experiment ist somit geglückt, und es wäre sehr schön, wenn Disney noch weitere klassische Zeichentrickfilme in die Kinos bringen würde.

 

Fazit:

Mit Küss den Frosch zeigt Disney eindrucksvoll, dass der klassische Zeichentrickfilm noch immer sehr funktionstüchtig ist. Der Zeichenstil ist äußerst detailreich, farbenprächtig und schafft es zu verzaubern. Besonders gut wurde der Schauplatz New Orleans eingefangen, und Küss den Frosch schafft es tatsächlich eine jazzige Atmosphäre voller Schwung zu kreieren. Leider gibt sich der Film insgesamt gesehen fast etwas zu antiquiert, und das Ende ist leider in all dem überzuckerten Kitsch alles andere als überzeugend. Doch ansonsten bietet der Film gute Unterhaltung für jung und alt, und liefert eine schöne optische Alternative zu den zahlreichen CGI Animationsfilmen.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 12
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